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Gedenken an Julius Hirsch und die Opfer des Nazi-Terrors

Gedenken an Julius Hirsch und die Opfer des Nazi-Terrors

Zur Erinnerung an den Fußballpionier Julius „Juller“ Hirsch und im Gedenken an die Millionen Opfer des Nazi-Terrors hatte die BVB Fan- und Förderabteilung am Sonntag 4. März 2018 bereits zum sechsten Mal in Folge zu einer Gedenkstunde an der Ehrentafel für die Deportierten am ehemaligen Dortmunder Südbahnhof eingeladen.

Julius Hirsch, der jüdischen Glaubens war, absolvierte zwischen 1911 und 1913 sieben Länderspiele und vertrat Deutschland auch bei den Olympischen Spielen 1912.

Seit 2013 findet dieses Gedenken statt. Damals – am 3. März – genau 70 Jahre nach dem Tag, von dem es ein letztes Lebenszeichen von Julius Hirsch gibt. Es handelt sich um eine am 3. März 1943 in Dortmund abgestempelte Postkarte, die er zum Geburtstag an seine Tochter gerichtet hatte. Wahrscheinlich hat er sie am Bahnhof in einen Briefkasten eingeworfen oder aus dem fahrenden Zug geworfen. Hirsch war am 1. März von Karlsruhe aus über Dortmund in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und dort mit vielen Leidensgenossen ermordet worden.

Nach der Begrüßung durch Beatrix Schleiken, Mitglied der geschäftsführenden Abteilungsleitung der BVB Fan- und Förderabteilung, forderte der Bezirksbürgermeister Innenstadt-Ost Udo Dammer auf, niemals müde zu werden, für eine demokratische Gesellschaft einzutreten und dafür zu kämpfen. Die Erinnerung an die Verbrechen des Nazi-Regimes ist dabei ein unverzichtbares Element.

Die Grausamkeiten des Nazi-Terrors mit mehr als 6.000.000 ermordeten Menschen führen oft zu Hilf- und Fassungslosigkeit. Unsere Vorstellungskraft reicht nicht aus und die Opfer drohen in einer anonymen Masse zu verschwinden. Fassbarer wird es dann aber, wenn wir Einzelschicksale herausstellen und es wird deutlich, dass hinter dieser Zahl 6.000.000 einzelne Menschen stehen.

Der Dortmunder Historiker Rolf Fischer stellte in seinem Beitrag die Geschichte des Südbahnhofs vor. Viele Bürger der Stadt wissen nicht (mehr), dass hier ein Bahnhof und dass dort der Ausgangspunkt für Tausende Menschen in den Tod war. Er regte abschließend an, darüber nachzudenken, in welcher deutlicheren Form an diese Geschichte erinnert werden kann.

Der Kantor der Jüdischen Kultusgemeinde Groß-Dortmund Arie Mozes nahm ebenfalls an der Gedenkveranstaltung teil und schloss sie mit einem Gebet für die Opfer der Shoa ab.

Die BVB Fan- und Förderabteilung legte einen Kranz an der Gedenktafel nieder.

Wir werden die Erinnerung bewahren, unser Gedenken fortsetzen und unentwegt für ein „Nie wieder“ eintreten.

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