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1950: Tottenham praktiziert sportlichen Brückenschlag

1950: Tottenham praktiziert sportlichen Brückenschlag

„Sir Alf“ Ramsey in der Roten Erde

Fast genau fünf Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 begab sich Tottenham Hotspur, der nächste Gegner des BVB in der Europa-League, im Mai 1950 zum ersten Mal in seiner Geschichte auf eine Deutschlandtournee, die die britische Spitzenmannschaft auch nach Dortmund führen sollte.

Damit betätigte sich der Club aus dem Nordosten der englischen Hauptstadt mit seinen jüdischen Wurzeln als einer der ersten fußballerischen Brückenbauer zwischen den lange verfeindeten „Tommies“ und den Deutschen, die London im 2. Weltkrieg noch vehement bombardiert und beschädigt hatten.

Bevor man Dortmund ansteuerte, war man bereits in Hannover und Berlin zu Gast gewesen. Arminia Hannover unterlag sang- und klanglos mit 0:3, Tennis-Borussia Berlin zog vor 60.000 Besuchern im Olympiastadion den Kürzeren und Wacker 04 hatte mit 2:5 das sportliche Nachsehen.

Am 24. Mai 1950 gaben die Spurs im nach wie vor „kriegsbeschädigten“ Stadion Rote Erde im Spiel gegen den BVB ihre erste Visitenkarte überhaupt in Dortmund ab. Es wurde eine vollendete Demonstration englischer Fußballkunst, die sich auch in dem Endergebnnis von 4:0 für den Gast von der Insel ausdrückte. Der unterlegene BVB hielt über die gesamte Spielzeit unerschrocken und wacker dagegen, sodass die 18.000 Besucher eine Klassepartie erleben durften.

Tottenham kam mit allen Stars, darunter auch Torhüter Ditchburn, Nicolson, Baily und Alf Ramsey. Ramsey ist einer der bekanntesten englischen Kicker und Trainer überhaupt und nur in einem Atemzug mit Superstars wie Sir Bobby Charlton Bobby Moore zu nennen. Er spielte von 1949 – 1955 für Tottenham und absolvierte in dieser Zeit 226 Spiele, in denen er als rechter Verteidiger sogar 24 Tore erzielte. “Sir Alf“ kam darüber hinaus zu 32 Länderspielen, die ihn u. a. auch zur Fußball-WM 1950 nach Brasilien führten.

Seine größten Erfolge erzielte Ramsey allerdings als Trainer der englischen Nationalmannschaft, die er von 1963 – 1974 coachte. 1966 wurde er mit seinem Team im eigenen Land mit dem 4:2 über Deutschland Fußball-Weltmeister. Danach erhob ihn die Queen in den Adelsstand.

Das großartige Beispiel der Spurs war für den BVB Initialzündung und Anlass, selber mit dem Fußball zum „Versöhner“ zu werden und gerade zu früheren Kriegsgegnern sportliche Kontakte aufzunehmen, um sich in Freundschaft miteinander zu messen und kennen zu lernen.

Der BVB präsentierte im Rahmen der eigenen „Offensive der Freundschaft“ schon bald in der Roten Erde Clubs wie Frankreichs Le Havre, Schottlands Hiberninan FC, Norwegens Skeid Oslo und Jugoslawiens Hajduk Split, das mit seinem Weltklassekeeper Beara anreiste. 1953 folgte eine vielbeachtete eigene Tournee nach England und ein Jahr später gastierte der BVB in den USA.

Angefangen hat alles mit dem Spiel gegen Tottenham Hotspur am 24. Mai 1950.

 

 

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