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Sitzplätze können keine Lösung sein

Maischberger, Frontal 21, ein eigener ARD-Brennpunkt – momentan meint ein jeder etwas zu den „gefährlichen Fußballfans“ und der „zunehmenden Gewalt in deutschen Fußballstadien“ sagen zu müssen. Ein Debatte, die von vielen Personen unsachlich und nicht lösungsorientiert geführt wird. Besonders eine Forderung lehnt die BVB | Fan- und Förderabteilung ab:

In den letzten Tagen ist es vermehrt zu Äußerungen und Forderungen gekommen, die Stehplätze in deutschen Stadien zu verbieten. Die Abschaffung von Stehplätzen darf nicht die Konsequenz aus den Vorfällen von Köln oder Düsseldorf und den im Anschluss darüber geführten Diskussionen sein. Eine differenzierte Betrachtung der Ereignisse und ihrer Ursachen täte allen Beteiligten gut.

Als Mitgliederabteilung des BVB, dem Verein mit Europas größter Stehplatztribüne, können und müssen wir derartige Forderungen in aller Konsequenz zurückweisen. 

Wenn es einen Zusammenhang zwischen Stehplätzen und Gewalt geben würde, dann müsste hier in Dortmund mit seinen über 25.000 Stehplätzen die Gewalthochburg schlechthin sein. Ganz im Gegenteil, wir sind weltweit dafür bekannt, dass es sich bei unserem Stadion um eines der stimmungsvollsten und intensivsten Stadien der Welt handelt. Unser BVB und wir Fans werden nicht mit Gewalt in Verbindung gebracht.

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Stehplätze sind ein erheblicher Bestandteil der friedlichen Fußballkultur und ermöglichen es ob der günstigeren Preise auch jungen Menschen am Kulturgut Fußball teilzunehmen. Stehplätze tragen zur hohen Attraktivität eines Stadionbesuches bei, sorgen sie doch an Spieltagen für den stimmungsvollen Rahmen. Deswegen gibt es sogar in England wieder ernsthafte Versuche, Stehplätze in den Stadien zu erlauben. Auch Mitglieder der Fanabteilung haben sich bereits auf diversen Fankongressen für den Erhalt der Stehplätze engagiert und unterstützen über „Unsere Kurve“ und „FSE“ die Bestrebungen, auch in England wieder Stehplätze zu ermöglichen. Zudem gibt es weitere Initiativen dahingehend auch bei internationalen Spielen wieder Stehplätze zu erlauben.

Dass ein Platzsturm, Gewalt oder der Missbrauch von Pyrotechnik nicht unmittelbar in Zusammenhang mit den Stehplätzen gesetzt werden können und dürfen, zeigen zahlreiche internationale Spiele und andere Vorfälle in reinen Sitzplatzstadien oder Sitzplatzbereichen.  

Stehplätze müssen erhalten bleiben! Mit dieser Forderung wollen wir den Platzsturm in Karlsruhe mit dutzenden Verletzen oder den gefährlichen Einsatz von Pyrotechnik nicht verharmlosen oder das komplette Ausbleiben von Konsequenzen fordern. Die Abschaffung von Stehplätzen kann jedoch nicht das Ergebnis der Debatte über die Sicherheit in unseren Stadien sein.

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Der Fußball und vor allem das Auftreten von Fans in größeren Gruppen soll nicht dazu genutzt werden, Straftaten zu begehen. Dies kann und darf von Menschen denen der Fußball und die Vereine am Herzen liegen nicht toleriert werden. Doch liegt es an allen Beteiligten, gemeinsam Lösungen und Maßnahmen gegen Störungen und Ausschreitungen zu entwickeln. Die populistische Forderung nach einer Abschaffung von Stehplätzen steht dabei einem zielorientierten Dialog zwischen Fans, Verband und Politik im Wege.

Es bedarf keiner neuen Wundermittel, die alle Fans, Stadionbesucher oder Stehplatzbesucher kriminalisiert. Vielmehr ist jetzt ein gemeinsamer Dialog notwendig.

Als Mitgliederabteilung möchten wir den Verband, die Liga und die Politik auffordern, nicht über uns Fans zu entscheiden, sondern mit uns gemeinsam nach Lösungen zu streben. Dazu ist jeder gerne eingeladen uns zu unterstützen. Allein wenn man sich gegen die oberflächliche Diskussion und Berichterstattung der letzten Tage zur wehr setzt, indem man in seinem Freundes und Bekanntenkreis zur Versachlichung der Debatte beiträgt ist schon viel gewonnen. 

BVB | Fan- und Förderabteilung

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