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Dein Zeichen für bezahlbare Fußballtickets: Auf nach Hamburg!

„Wir geben vor dem Anpfiff brutal Gas und gehen dann zum Spielbeginn eindrucksvoll aus dem Block!“ So lautet der Konsens der offenen Kein Zwanni-Diskussion am Dienstagabend in der Dortmunder Kaktusfarm. Dieser gilt jedoch nur für die Stehplatz-Karten, der Aufruf zum Boykott des Kaufs von Sitzplatz-Karten bleibt bestehen.

Die Stehplatzkarten, die von ADK-Inhabern in diesem Jahr ohnehin nicht zurückgegeben werden können, werden möglichst alle aufgekauft. Wer eine Stehplatz-Karte hat, geht bis zum Einlauf der Mannschaften in den Block und verleiht seiner Forderung nach sozialverträglichen Kartenpreisen lautstark Ausdruck. Sobald die Mannschaften den Rasen betreten, verlassen alle BVB-Fans den Block und zeigen dadurch, wie stimmungslose Fanblöcke in Zukunft aussehen könnten.

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Jeder bringt ein altes T-Shirt mit, das er unter dem Motto „Wir müssen unser letztes Hemd geben“ dort, wo er vorher im Block gestanden hat, zurücklässt. Vor dem Block prangt außerdem eine große Kein Zwanni-Fahne. Damit solidarisieren sich die Fans mit Stehplatz-Karte mit den anderen BVB-Fans, die aufgrund der horrenden Sitzplatzpreise auf ihr Ticket verzichten.
 



Es wird wieder Radio gehört
 

Während des Spiels hören alle boykottierenden BVB-Fans, wie in der letzten Saison, vor dem Stadion Radio.

Soweit das Ergebnis der Diskussion, zurück zum Beginn des Treffens: Als um 19 Uhr die offene Diskussion rund um den Boykott des Auswärtsspiels beim HSV am vierten Spieltag beginnt, folgen mehr als zwei Stunden lebhafter Debatte über die Ausgestaltung des Boykotts.

Auf dem Podium sitzen für Kein Zwanni Arne Steding, Christian Schöler, Marc Quambusch und Christina Gassner, während Tobias Westerfellhaus die Diskussion moderiert.

„Ich habe nicht erwartet, dass die Ticketpreise gesenkt werden, die erneute Steigerung empfinde ich jedoch als dreist“, erklärt Marc Quambusch zu Beginn. Es habe zwei Gespräche mit dem HSV gegeben, allerdings sei von Anfang an klar gewesen, dass man die Aktion langfristig angehen müsse.

Mit Blick auf HSV-Interna berichtet Quambusch, dass Ticketpreise im Vorstand der Rothosen thematisiert worden seien, allerdings konnte sich Oliver Scheel, als Vertreter des Supporters Clubs, mit der Forderung nach Preissenkungen nicht gegen die anderen Vorstandsmitglieder durchsetzen.


Amateure, kompletter Boykott oder Dortmund-Aktion


Im Anschluss stellt Christian Schöler mögliche Boykott-Orte vor: Denkbar halte er einen Protest in Hamburg wie im letzten Jahr, die Fahrt zum Spiel der Amateure in Unterhaching oder eine Aktion in Dortmund.

Für die Protestvariante in der Hansestadt sprachen vor allem die zu erwartende hohe Medienpräsenz und der, im Vergleich zur Fahrt nach Unterhaching, eher geringe Kostenaufwand.

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Da die Auswärtsdauerkarten in dieser Saison für das zu boykottierende Spiel nicht zurückgegeben werden können, einigten sich die anwesenden Fans schnell darauf, den Stehplatzblock vor dem Spiel zu betreten und zu Spielbeginn zu verlassen. Hitzige Diskussionen drehten sich anschließend um die Sitzplatzkarten, deren Preise in erster Linie Grund für den Boykott sind.

Einerseits bleiben vermutlich nur sichtbar viele Plätze frei, wenn man die Karten auch kauft. Andererseits will man dem HSV auch ein finanzielles Zeichen setzen und kann von niemandem erwarten die hohen Preise zu bezahlen und das Spiel  trotzdem nicht zu sehen. So waren letztlich alle mit dem Boykott des Kaufs von Sitzplatzkarten zufrieden.

Der per Facebook eingegangene Vorschlag den Block vor dem Spiel nackt zu betreten, um zu verdeutlichen, dass sozial unverträgliche Eintrittspreise den Fans das letzte Hemd rauben, konnte keine Mehrheit finden, wurde mit der T-Shirt-Aktion jedoch abgeändert aufgenommen.

Zusätzlich sind die Fanbusse aufgerufen sich gleichzeitig von Dortmund aus in Richtung Hamburg aufzumachen, um so die große Anzahl der boykottierenden Fans zu demonstrieren.

„Die HSV-Fans werden das Spiel nicht boykottieren, wollen aber auf jeden Fall im Stadion am Protest beteiligen.“ konnte Christina Gassner von Gesprächen mit Christian Bieberstein vom HSV Supporters Club berichten.

So lautet der Aufruf zur geplanten und oben beschriebenen Protestform:

Mach mit, fahr’ nach Hamburg, setz dein Zeichen für bezahlbare Fußballtickets!

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