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Kampfsieg gegen Rot-Blau

Letztlich war es doch der perfekte Fußballtag: Sommerliche Temperaturen, Sonnenschein, ein volles Stadion, ein traditionsreicher Gegner, eine erfolgreiche Aktion der Fanabteilung gegen Rechts und ein Sieg unserer Borussia. Doch gerade letzteres stand lange in Frage!

Das Vorspiel zum dritte Spieltag stand im Zeichen der FA-Fahnenaktion „Abpfiff für Rechts“. 40 Landesflaggen, auf den Rasen getragen von BVB-Fans aus den jeweiligen Ländern demonstrierten, dass der Fußball und im speziellen Borussia Dortmund eine bunte Leidenschaft ist, die kein Platz für Rassismus und Intoleranz bietet. Insgesamt beteiligten sich an der von Fan-Beirätin Sarah Hartwich und Vorstandsmitglied Stefan Petschak vorbereiteten Aktion 160 Borussen, die schon weit vor dem Anpfiff des Bundesligaspiels im Stadion Flyer verteilten oder sich auf ihren großen Auftritt vorbereiteten.

 

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Zeichen gegen Rechts vor dem Spiel

„Gegen Politik im Stadion“ hört man zu solchen Aktionen von Kritikerseite. Doch genauso wie sich die Fanabteilung für viele Projekte im Bereich der Fanpolitik engagiert und diese antreibend Unterstützt, so möchten wir auch zwei Wochen vor der angekündigten „Antikriegsdemonstration“ der rechten Szene in unserer Stadt ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt setzen. Borussia Dortmund ist nicht nur auf dem Platz eine Gruppe vieler Nationen, sondern auch auf der Tribüne. Nationalismus und Radikalismus haben aus unserer Sicht keine Akzeptanz verdient!

Genug der Worte zur gelungenen Fahnenaktion, hinein ins Geschehen auf dem Platz. Jeder von uns dürfte das letzte Heimspiel gegen den „Glubb“ noch in guter, vielleicht sogar unvergesslicher Erinnerung haben. „Zwei zu Null für Köln“, brüllte Nobby damals zehn Minuten vor Ende ins Stadionmikro und unsere Borussia war zum siebten Mal Deutscher Meister. Damals erlebten wir das Stadion in völliger Euphorie, aus Nürnberg bekam man zu hören, dass das der lauteste Auftritt einer Heimtribüne gewesen wäre, den man als Club-Fan je erlebt hätte. 

Beschallungsthema bleibt aktuell

Der dritte Spieltag konnte dem natürlich in keinster Weise Paroli bieten, zu sehr hatte sich die Atmosphäre seit dem unglücklichen 0-1 in Hoffenheim gewandelt, die Störaktion der Hoffenheimer erzürnte das Fanherz und war auch rund um das zweite Heimspiel ein stetig präsentes Thema. So griffen vor dem Anpfiff Tobi und Jakob das Thema im Programm von Fanomenal auf und THE UNITY zeigte während des Spiels zwei Spruchbänder Richtung Kraichgau:IMG 5726
– „Ob mit oder ohne Stör-Sirene –
  Unsere Proteste bleiben ohrenbeteubend!“
– „Dietmar Hopp du Sohn einer Hupe!“

Auch die BVB-Fanabteilung hatte im Verlauf der Woche mehrere Berichte zu den Vorfällen veröffentlicht, Pressemittelungen und Stellungnahmen rausgegeben und in Person des FA-Vorsitzenden Marco Blumbergs einige Interviews gegeben, in denen wir die akustische Zensur der BVB-Fans in Hoffenheim kritisierten. Das Thema wird uns sicherlich auch weiter begleiten, doch an diesem Samstag sollte es dann doch endlich wieder um Fußball gehen.

Gegen die Freunde unserer blauen Rivalen sollte es den zweiten Heimsieg geben. Dafür kehrten die wiedergenesenen Neven Subotic und Marcel Schmelzer zurück in den Kader, außer Lucas ist das Meisterteam somit wieder vollzählig (Nuri mal ausgenommen). 

Borussia enttäuscht mit schwacher erster Halbzeit

Doch Gegner und Aufstellung waren auch alles, was in der ersten Halbzeit an den Meister-BVB erinnerte. Früh stöhrende Nürnberger zerstörten den gesamten Spielaufbau, so kommt es, dass das offensive Mittelfeld mit Kagawa, Götze und besonders Gündogan völlig aus dem Spiel ist. Gerade Gündogan wirkt gegen seinen Ex-Club völlig von der Rolle. Sympthmoatisch die Szene in der 28. Minute als er völlig unbedrängt durchs Mittelfeld marschiert, aber den schön startenden Lewandowski katastrophal anspielt. Einzig eben jener Lewandowski und Kevin Großkreutz nehmen den Kampf in der offensive an, defensiv machte Subotic einen wesentlich stabileren Eindruck als Santana letzte Woche und verhinderte in der 11. Minute mit seiner Grätsche vor Eigler eine riesen Torchance des FCN.

IMG 5762So schwach wie die Partie, so schwach präsentierte sich auch die Südtribüne in Halbzeit eins. Das war, bis auf den Anfang, zu großen Teilen gar nichts. Die spärlich angereisten Nürnberger, 3000 plus einige hundert Blaue mögen es wohl gewesen sein, waren fast die gesammte Dauer über lauter und klarer zu hören als die Gelbe Wand. Auch hier also nicht in Ansätzen ein Vergleich zum Meisterspiel. Das kann nicht unser Anspruch sein, gerade wenn unser Team erstmals seit einer Ewigkeit wieder ein schwächeres Heimspiel abliefert.

Dass all das wohl recht schnell in Vergessenheit gerät, dafür sorgen unsere Jungs in der zweiten Hälfte. Als ob die kloppschen Männer den Tribünen sagen will: „Wenn ihr uns nicht aufweckt, dann wecken eben euch auf“, geht es in die zweiten 45. Minuten. Der durch Nürnberger Dauerbewachung bislang völlig abgeschaltete Götze bekommt nach einer Gündogan-Ecke, die wie alle drei zuvor früh rausgekköpft wird, den Ball auf rechtaußen, Doppelpass mit Piszczek, Querpass von der Torlinie und Lewandowski schießt aus fünf Meter ein. 1 zu 0 für dich Richtigen und endlich tobt die Strobelallee. 

Besser es Spiel, bessere Stimmung

Mit der Führung im Rücken agieren Stadion und Mannschaft jetzt deutlich entschlossener. Nur direkt nach der Führung muss Weidenfeller eingreifen, als Pinolas Frustversuch gefährlich plaziert wird und unseren Keeper zur Faustparade zwingt. Auf den Rängen wird es auch endlich besser. Die Ecken stimmen mit ein und die Rot-Schwarz-Blau-Weißen sind endlich nicht mehr so deutlich zu vernehmen. Ein Zustand, der bei einem Mengenverhältnis von 75.000 zu 3.500 eigentlich normal sein sollte.

Anders als Mario Götze findet aber einer auch in der zweiten Halbzeit kaum statt: Shinji Kagawa. Einzig ein schönes Anspiel auf Lewandowski in der 62., das den Polen frei vors Tor bringt dort aber an Rakosky scheitern lässt, bleibt vom Japaner im Arbeitsprotokoll stehen. Folgerichtig muss der kleine Mann wenig später den Platz machen für Kuba. Wenig später wechselt Jürgen Klopp auch den Torschützen aus, für Lewandowski geht Ivan Perisic in die Sturmspitze. Wechsel, die sich eine Viertelstunde vor Schluss fast bezahlt machen:

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Flanke Kuba, Kopfball des Kroaten in die lange Ecke – und zur Abwechselung scheitert steht der schlimmste Dortmunder Feind seit der Einführung des Elfmeters im Weg: Der Pfosten!

Dortmunder Jung entscheidet das Spiel

Was Perisic noch verwehrt bleibt, schafft der Dortmunder Junge wenig fünf Minuten später. Anstatt den mitgelaufenen Götze zu bedienen, hält Großkreutz aus 22 Metern einfach mal drauf und der abgefälschte Schuss landet im rechten Giebel. Kevins anschließender Torjubel vor der Ultras Gelsenkirchen-Fahne lässt auf mehr solcher Szenen beim nächsten Derby hoffen. „Deutscher Meister steh auf“ halt es durch’s Stadion – etwas das in Nürnberg und Gelsenkirchen selbst angehende Senioren noch nie rufen durften. 

Zweites Heimspiel, zweiter Sieg. Was zur Halbzeit noch äußerst fraglich erschien, war nach einer deutlich verbesserten zweiten Hälfte letztlich verdient und machte den Tag – mit schönem Wetter, einer gelungenen FA-Aktion und letztlich pasabler Stimmung – perfekt. 

Auf geht’s nach Leverkusen!

Statstiken

Aufstellung: 

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Hummels, Subotic, Schmelzer – Bender, Gündogan, Großkreutz, Kagawa (66. Kuba), Götze (84. Kehl) – Lewandowski (72. Perisic)
 
1.FC Nürnberg: Rakovsky – Chandler, Wollscheid, Klose, Pinola – Simons – Hegeler (77. Mak), Cohen (77. Mendler), Feulner, Eigler – Pekhart

 

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin). Assistenten: Harm Osmers, Marcel Pelgrim. 
                      Vierter Offizieller: Sönke Glindemann

Zuschauer: 78.400 (3.000 Nürnberger + ein einige Schlümpfe)

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