• english
  • polski
  • tuerkce
  • espanol
  • nippongo
  • hindi
  • thai
Du bist hier: Startseite » Archiv » Interview mit den Organisatoren der Podiumsdiskussion

Interview mit den Organisatoren der Podiumsdiskussion

Am 12. September veranstalten die BVB-Fanabteilung und das Fan-Projekt eine Podiumsdiskussion mit Dortmunder Politikern. Seit Monaten planen die Mitglieder der AG Fanpolitik bereits die Diskussionsrunde, verschickten Anfragen und Einladungen an die Regierungsvertreter, Pressetexte an die Medien und organisieren nebenbei auch noch die Veranstaltung selbst. Hier sprechen Christina Gassner und Sven Krause über ihre Arbeit und ihre Erwartungen.

fanpolitik logo

Christina, du leitest die AG Fanpolitik. Wie kam es zu der Idee, Politiker zu einer Diskussionsrunde mit Fans einzuladen?

Christina Gassner: Der Wunsch nach einer Diskussionsrunde kam nach der 12:12-Aktion und dem Sicherheitskonzept der DFL auf, da der Eindruck entstanden war, dass viele Politiker in dieser Zeit an der Wahrnehmung der Fans vorbeigeredet haben. Wir fanden den Gedanken interessant, die Politiker direkt zu uns zu holen und ihnen gegenüber unsere Ansichten zu vertreten. Umgekehrt aber auch, ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Sichtweise darzustellen. Daraus entstand die Idee, Politiker verschiedener Parteien zu einer Podiumsdiskussion einzuladen und ihnen in einer moderierten Runde Fragen zu stellen. Wir wollen wissen, wie sie sich zu bestimmten Themen positionieren. Ziel des Ganzen ist es, mit den Politikern einen offeneren Dialog oder zumindest einen Diskurs anzustoßen, von dem man das Gefühl bekommt, dass Politiker nicht in einer Parallelwelt leben.

Sven, weshalb hast du sich entschlossen, die Leitung zur Organisation der Podiumsdiskussion zu übernehmen?

Sven Krause: Ich bin selbst praktisch seit der Wiederaufnahme in der AG Fanpolitik und interessiere mich sehr für das Themengebiet. Im Frühjahr kam dann bei einem unserer Treffen die Idee zu dieser Veranstaltung auf, in der Arbeitsgruppe „Podiumsdiskussion“ haben sich schließlich fünf Personen engagiert. Dass ich die Leitung übernommen habe, hat sich so ergeben. Ich finde insbesondere nach den Vorkommnissen der letzten Saison ist die Kommunikation zwischen Fans und Politik ein wichtiges Thema. Und gerade wir in Dortmund haben als große Fanszene hier besonders gute Möglichkeiten, etwas zu erreichen.

Wie lief die Vorbereitung für die Diskussionsrunde ab?

Sven: Die Vorbereitung hat sich über einen ziemlich langen Zeitraum erstreckt, wie man sieht. Wir mussten die verschiedenen Parteien anschreiben, haben Einladungen verschickt und den potentiellen Kandidaten mehrere Terminvorschläge für die Diskussion gemacht. Alle Parteien haben sich sehr zügig zurückgemeldet, es gab auch bei den Terminen wenige Abstimmungsprobleme. Ende August haben wir zusätzlich noch einen Fragenkatalog an die Politiker verschickt.

christinaChristina: Natürlich wird nicht jedem dieselbe Frage gestellt, es geht nur um die generelle Richtung und um die Fairness. Das Thema ist nicht ganz ohne und nicht jeder dieser Politiker ist von Haus aus Sportpolitiker. So können sie sich ein bisschen auf die Runde  einstellen. Wir haben das Gefühl, dass so etwas die Qualität einer Diskussion stark anhebt.

Welche Erfahrungen habt ihr in dieser Zeit gemacht und wo gab es vielleicht Probleme oder Schwierigkeiten?

Christina: Ich finde es toll, dass es von Seiten der Kandidaten so eine positive Resonanz gab. Die Politiker haben zum Teil selbst Termine verschoben, damit sie kommen können. Ich glaube schon, dass das Interesse insbesondere in Dortmund sehr hoch ist, irgendwie in Dialog mit den Verein und  oder den Fans zu treten.

Sven: Mir geht es ähnlich wie Christina. Ich war auch überrascht, wie schnell und unkompliziert uns die Parteien zugesagt haben. Ich denke, dass Fanpolitik im Programm der Parteien eine eher unbedeutende Rolle spielt, dennoch waren alle Kandidaten sehr kooperativ. Natürlich kann man sich da die Frage stellen, ob das an der bevorstehenden Wahl oder an der aktuellen Brisanz des Themas liegt. Schwierig war teilweise die Kommunikation mit den Partei-Büros. Obwohl die Leute dort für ihre Arbeit bezahlt werden, war es teilweise unorganisierter als bei uns (lacht).

Welche Erwartungen habt ihr und was kann diese Diskussion bewirken?

Sven: Schwer zu sagen. In erster Linie wird es bei der Runde auf das Publikum ankommen und darauf, ob es diskussionsbereit oder eher zurückhaltend ist. Schön wäre es, wenn die Kandidaten anschließend, sollte das Thema in der Öffentlichkeit wieder so hitzig diskutiert werden, sagen würden: „Stopp, wir sehen das anders.“ Dass man nach der 12:12-Aktion gesehen hat, Fußballfans sind nicht nur Chaoten, sondern dass der Fußball auch eine soziale Verantwortung übernimmt.

Christina: Ich verspreche mir in erster Linie einen interessanten Abend, wo wir wirklich mal die Möglichkeit haben, ganz direkt und persönlich alle Fragen zu stellen, die uns interessieren. In der Hoffnung, darauf gute und differenzierte Antworten zu bekommen. Langfristig würde ich mir natürlich erhoffen, dass diese Diskussion dazu beiträgt, als „Schnellschüsse“ empfundene Äußerungen von Politikern zu reduzieren. Dass auch mal bei den Fans nachgefragt wird, wenn die entsprechenden Kontakte bestehen und bereits im Vorfeld schon mehr Verständnis für die Fanseite besteht.

Sven: Ideal wäre es natürlich, wenn ein Politiker anschließend der Meinung ist, man müsste hinsichtlich der öffentlichen Äußerungen zur Fanszene mal wieder etwas zurückrudern. Ein tatsächlicher praktischer Erfolg wäre es zum Beispiel, wenn die Politik unabhängige Stellen zur Kontrolle der Rechtmäßigkeit von Stadionverboten einrichtet. Das ist natürlich nichts, was die Dortmunder Politiker als Einzelpersonen erreichen können, aber sie können es anstoßen. Um das nochmal deutlich zu machen: Wir erwarten von dieser Diskussion keine bahnbrechenden Erfolge, aber sie soll ein kleiner Schritt in die richtige Richtung sein. Wir möchten nicht ständig nur Schlechtes über oder im Zusammenhang mit Fußballfans hören. Es wäre schön, wenn endlich auch mal wieder die positiven Seiten von Fußball und Fans im Mittelpunkt stehen würden.

Einladung und alle Informationen zur Veranstaltung

Scroll To Top