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Gab es eine Sommerpause?

11-12 bvb-hsvDie Zeit, in der Spaziergänger rund um unser Stadion wanderten ist vorbei, ab jetzt ist die Strobelallee wieder Anziehungsort für alle Anhänger der schwarz-gelben Fußballreligion. Ein wunderbarer Anblick: Trikots, Schals und Fahnen schon beim Ankunft am Hauptbahnhof. Durch die Innenstadt bis hin zum Westfalenpark zieht sich die schwarzgelbe Karawane. Es geht endlich wieder los!!

Zum Auftakt kam mit dem Hamburger Sportverein nicht nur einer der größten Traditionsvereine, sondern auch eine der sympathischsten Fanszenen in die Bierhauptstadt. So sind die Hamburger gemeinsamer Partner für die Aktionen „Kein Zwanni“ und mit ihrem Supports-Club Vorreiter in Sachen Fanarbeit im Gesamtverein, über 40.000 Mitglieder machen es möglich. Zahlen und Leistungen, die eines Tages hoffentlich auch die BVB-Fanabteilung aufweisen kann.

1. Halbzeit

Kreativ und bunt läuten beide Seiten die neue Spielzeit ein. Zusätzlich zur Zeremonie der Deutschen Fußball-Liga(DFL) eröffnen die Fans die Saison auf ihre Weise: Im Süden mit einer Choreo der DESPERADOS, im Norden mit der Aufforderung an die zuletzt enttäuschenden Rothosen „Leidenschaft und Kampf – statt Erfolg auf Krampf“. Gerade die Aktion auf der Süd stellte das Rahmenprogramm der Liga da doch deutlich in den Schatten, eine sehr schöne Aktion einer Gruppe, von der man schon lange nichts mehr in diesem Bereich gesehen hat.

Die Fans auf der Südtribüne zeigen zum Einlauf der Mannschaften eine beeindruckende Choreographie

Wie schon in Sandhausen, bietet der Deutsche Meister auch zum ersten Kampf um drei Punkte eine deutlich veränderten Mannschaft auf. So fällt dieses Mal Neven Subotic kurzfristig mit einem Faserriss im Adduktorenbereich aus, für ihn fängt Santana neben Hummels an.

Mit einem lauten „Deutscher Meister ist nur der BVB“ geht es auf der Südtribüne los, Schiri Brych pfeift an. Ab sofort dürfen wir uns Titelverteidiger schimpfen. Sportlich starten unsere Jungs schwunghaft. Erst Hummels, kurze Zeit später Lewandowski, die ersten Ansätze von Tormöglichkeiten und ein ordentlicher Drang nach vorne. Bis zur 16. Minute hält der HSV unserer Offensivabteilung stand, dann versenkt der Dortmunder Jung Kevin Großkreutz eine wunderbare Vorarbeit von Mario Götze zum 1:0 für den Meister. „Wir sind alles Dortmunder Jungs“ feiert die Süd.

Druckvoll von Beginn an

Schon am ersten Spieltag der neuen Saison läuft das Spiel der Schwarz-Gelben nahezu wie geschmiert. Subotics Ausfall ist kaum zu merken, hinten sichert auch das Duo Santana-Hummels souverän ab. Debütant Chris Löwe konzentriert sich, anders als noch im Pokal, erst mal vorwiegend auf die Defensivarbeit, während Piszcek spätestens mit dem 1:0 auch offensiv wieder heiß läuft und den Pfostenschuss von Kagawa (22.) herrlich vorbereitet. Das Prunkstück der Borussia scheint aber dieses Jahr das offensive Mittelfeld zu werden. Herrlich, wie Gündogan in der Sahin-Rolle, Götze auf rechts und Kagawa zentral zaubern.

Gerade der Japaner scheint momentan von keinem zu stoppen zu sein. Einmal Pfosten, einmal knapp daneben, immer unter Dampf und anspielbereit, der Junge macht einfach Spaß, kaum vorstellbar das wir wirklich eine gesamte Rückserie auf ihn verzichten konnten.

Der zweite Akt des Meisterspektakels findet in der 30. Spielminute seinen Höhepunkt. Götze, Lewandowski, Hacke, Götze durch, Lupfer – 2:0. Herrlich. Das Resultat für den Schreiberling dieses Textes: Böse Blicke von den Kollegen auf der Pressetribüne beim Torjubel, die journalistische Neutralität erlaubt keine Gefühlsausbrüche. Aber bei solchen Toren muss man auch mal aus rauskommen dürfen.

Shinji Kagawa im Zweikampf

„Borussia, Borussia BVB“, das Stadion steht Kopf und jubelt. Die erste Halbzeit ist kaum vorbei, da scheint das Spiel schon entschieden und unsere Jungs spielen in meisterlicher Frühform. Zeichen der spielerischen Dominanz: Beim HSV wird der eigentlich rechts stürmende Guerrero schon nach 40 Minuten gegen Ben-Hatira ausgewechselt.

Auf die Stimmung hat diese Dominanz hingegen eine leicht negative Wirkung. 12 und 13 versuchen alles, aber die übrige Tribüne steigt kaum mit ein, dabei kann selbst der oft kritisierte Ultra-Singsang nicht ausgemacht werden. Die Masse scheint es vor Ergötzung am Spiel die Stimme verschlagen zu haben. Auf Hamburger Seite singt man tapfer gegen die Unterlegenheit der eigenen Mannschaft an.

2. Halbzeit

Mit dem Banner „Die DFL liebt die Show – Wir lieben den Fussball“ startet die Süd in Halbzeit zwei. Die Aussage: Eine unmissverständlichen Kritik an die Liga und ihren Versuch, die Saisoneröffnung zum Show-Spektakel zu machen.

Sportlich setzt die Klopp-Elf der ersten Halbzeit gleich zu Beginn die Krone auf. Unstopable-Mario-Götze im perfekten Zusammenspiel auf Rechtsaußen, Querpass und ein 23 Jähriger aus Dortmund Eving steht goldrichtig, stochert den Ball im zweiten Versuch über die Linie und erzielt sein Saisontor Nummer 2 – Drei zu Null nach 49 Minuten für unseren BVB! Und 75.000 Deutsche Meister stehen, die Laola rauscht zum durch das Stadion.

Der neuformierte HSV ist an diesem Abend kein Gegner auf Augenhöhe . Die Abwehr rund um den ehemaligen Blauen Westermann wirkt schwerfällig und langsam, besonders für unsere überfallartig schnellen Kombinationen. Vorne mühen sich Petric, Elia/Jansen und Guerrero/Ben-Hatira, doch das Aufbauspiel wirkt nicht eingespielt und ungenau. So kommt es, dass die beste Chance auf ein Tor, zu diesem Zeitpunkt muss man bereits von einem Ehrentreffer schreiben, bis zur 54. Minute auf sich warten lässt. Dann grätscht Petric eine Hereingabe von links knapp neben das Tor.

Laute Hamburger – normale Südtribüne

Kevin Großkreutz

In der Folge könnte man meinen, die Divise hieße „Kräfte schonen für die lange Saison“. Ganz gemächlich spielen die elf Borussen ihren Stiefel runter. Ähnlich tuen es die Fans. Mal mehr, mal weniger laut feiert das Stadion den gelungenen Saisonstart. Einzig das unsäglich „Scheiße 04“ will da nicht so ganz reinpassen, Derby ist schließlich erst im Herbst. „Wenn wir schon das Spiel verlieren, rocken wir wenigstens den Gästeblock“, dachten sich wohl die knapp 5000 Hamburger und wurden elf Minuten vor Schluss mit dem Ehrentreffer durch den eingewechselten Tesche belohnt. Der kurze Wackler weckte nicht nur die Borussen auf dem Platz nochmal auf, sondern auch die Süd gab daraufhin nochmal Dampf und sang den Meister zum letztlich ungefährdeten und kunstvollen 3:1 Erfolg.

Die Saison ist noch lang, aber dieser erste Auftritt unserer Truppe macht deutlich: Mit Borussia Dortmund ist auch 2011/2012 zu rechnen. Für den HSV und seiner neuformatierten Mannschaftwar unser eingespieltes Team sicherlich der schlechtmöglichste Auftakt-Gegner. Die schnellen und selbstsicheren Kombinationen war pures Gift für den Selbstfindungsprozess der Hansestädter.

Stimmungsmäßig gibt es, wie schon nach dem Sandhausen-Spiel berichtet, noch reichlich Potential. Im Vorfeld hatte THE UNITY im Vorspiel von einer „hohen Messlatte“ die wir Fans in der letzten Saison gelegt haben geschrieben. Zum ersten Saisonspiel konnte diese Messlatte nach einem starken Start nur noch selten erreicht werden. Der Gästeanhang hielt zwar nicht mit unserer choreografischen Einleitung mit, rockte dafür aber gerade nach dem aussichtlosen Rückstand von null zu drei mächtig die Nordtribüne, stark!

Nächsten Samstag darf die Klopp-Truppe sich dann bei der TSG Hoffenheim behaupten. Die Bustour der Fanabteilung ist bereits ausgebucht, wieder einmal werden zwei FA-Reisebusse zur Unterstützung unserer Mannschaft ausrücken. Für unser zweites Auswärtsspiel der Saison in Leverkusen könnt ihr euch hingegen ab kommender Woche noch anmelden.

Mario Götze bejubelt sein Tor

Die Daten zum Spiel:

Aufstellungen:

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Santana, Hummels, Löwe (75. Blaszcykowski) – Gündogan, Bender – Götze (75. Perisic), Kagawa (90. Kehl), Großkreutz – Lewandowski
Hamburger Sportverein: Drobny – Diekmeier, Mancienne, Westermann, Aogo – Rincón, Kacar (73. Tesche) – Töre, Guerrero (42. Ben-Hatira), Elia (46. Jansen) – Petric

Schiedsrichter:
Felix Brych – Mark Borsch, Marco Achmüller, Guido Winkmann

Tore: 16. Minute Kevin Großkreutz 1:0, 30. Minute Mario Götze 2:0, 49. Minute Kevin Großkreutz 3:0, 79. Minute Robert Tesche 3:1

Gelbe Karten: BVB: Lewandowski; HSV: Rincon, Kacar, Mancienne

 

Zuschauer: 80.720 (ausverkauft)

 

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