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FSE-Fankongress Istanbul 2012

Fußballfans aus ganz Europa reisten in der vergangenen Woche zum jährlichen Europäischen Fankongress von FSE, der vom 13.-15. Juli 2012 in Istanbul stattfand.

FSE ist das unabhängige, demokratische Netzwerk von Fußballfans aus ganz Europa, dessen Mitglieder derzeit mehr als 3 Millionen Fußballfans aus 41 Ländern vertreten. Der dreitägige Kongress wurde von Fangruppen der in Istanbul ansässigen Vereine Fenerbahce, Besiktas und Galatasaray organisiert, die zu diesem Anlass zum ersten Mal überhaupt zusammen arbeiteten. Jeder dieser Vereine bekam an jeweils einem Tag die Gelegenheit, seinen Verein und sein Stadion vorzustellen sowie einen Programmpunkt zu präsentieren.

FA mit zwei Vertretern vor Ort

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Die BVB | Fan-und Förderabteilung nahm mit zwei Vertretern (Christina Gassner und Tobias Westerfellhaus) an dem Kongress teil. Insgesamt hatten sich rund 400 Teilnehmer aus 32 Ländern zu der Veranstaltung angemeldet, um drei Tage lang Erfahrungen auszutauschen, über neue Entwicklungen zu diskutieren und gemeinsame Strategien zu verschiedenen Themenbereichen zu erarbeiten.

Darüber hinaus wohnten dem Kongress zahlreiche Vertreter nationaler und internationaler Institutionen bei, wie etwa nationaler Fußballverbände, der UEFA, der Europäischen Kommission, von FIFPro und Transparency International.  

Am Samstag standen insgesamt fünf verschiedenen, parallel stattfindende Workshops zu den Themen Ticketing und Visa-Problemen, Strafenkataloge im Fußball, Ausfälliges Verhalten, Stehplätze in Europa sowie zur Zukunft der Ultrakultur auf dem Programm.

Unterschiedlichste Wrokshop zu Fan-Themen

Die beiden Vertreter der BVB | Fan-und Förderabteilung nahmen an verschiedenen Workshops teil. In dem Workshop zum Thema Stehplätze ging es um die teils gegenläufigen Entwicklungen in Europa. Während die Stehtribünen in England wieder eingeführt werden sollen, wird in Deutschland derzeit eher über ihre Abschaffung diskutiert.

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Der Workshop zum Thema Ticketing und Visa-Probleme brachte vor allem die Erkenntnis, dass die deutschen Fans es vergleichsweise gut haben. Nicht nur sind die Tickets in Deutschland  – noch – einigermaßen bezahlbar, wir können auch nahezu uneingeschränkt reisen. Der Referent aus der Ukraine berichtete hierzu, dass die Auswärtsfahrten von Fans häufig bereits an den strengen Visabestimmungen scheiterte.

In dem Workshop „Ausfälliges Verhalten Vs. Fankuktur“ berichteten die Teilnehmer über regionale Probleme und Unterschiede. In Griechenland gibt es beispielsweise aktuell einen Gesetzentwurf, der das Anreisen bei sämtlichen Auswärtsspielen griechischer Mannschaften außerhalb von polizeilich-organisierten Fahrten komplett verbietet und bei einem Verstoß empfindliche Strafen für Fußballfans vorsieht.

Ein weiteres Thema waren die europaweit ausgesprochenen Sanktionen für Vereine. Fananwalt Marco Noli (www.fananwaelte.de) aus München berichtete zu diesem Thema, dass die Vereine bei ungerechtfertigten Sanktionen bisher nie den Weg der ordentlichen Gerichtsbarkeit gesucht hätten, sondern nur vor die Verbandsgerichte gezogen seien, obwohl, so Noli, die Strafen ohne nachgewiesene Schuld gegen geltendes EU-Recht verstießen.  Anwesende Vereinsvertreter griffen diese Forderung auf, gaben jedoch zu bedenken, dass sie bei der Anrufung eines ordentlichen Gerichts den Ausschluss aus den Verbänden und den internationalen Wettbewerben zu befürchten hätten und deshalb bisher nie diesen Weg gegangen seien.

Mitgliederversammlung bestimmt neues Komitee

Am Sonntag fand die jährliche Mitgliederversammlung von FSE statt, bei der  auch das neue Komitee für die kommende Saison gewählt wurde Im nächsten Jahr besteht das Komitee aus Kevin Miles (England), Martin Endemann (Deutschland), Riccardo Bertolin (Italien), Joanna Laska (Polen), Michal Riecanský (Slowakei), Linda Hadorn (Schweiz) und Igor Gomonai (Ukraine). Neben den gewählten Komiteemitgliedern haben auch der Leiter des neu-gegründeten Fachbereichs Anti-Diskriminierung, Goran Malic (Kroatien), sowie der Leiter des Fachbereichs Fanbotschaften, Michael Gabriel (Deutschland), und FSE-Koordinatorin und -Geschäftsführerin Daniela Wurbs (Deutschland) einen ständigen Sitz im Komitee.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung gab es zudem einen Eilantrag, der die Entscheidung des Deutschen Fußballbundes zum Verbot von Vorbereitungstestspielen gegen türkische Clubs klar verurteilte und von den FSE-Mitgliedern ebenfalls voll und ganz unterstützt wurde.

Am Rande der Veranstaltung nutzten die beiden Vertreter der Fanabteilung zudem die Gelegenheit, internationale Netzwerke aufzubauen oder zu verstärken.

Wir danken an dieser Stelle allen Beteiligten für den perfekt organisierten Ablauf und das informative und abwechslungsreiche Programm des Fankongresses 2012.

Eure BVB | Fan- und Förderabteilung

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