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BVB-Legende „Aki“ Schmidt wird „80“

BVB-Legende „Aki“ Schmidt wird „80“

Das jugendliche Bürschen, das sich im Juli 1956 zu seinem ersten BVB-Training bei Trainer Helmut Schneider anmeldete, war gerade einmal 20 Jahre alt und stammte aus Berghofen. Damals konnte niemand ahnen, dass in diesem jungen Mann ein außerordentliches fußballerisches Talent schlummerte, das ihm eine großartige nationale und internationale Karriere bescheren sollte. Sein Name: Alfred Schmidt, den seit Jahrzehnten jeder nur „Aki“ nennt und der am 5. September 2015 sein 80. Lebensjahr vollendet. Dazu gratulieren wir herzlich!

Der erste Verein des Schüler- und Jugendkickers Alfred Schmidt war die SpVggBerghofen. Seit er 1946 allerdings den BVB in einem Spiel gegen Witten im Hoeschpark gesehen hatte, schlug sein Herz für die Borussen. Sein größter Wunsch: Bei diesem Club spielen zu dürfen.

1956 also war es soweit. Schneider erkannte sein großes Talent als Mittelfeldstratege. Es dauerte nur wenige Wochen, und der Name Schmidt tauchte in der ersten Mannschaft auf. Zunächst gegen Ulm 46 und den Karlsruher SC „in Freundschaft“ und als Einwechselspieler. Doch schon am 19. August 1956 spielte er im ersten Punktspiel der Oberliga-Saison 1956/57 munter mit. Die großen Namen seiner Mannschaftskameraden wie Kwiatkowski, Michallek, Kelbassa, Preißler, Niepieklo, Schlebrowski oder Peters schienen ihn geradezu zu beflügeln.

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Im September 56, im dritten Qualifikationsspiel des BVB für die Hauptrunde des Europapokals der Landesmeister gegen Spora Luxemburg, wartete seine erste internationale Bewährungsprobe, die er glänzend bestand. Es ging eben alles rasend schnell in der Karriere des aufgehenden BVB-Sterns. Sepp Herberger wurde auf ihn aufmerksam und machte ihn bereits im Frühjahr 1957 in der Partie Holland – Deutschland zum Nationalspieler. Als Dank für das große Vertrauen des Bundestrainers schoss der Debütant dann auch beim 2:1-Sieg des DFB-Teams gleich „sein“ Premierentor. Das war ein gelungener Einstand!

Aki Schmidts Erfolge als Spieler sind eindrucksvoll: Deutscher Vizemeister 1961, Deutscher Meister 1963, DFB-Pokalsieger 1965, Europapokalsieger 1966. Der großartige Mittelfeldstratege bildete zunächst mit Jürgen Schütz und Timo Konietzka und danach mit Siggi Held und Lothar Emmerich gefürchtete Sturmtrios, die in Wirkung und Effizienz nur noch mit den legenären „Drei Alfredos“ aus den 1950er Jahren zu vergleichen sind. Natürlich ist er auch einer unserer Benficahelden und nahm an beiden Spielen gegen den damaligen Welt- und Europapokalsieger teil.

Selbst die tollste Karriere erfährt da und dort Rückschläge. Das gilt auch für unseren Aki. Obwohl bereits Nationalspieler, fand er keine Berücksichtigung beim Endspiel um die Deutsche Fußball-Meisterschaft 1957 gegen den HSV, das BVB-Trainer Helmut Schneider mit der identischen Aufstellung bestreiten wollte wie im Jahr zuvor, um eine fußball-geschichtliche Einmaligkeit zu schaffen.

Bis in die 1990er Jahre hinein war Aki Schmidt der erfolgreichste BVB-Spieler der Vereinsgeschichte. Erst Stefan Reuter und Lars Ricken konnten mit ihren nationalen und internationalen Titeln an ihm vorbei ziehen.

In der Nationalmannschaft wurde Schmidt von 1956 bis 1964 in 25 Länderspielen eingesetzt, war 1958 WM-Teilnehmer in Schweden und danach der erste Kapitän der Nationalelf aus dem „Hause“ BVB.

Seine Bilanz kurz und knapp im Überblick:

195 Spiele in der Oberliga West; 57 Tore

81 Bundesligaspiele; 19 Tore

25 Europacupspiele; 3 Tore

25 A-Länderspiele, 8 Tore, WM-Vierter 1958

BVB-Mannschaftskapitän als Nachfolger von Willi Burgsmüller ab 1964.

 

1966/67 besuchte Aki Schmidt mit Erfolg die Sporthochschule Köln und machte dort die Lizenz als Fußballlehrer. Seine Trainerstationen wurden Jahn Regensburg, Kickers Offenbach, Preußen Münster und der FK Pirmasens. Der Deutsche Pokalsieg 1970 mit dem Zweitligisten Kickers Offenbach ist fraglos die besondere „Duftmarke“ seines Trainertätigkeit.

Der lebensbejahende Aki Schmidt ist auch ein begnadeter Entertainer und als solcher einsame Klasse. Er griff bereits in seiner Zeit als Nationalspieler gern zum Akkordeon, um die Kollegen zu unterhalten. Kaum ein Lied, das der Aki nicht spielte und sang. Im Mai 2011 landete er gemeinsam mit der „Casino Band“ den Hit „Rubbeldiekatz am Borsigplatz“, der problemlos in den Chards landete und praktisch der BVB-Song der Deutschen Meisterschaft 2011 wurde. Der Begriff „Rubbeldiekatz“ war, man höre und staune, sogar in der näheren Auswahl für das „Jugendwort 2011“.

Legendär sind auch seine Stadionführungen, über Jahre hinweg mit seinem Freund Lothar Emmerich durchgeführt. Die Teilnehmer schwärmen heute noch von den einmalig erfrischenden Geschichten der beiden fußballerischen Ausnahmekönner.

Dass Aki Schmidt mit seinen jetzt 80 Lenzen dem BVB durch seine Tätigkeit im Ältestenrat noch treu verbunden ist, kann bei dieser Vita niemanden verwundern. Möge es noch viele, viele Jahre so bleiben.

Nochmals herzlichen Glückwunsch, lieber Aki!!

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