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Boykott in Hamburg: Der deutsche Meister geht raus

Samstagnachmittag 15.30 Uhr, Hamburger Volksparkstadion: Pünktlich zum Anpfiff verlassen viele BVB-Fans den Stehplatzblock im Gästebereich. Mit der Aufforderung „Deutsche Meister geht raus!“ an alle anderen Borussen mitzumachen, ziehen sie aus dem Stadion. Niemandem fällt das leicht, trotzdem sehen sich die Fans sehen sich gezwungen, ihr Team ausnahmsweise nicht lautstark im Stadion zu unterstützen.

Aus Sorge, dass die Vereine  bei den Tickets weiter an der Preisspirale drehen und sich die meisten Fans den Stadionbesuch in Zukunft nicht mehr leisten können, wollen sie ein deutliches Zeichen setzen. Der Stehplatzblock soll eindrucksvoll zeigen, wie das Stadion bald aussehen könnte, wenn Fußballkarten nicht mehr für alle bezahlbar sind.

Gute Stimmung und kreative Aktionen vor dem Spiel

IMG 0219 logoVor dem Spiel wirkt fast alles wie immer. Der Stehplatzblock füllt sich langsam und als die Spieler zum Aufwärmen den Rasen betreten, wird es im Dortmunder Block ein erstes Mal richtig laut.

Die lauten Gesänge der BVB-Fans gelten jedoch nur zum Teil der Motivation der Spieler. Immer wieder sind stattdessen „Fußball muss bezahlbar sein!“ und „Für den Erhalt der Fankultur“ zu hören. Dazu werden Doppelhalter mit dem Kein-Zwanni-Logo und Graffiti-Schals mit den Aufschriften „Preisspirale stoppen“, „Kein Zwanni“ und „Fußball muss bezahlbar sein“ hochgehalten. Über dem Stehplatzblock prangt ein großes schwarz-gelbes „Fußball muss bezahlbar sein“-Spruchband, die Forderung wird durch weitere Banner wie „Purer Fußball statt Geldgier und Kommerz“ und „Am Ball bleiben für faire Eintrittspreise“ ergänzt. Als die Fans mit dem Abpfiff lautstark das Stadion verlassen, prangt vor dem unteren Bereich des Stehplatzblocks groß „Diese Preise werden bestreikt!“.

Wer das Stadion vor dem Anpfiff betritt, kann den Boykott nicht übersehen. Schon an den Zäunen vor dem Stadion hängen riesige Spruchbänder mit der Absicht des Protests: „Fußball muss bezahlbar sein“. Beim Betreten des Stadion bekommt jeder Fan im Gästebereich von Helfern des Kein-Zwanni-Bündnisses einen Flyer zum Boykott, verbunden mit der Einladung sich anzuschließen.

Diskussionen um Notwendigkeit

IMG 0243 KopieEs entstehen viele lebhafte und konstruktive Diskussionen über die Notwendigkeit des Boykotts und Erfolgsaussichten der Kein-Zwanni-Aktion. Viele Diskussionen werden nur durch die lauten „Fußball muss bezahlbar sein“-Gesänge unterbrochen. Bis zum Anpfiff fühlt sich der Stehplatzblock zwar, trotzdem ist es längst nicht so voll wie bei den Auswärtsspielen in Hamburg vor den Boykott-Aufrufen. Viele haben ihre Karten offenbar verfallen lassen.

Als der Boykott mit dem Anpfiff des Spiels beginnt, verlassen über 1000 BVB-Fans den Block. Vor den Stadiontoren treffen sie auf weitere Schwarz-Gelbe, die dem Boykott-Aufruf für die Sitzplätze gefolgt sind, sich keine Karte gekauft haben und trotzdem in die Hansestadt gekommen sind.

Noch bevor die meisten Fans vor dem Stadion angekommen sind, fällt das 0:1 für Hamburg.

Vor dem Stadion erklingt „Heja BVB“, alle singen von Borussia Dortmund als Droge und immer wieder „Fußball muss bezahlbar sein“. Nach einem Gruppenphoto löst sich der Pulk der Boykotteure am Ende der ersten Halbzeit auf. Einige fahren direkt nach Hause, hören den Rest des Spiels im Radio. Andere versuchen die nächstgelegenen Kneipen zu finden, um die zweite Halbzeit wenigstens im TV verfolgen zu können. Noch haben sie Hoffnung auf den Sieg.

Links:

Fotos Boykott

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