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Theo Redder: Hart und kompromisslos gegen sich und andere

Theo Redder: Hart und kompromisslos gegen sich und andere

Kwiatkowski; Burgsmüller, Redder; Kurrat, Paul, Schmidt; Cyliax, Schütz, Wosab, Konietzka, Roggensack. Das war die durchaus prominente Aufstellung des BVB am 23. September 1962 im Auswärtsspiel gegen den ETB Schwarz-Weiß Essen, das die Jungs vom Borsigplatz mit 1:2 verloren.

Gleichzeitig war es das erste Match des Blondschopfs Theo Redder in schwarz und gelb, mit dem er seine ausgesprochen erfolgreiche Karriere bei Borussia Dortmund – wenn auch mit einer Niederlage – einleitete.

Sein zweiter Einsatz im März 1963 brachte dann gegen Viktoria Köln seinen ersten Sieg und die Genugtuung, dass er mit dem bekannten Amateur-Nationalstürmer Carl-Heinz Rühl, der in den späten 1970er Jahren auch einmal den BVB trainierte, einen sehr arrivierten Spieler in seine Schranken verweisen konnte. Am heutigen 19. November 2021 feiert der 1941 geborene Theo Redder seinen 80. Geburtstag.

Das besondere Markenzeichen des linken Verteidigers war sein unerbittliches Tackling, das er mit atemberaubender Konsequenz praktizierte. Damit war er der Prototyp des äußerst unangenehmen Gegenspielers. Ian Callaghan, Liverpools Flügelflitzer im Europapokal-Endspiel zu Glasgow 1966, kann davon ein Liedchen singen. Ähnlich wie viele, viele andere nationale und internationale Außenstürmer, die mit Redder die fußballerischen Klingen kreuzten!

Zum BVB stieß der gelernte Bäcker, der später erfolgreich seinen “Meister” baute und sich seine ersten fußballerischen Sporen beim SC Preußen Werl verdiente, in der Saison 1962/63. Borussias Trainer Hermann Eppenhoff formte den talentierten Außenverteiger zu einem Akteur von internationalem Format. Redder hat immer betont, dass er Eppenhoff, der sowohl strenger Fußballlehrer als auch Freund der Spieler war, sehr viel für seine Karriere zu verdanken hat.

Der Deutsche Meister 1963, DFB-Pokalsieger 1965 und Europacupsieger 1966 gehört auch zu den legendären Benfica-Helden, die die damals beste Vereinsmannschaft der Welt im Stadion “Rote Erde” mit sage und schreibe 5:0 vom Platz fegten. Sein Gegner in diesem Spiel hieß Jose Augusto und war einer der besten Außenstürmer des Kontinents.

Theo Redder wurde von Bundestrainer Sepp Herberger leider nur ein Mal – gegen Finnland zu Herbergers Abschiedsspiel –  in die Deutsche Nationalmannschaft berufen. Gemeinsam mit seinen BVB-Kollegen Tilkowski, Schmidt, Konietzka und Sturm stand er in jener Elf, die die Skandinavier 1964 mit 4:0 besiegte. Herberger-Nachfolger Helmut Schön nominierte ihn nicht, was viele Fachleute mit einem ungläubigen Kopfschütteln quittierten.

Nach seiner aktiven Zeit – er musste seine Karriere beim BVB  schon mit 28 Jahren beenden – kümmerte sich Redder über viele Jahre hinweg liebevoll um die schwarz-gelbe Traditionsmannschaft. Beruflich übernahm er nach dem Tod seines Vaters die elterliche Konditorei in Wickede an der Ruhr und arbeitete später als Bäckermeister bei Karstadt in Dortmund.

Bis heute wirkt der gebürtige Werler im Ältestenrat von Borussia Dortmund als Stellvertreter und rechte Hand des Vorsitzenden Wolfgang Paul, mit dem er gemeinsam 1966 den Europacup der Pokalsieger gegen den FC Liverpool gewann.

Insgesamt blickt Theo Redder beim BVB auf zwei Oberligaspiele, 115 Bundesligabegegnungen und 16 Europapokalpartien zurück.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Theo Redder, und alles erdenklich Gute für die Zukunft!!

An dieser Stelle erscheinen an verschiedenen Jahrestagen von schwarzgelben Ereignissen kurze Geschichten oder Anekdoten, die in Zusammenarbeit mit der AG Tradition der BVB Fan- und Förderabteilung und dem BORUSSEUM veröffentlicht werden.