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Lothar „Emma“ Emmerich vor 80 Jahren geboren

Lothar „Emma“ Emmerich vor 80 Jahren geboren

Lothar Emmerichs fußballerische Karriere ist untrennbar mit seinem „Tor des Jahrhunderts“ im WM-Vorrundenspiel 1966 gegen Spanien in Birmingham verbunden. Dieser Treffer machte den schussgewaltigen Außenstürmer aus DO-Dorstfeld, von dem das geflügelte Wort: „Gib mich die Kirsche!“ stammt, auf einen Schlag weltberühmt.

„Emma,“ wie er nur genannt wurde, erreichte einen Ball praktisch unmittelbar vor dem Überschreiten der Grundlinie und hämmerte ihn dann fulminant aus geradezu aberwitzigem Winkel in das obere Tordreieck des von Spaniens Nationalkeeper Iribar gehüteten Tores. Die Reporter kabelten die Geschichte vom legendären „Tor des Jahrhunderts“ in alle Welt.

Der Baske Iribar erzählte später gern, dass er monatelang von diesem unmöglichen Treffer geträumt habe. Bundestrainer Helmut Schön blieb nichts anderes übrig, als Emmerich auch im Endspiel gegen England einzusetzen, das Deutschland ja höchst spektakulär und umstritten mit 2:4 verlor.

Geboren wurde Lothar „Emma“ Emmerich am 29. November 1941 in DO-Dorstfeld. Heute, am 29. 11. 2021, wäre der Bergmannssohn und gelernte Kfz-Mechaniker also 80 Jahre alt geworden.

Emmerich kam 1960 von Dorstfeld 09, wo er seit seinem zehnten Lebensjahr dem runden Leder nachjagte, zum Borsigplatz und imponierte schon bald mit seiner Schusskraft, die ihm den Ehrennamen „Der Mann mit der linken Klebe“ einbrachte. „Entdeckt“ und zum BVB geholt hatte ihn  der damalige Borussen-Trainer Max Merkel („Mit Zuckerbrot und Peitsche“), der in der „Nach-Preißler-Ära“ einen Verjüngungsprozess mit Leuten wie Schütz, Konietzka, Kurrat und eben „Emma“ einleitete.

Mit dem BVB wurde Emmerich 1965 DFB-Pokalsieger und ein Jahr später im Hampden Park zu Glasgow gegen den FC Liverpool Deutschlands erster Europacupsieger. Gemeinsam mit Siggi Held bildete er das europaweit gefürchtete Duo „The terrible Twins“ – die schrecklichen Zwillinge. Unvergesslich sind seine Tore gegen West Ham United im Halbfinale des Europapokals 1966, die die Tür nach Glasgow öffneten. West Ham war damals ein absoluter europäischer Spitzenclub, der mit drei späteren Weltmeistern – Bobby Moore, Martin Peters und Geoff Hurst – zu den Semifinals  in London und in Dortmund antrat.

Lothar Emmerich absolvierte für den BVB 32 Oberliga-, 183 Bundesliga- und 21 Europacupspiele, in denen er 141 Treffer erzielte. 1966, in seinem erfolgreichsten Jahr und 1967 (gemeinsam mit dem Bomber der Nation Gerd Müller) wurde „Emma“ Torschützenkönig der Bundesliga. Sein Saison-Torrekord liegt bei 31 Treffern.

Der fünfmalige Nationalspieler verließ den BVB 1969 in Richtung Belgien. Bei Berschoot wurde er auch Belgiens Torschütze des Jahres. Ähnlich erfolgreich war er danach in Klagenfurt, wo er erneut seine Qualitäten als Torjäger unter Beweis stellte. Nach seiner aktiven Karriere wurde er Trainer und kehrte 1999 nach Dortmund zurück. Hier fand er beim BVB als Fan-Beauftragter eine neue Aufgabe, der er sich mit Leidenschaft und Freude bis zu seinem Tode 2003 verschrieb.

Der 13. August 2003 wurde ein sehr trauriger Tag für den nationalen und internationalen  Fußball. Die Nachrichten mussten nämlich vermelden, dass auch Helmut „Boss“ Rahn das Zeitliche gesegnet hatte. Damit waren mit  Lothar Emmerich und Helmut Rahn, dem unsterblichen „Helden von Bern“ 1954, zwei der spektakulärsten Außenstürmer der deutschen Fußball-Geschichte iüberhaupt nnerhalb weniger Stunden verstorben.

Zu „Emmas“ Beerdigung auf dem Bezirksfriedhof DO-Marten kam auch „Kaiser“ Franz Beckenbauer, der  seinem WM-Gefährten von 1966 gemeinsam mit  Hunderten Fußballfreunden das letzte Geleit gab. Die BVB-Fans hatten ein riesiges Transparent produziert, auf dem als letzter Gruß stand:„Danke, Emma!“ Dem ist nichts hinzuzufügen!

An dieser Stelle erscheinen an verschiedenen Jahrestagen von schwarzgelben Ereignissen kurze Geschichten oder Anekdoten, die in Zusammenarbeit mit der AG Tradition der BVB Fan- und Förderabteilung und dem BORUSSEUM veröffentlicht werden.