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Franz Brungs: Ein „Goldköpfchen” wird 85

Franz Brungs: Ein „Goldköpfchen” wird 85

Auf den Rängen des Stadions „Rote Erde” drängelten sich am 4. Dezember 1963 fast 45.000 begeisterte Besucher. Unter ihnen die elf Bergleute, die knapp einen Monat zuvor durch das tragische Bergwerksunglück von Lengede verschüttet und Tage später höchst spektakulär gerettet worden waren.  Dies ist als das „Wunder von Lengede” in die Geschichte eingegangen.

Die Fußballfans in ganz Deutschland warteten mehr als gespannt auf den Auftritt von Benfica Lissabon, dem zweifachen Europapokalsieger und Gewinner des Weltpokals und damit eine der besten Mannschaften der Welt.

Dank großartiger Paraden von Hans Tilkowski hatte die Borussia das Hinspiel im Europapokal der Landesmeister in Lissabon Anfang November nur mit 1:2 verloren. Also musste das Rückspiel in Dortmund die Entscheidung bringen.

Der 4. Dezember war bitterkalt. Das schmeckte den Gästen von der iberischen Halbinsel gar nicht. Sie waren auch im Winter an angenehme Temperaturen gewöhnt. Ganz anders der BVB. Unbeeindruckt von der Kälte spielte er sich, gewandet in die legendären Flutlicht-Trikots, in einen regelrechten Rausch hinein und trumpfte ganz groß auf.

Das 1:0 markierte „Schlitzohr” Timo Konietzka (33.) in seiner unnachahmlichen Art. Dann folgten die berühmten drei Treffer von „Goldköpfchen” und Kopfballspezialist Franz Brungs (35., 37. und 46.), der sich damit innerhalb von zwölf Spielminuten mit mehreren Ausrufezeichen in die Annalen des Europapokals eintrug und für den BVB unsterblich wurde. Das fünfte Tor ging auf Reinhold Wosabs Konto. Borussia feiertemit diesem Kantersieg den größten Triumph der bisherigen Vereinsgeschichte. Ein Triumph, der bis heute unvergessen ist und um den sich zahllose Legenden ranken.

Der Mann des Abends war das eben zitierte „Goldköpfchen,” Franz Brungs mit Namen. Er hatte an diesem Tag auch noch Geburtstag und machte sich selbst die schönsten Geschenke. Der dreifache Torschütze war genau am 4. 12. 1936 auf die Welt gekommen und wurde somit 27 Jahre alt. Brungs kam zu Beginn der Saison 1963/64 als Nachfolger von Jürgen Schütz als Mittelstürmer zum Borsigplatz und blieb bis 1965 in Dortmund.

Die erste Partie für seinen neuen Club absolvierte er beim Bundesligastart in Bremen. Vier Monate später wurde er dann einer der legendären “Benfica-Helden. Genau genommen ist er „der” Benfica-Held schlechthin. Der  nur 1,70 m große Kopfballspezialist war im Europapokal-Wettbewerb 63/64 auch gegen Dukla Prag und  beim 2:2  zu Hause gegen Inter Mailand erfolgreich. Gegen Inter gingen beide BVB-Treffer auf sein Konto! Der Blondschopf, der bei Karstadt in der Sportabteilung arbeitete, war bei beim Borussen-Anhang sehr beliebt.

Ohne im Endspiel zum Einsatz gekommen zu sein, wurde Brungs mit dem BVB auch DFB-Pokalsieger 1965. Für die Schwarz-Gelben absolvierte er insgesamt 54 Bundesliga-Spiele mit 23 Toren und zehn Europacup-Partien, in denen er acht Treffer markierte. 1965 wechselte der „goldblonde Franz” zum 1. FC Nürnberg, wo er seine erfolgreichste Zeit erlebte. In drei Saisons brachte er es auf respektable 50 Tore und wurde 1968 mit den „Glubberern” Deutscher Fußball-Meister.

Heute wird Franz Brungs, das unvergessene „Goldköpfchen”, 85 Jahre alt. Wir gratulieren herzlich und wünschen alles erdenklich Gute!!

An dieser Stelle erscheinen an verschiedenen Jahrestagen von schwarzgelben Ereignissen kurze Geschichten oder Anekdoten, die in Zusammenarbeit mit der AG Tradition der BVB Fan- und Förderabteilung und dem BORUSSEUM veröffentlicht werden.