• english
  • polski
  • tuerkce
  • espanol
  • nippongo
  • hindi
  • thai
Du bist hier: Startseite » Neuigkeiten » Flemming Povlsen: Ewiger Sympathieträger des BVB wird 55
Flemming Povlsen: Ewiger Sympathieträger des BVB wird 55

Flemming Povlsen: Ewiger Sympathieträger des BVB wird 55

„Für mich war der Gewinn der Europameisterschaft 1990 das Größte meiner Laufbahn. Wir reisten als Lückenbüßer an und konnten mit unserer unbeschwerten Art zu spielen ganz Fußball-Europa begeistern!“ Der Mann, der diese Worte nach dem großen Sieg Dänemarks über Deutschland im Endspiel um die Europameisterschaft  aussprach, heißt Flemming Povlsen und wird heute 55 Jahre alt.

Flemming Povlsen wurde am 3. Dezember 1966 geboren. Er machte brav sein Abitur, bevor er über Viby IF, Aarhus GF, FC Castilla, den 1. FC Köln und PSC Eindhoven 1990 als frisch gebackener Europameister zum BVB stieß. Unter Trainer Horst Köppel saß er öfter, als ihm lieb war, auf der Bank. Das änderte sich mit der Verpflichtung von Ottmar Hitzfeld, der die läuferischen und kämpferischen Qualitäten des jungen Dänen sehr zu schätzen wusste. Povlsen, mit großem Spielverständnis ausgestattet, war während der gesamten 90 Minuten eines Spiels permanent in Bewegung war und brachte damit die meisten Abwehrspieler zur Verzweiflung.

Wegen seines unermüdlichen Einsatzes genoss er auch bei den BVB-Fans schon bald Kultstatus. Er galt mit seinem Einsatz als „einer von uns“ und fast als die Seele des BVB-Spiels. Leider hatte der begnadete Angriffsspieler vor dem Tor nicht die Kaltschnäuzigkeit anderer Stürmerkollegen. Unabhängig davon war er für den BVB von außergewöhnlichem Wert und wurde menschlich über alle Maßen geschätzt. Insgesamt absolvierte Flemming Povlsen für den BVB 116 Bundesliga-  und 21 Europacupspiele. Dabei erzielte er 41 Tore.

Leider wurde Povlsens Karriere viel zu früh durch zwei folgenschwere Verletzungen beendet. Er erlitt in beiden Knien Bänderabrisse, die ihn jeweils ein halbes Jahr außer Gefecht setzten. Deshalb kam Povlsen in der Saison 1994/95 auch nur zu sechs Bundesligaeinsätzen. Als Ottmar Hitzfeld ihn nach seiner Genesung am 11. März 1995 im Spiel gegen Eintracht Frankfurt in der 75. Minute aufs Feld schickte, gab es stehende Ovationen von den Rängen.

Bedauerlicherweise mussten sich der BVB und Flemming Povlsen mit der traurigen Erkenntnis abfinden, dass die Folgen der Verletzungen in die  Sportinvalidität führten. Der Abschied von Flemming Povlsen wurde im Rahmen des Meisterschaftswochenendes 1995 auf dem Friedensplatz „gefeiert“. Zunächst nahmen am Samstagmorgen vor dem letzten Bundesligaspiel Zehntausende ganz persönlich „von ihrem Flemming“ Abschied. Alle durften auf die Bühne kommen, Povlsen die Hand schütteln, ihn in dem Arm nehmen und ihm kleine Präsente überreichen.

Stundenlang ließ der gerührte Flemming alles über sich ergehen. Es war überwältigend. Danach wurde die letzte Bundesligapartie des Saison 1994/95, das der BVB mit 2:0 gegen den HSV gewann, live auf dem Friedensplatz übertragen. Die vierte „Deutsche“ war unter Dach und Fach und Flemming Povlsen neben allen seinen anderen Erfolgen zum guten Schluss auch noch Deutscher Fußballmeister geworden.

Die Meisterfeier am folgenden Sonntag brachte eine weitere emotionale Steigerung. Wohl alle auf dem Friedensplatz waren gerührt, als sich die Mannschaft um Povlsen und seine Frau Dorte Jensen versammelte, um sie zu den Klängen des Liedes „Niemals geht man so ganz“ der Kölner Sängerin und Kabarettistin Trude Herr zu verabschieden.

Flemming Povlsen, der neben dänisch auch englisch, spanisch, holländisch und deutsch spricht, ging anschließend in seine Heimat zurück, wo er Trainer und Fußballkommentator wurde.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag  und alles Gute für die Zukunft.

An dieser Stelle erscheinen an verschiedenen Jahrestagen von schwarzgelben Ereignissen kurze Geschichten oder Anekdoten, die in Zusammenarbeit mit der AG Tradition der BVB Fan- und Förderabteilung und dem BORUSSEUM veröffentlicht werden.