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8. Dezember 1936: Lothar Geisler in Dortmund geboren

8. Dezember 1936: Lothar Geisler in Dortmund geboren

August Lenz, Borussia Dortmunds erster Nationalspieler, kam 1924 als noch nicht einmal 14-Jähriger zum BVB und war die ersten Jahre seiner Fußball-Karriere Torwart. Erst durch Zufall wurde er als Feldspieler entdeckt. Auch Lothar Geisler begann 1948 als „Zerberus“ bei seinem ersten Verein, dem VfL Kemminghausen.

Nach dem Wechsel zum TuS Eving-Lindenhorst zwei Jahre später war diese Zeit allerdings schon wieder beendet. Man sah jetzt seine Talente mehr als Abwehrspieler, und zwar als Mittelläufer im sog. WM-System. Zum BVB kam Lothar Geisler über die weitere Zwischenstation VfL Bochum, wo er von 1957 – 1959 kickte. Als der BVB sich für ihn interessierte, war er gleich Feuer und Flamme.

Wieder in seiner Heimatstadt und dann noch beim BVB spielen zu dürfen – das hatte was! Dafür akzeptierte er sogar eine einjährige Verbandssperre. Richtig los bei der Borussia ging es für Geisler  ab der Saison 1960/61. Trainer bei den Schwarz-Gelben war jetzt der Wiener Max Merkel, der mit „Zuckerbrot und Peitsche“ arbeitete, Der BVB befand sich im Umbruch. Akteure wie Max Michallek, Elwin Schlebrowski und Ady Preißler machten Nachwuchsspielern wie Hoppy Kurrat, Rolf Thiemann, Lothar Geisler, Jürgen Schütz und Timo Konietzka Platz.

Das Experiment mit der Jugend gelang. Schon 1961 wurde der BVB mit Lothar Geisler im Abwehrzentrum Deutscher Vizemeister gegen den 1. FC Nürnberg. Das Jahr 1963 wurde dann für  den stets bescheiden und ruhig auftretenden „Mr. Zuverlässig“ Lothar Geisler besonders wichtig, weil besonders erfolgreich.

Zunächst heimste er mit seinem Team durch dem 3:1-Endspielsieg über den 1. FC Köln den lange erträumten Deutschen Meistertitel ein, und dann gehörte er auch zu den unvergesslichen „Benfica-Helden,“ die den amtierenden Europapokalsieger von der iberischen Halbinsel am 4. Dezember 1963 mit 5:0 förmlich aus der Roten Erde schossen. Auch in den folgenden Landesmeisterspielen gegen Prag und Inter Mailand war Geisler mit von der Partie. Die BVB-Abwehr mit Tilkowski; Burgsmüller, Cyliax; Kurrat, Geisler und Bracht hatte mittlerweile in ganz Europa einen exzellenten Ruf!

Lothar Geisler blieb bis 1967 beim BVB. Am DFB-Pokalendspiel 1965 und den Partien im Europacup der Pokalsieger im Jahr danach nahm er allerdings nicht mehr teil. Wolfgang Paul spielte als sein Nachfolger jetzt den Part des Mittelläufers.

Nach seiner aktiven Zeit wurde der passionierte Angler Trainer und gab seine große Erfahrung mit Erfolg an den fußballerischen Nachwuchs weiter. Nicht zu vergessen: Fast 40 Jahre lang war er eine Stütze der BVB-Traditionsmannschaft. Geisler, der in DO-Wickede unweit seines Freundes Gerd Cyliax wohnte, starb Ende April 2019 im Alter von 82 Jahren.

Heute vor 85 Jahren wurde Lothar Geisler geboren. Deshalb erinnern wir gern an diesen untadeligen Sportsmann, der mit dem BVB große Erfolge feiern durfte.

An dieser Stelle erscheinen an verschiedenen Jahrestagen von schwarzgelben Ereignissen kurze Geschichten oder Anekdoten, die in Zusammenarbeit mit der AG Tradition der BVB Fan- und Förderabteilung und dem BORUSSEUM veröffentlicht werden.