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Vor 60 Jahren: Das legendäre Duo Schütz/Konietzka wird geboren

Vor 60 Jahren: Das legendäre Duo Schütz/Konietzka wird geboren

Wenn die Dortmunder Jungs in den frühen 1960ern auf ihren Straßen oder Schulhöfen kicken wollten, dann wurde zunächst gewählt. Standen die Mannschaften fest, gab es in aller Regel eine heftige Diskussion, die zumeist wie folgt verlief: Frage: „Und wer bist Du?” Antwort: „Ich bin Jürgen Schütz!“

Gegenrede: „Wer bist Du? Jürgen Schütz? Das ich nicht lache! Ich bin Jürgen Schütz. So wie immer!“ Danach folgten häufig verbale Entgleisungen oder sogar Rangeleien, bis sich der „wahre“ Jürgen Schütz dieses Tages durchgesetzt hatte. Ähnlich ging es in Sachen Timo Konietzka. Auch hier gab es jede Menge Aspiranten auf den Namen und sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wer im aktuellen Spiel der Timo sein durfte.

Wer waren die Herren Schütz und Konietzka, um die es hier ging, eigentlich?

BVB 1963 - Jürgen Schütz

Jürgen Schütz (2. Bild) und Friedhelm Konietzka, wie Letzterer damals noch hieß, waren vor etwa 60 Jahren die erklärten Idole der Dortmunder Fußballfans. Sie verzauberten mit ihrer unnachahmlichen Art Fußball zu spielen, ja, zu zelebrieren, praktisch alle, die es mit den Schwarzgelben hielten.
Technisch überragend, voller Esprit, schnell, torgefährlich, so gut wie nicht zu bremsen.

Diese Attribute charakterisieren sie, die in vollendeter Manier miteinander harmonierten, treffend. Was die beiden Superkicker auf den grünen Rasen veranstalteten, war allererste Sahne. Dass sie ihre Gegner häufig genug mit schelmischem Humor düpierten, brachte ihnen die anerkennende Bezeichnung „Max und Moritz“ ein.

Ihre ersten Gehversuche beim BVB machten sie 1959 unter Trainer Max Merkel, dem Verfechter von „Zuckerbrot und Peitsche!“ Der Jürgen kam von Urania Lütgendortmund, der „Timo“ – den Spitznamen verpasste ihm Helmut „Jockel“ Bracht – von Lünen 08 zum Borsigplatz. Die „Geburt“ des ruhmreichen Duos datiert sich auf den 22. April 1959. Damals spielten sie zum allerersten Mal zusammen in der 1. Mannschaft von Borussia Dortmund.

Tore wie vom Fließband: Schütz kam auf 31, Konietzka auf 27 Treffer

Der Gegner hieß Lünen 08, die Begegnung war quasi ein Ablösespiel für den Timo. Der BVB, das nur der Vollständigkeit halber, siegte mit 9:1. So richtig rund ging es dann in der Spielzeit 1959/60. Die Fußball-Zwillinge schossen Tore wie vom Fließband: Schütz kam auf 31, Konietzka auf 27 Treffer.

In den folgenden Spielzeiten ein ähnliches Bild. Schütz wurde 1960, 1961 und 1963 Torschützenkönig der Oberliga West, Konietzka folgte stets knapp dahinter. Nur in der DFB-Formation konnten sich die beiden Filigrantechniker nicht richtig durchsetzen. Der Jürgen kam lediglich auf sechs, der Friedhelm auf neun Einsätze in der Nationalelf.

Nach der deutschen Vizemeisterschaft 1961 – in der Vorrunde wurde der HSV mit sage und schreibe 7:2 vernascht – folgte 1963 der größte gemeinsame Triumph mit der „Deutschen Meisterschaft“, als der BVB den favorisierten 1. FC Köln mit 3:1 bezwang.

„Max und Moritz” gehen getrennte Wege

Danach trennten sich die Wege von „Max und Moritz”, weil es Jürgen Schütz über die Alpen nach Italien zog. Der AS Rom war dort seine erste Station. Es folgten AC Turin und AC Brescia. 1969 kam Schütz zurück, spielte zunächst bei München 60 und dann beim BVB. Zum Abschluss seiner Karriere zog es ihn nach Lüdenscheid, wo er in der 3. Liga spielte. 1995 ist Jürgen Schütz nach schwerer Krankheit gestorben.

Timo Konietzka, wie er später nach einer Änderung seines Vornamens offiziell hieß, blieb bis 1965 beim BVB, wurde 1963 einer der Benficahelden und 1965 DFB-Pokalsieger. Dann folgte er seinem Entdecker Max Merkel zu München 60, wo er 1966 noch einmal Deutscher Meister wurde. Später ging er als Spieler in die Schweiz und wurde dann Trainer.

Seine erfolgreichste Station war der FC Zürich. Dreimal Schweizer Meister, dreimal Pokalsieger. Diese Titelausbeute des Fußballlehrers konnte sich sehen lassen. Seine Rückkehr zum BVB verlief für den Trainer Timo Konietzka leider nicht wunschgemäß. Der Vertrag mit dem Wahlschweizer wurde vorzeitig beendet. Timo Konietzka nutzte 2012 die rechtlichen Möglichkeiten der Schweiz und setzte nach schwerer Krankheit seinem Leben selbst ein Ende.

Die Dortmunder Fußballfans haben die beiden Ausnahmekicker nie vergessen und verehren noch heute ihre Helden „Max und Moritz“, deren Stern als Fußball-Zwillinge am 22. 4. 1959 aufging und strahlend zu leuchten begann.

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