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Vereinsikone August Busse am 7. September 1890 geboren

Vereinsikone August Busse am 7. September 1890 geboren

1890 tauchte eine damals sehr umstrittene neue Sportart in Dortmund auf, die heute unangefochten weltweit die Nr. 1 ist: Im Wonnemonat Mai spielten Schüler des Realgymnasiums auf ihrem Schulhof an der Beurhausstraße zum ersten Mal  ein aus England importiertes Spiel, das in seiner Heimat „Soccer“, in Dortmund hingegen „Klüten“ genannt wurde. Heute heißt es „Fußball“.

Das Jahr 1890 war auch für den BVB von großer Bedeutung, erblickten doch mehrere spätere Vereinsgründer und -funktionäre in dieser Zeit das Licht der Welt. Wir wollen hiermit auf eine wichtige Persönlichkeit schauen und ihren Lebensweg skizzieren, die am 7. September 1890 – also vor genau 130 Jahren –  geboren wurde und lange Zeit an der Spitze von Borussia Dortmund stand: August Busse (auf dem Bild rechts).

In seiner Amtszeit bekam der Club seinen ersten Trainer (Ernst Kuzorra), wurde August Lenz Borussias erster Nationalspieler (1935) und Olympionike (1936), und stieg (ebenfalls 1936) in die höchste deutsche Spielklasse, die Gauliga Westfalen, auf.

August Busse gehörte zu der seltenen Spezies von Fußball-Enthusiasten, die praktisch ihre gesamte Freizeit ihrem Lieblingsverein, in diesem Falle dem BVB, zur Verfügung stellten. In der damals noch selbstständigen Gemeinde Hörde auf die Welt gekommen, führte ihn sein beruflicher Werdegang nach dem Schulbesuch schnurstracks zu Hoesch am Borsigplatz – er wurde Schlosser und Schmied – und zum Fußball.

Sein allererster Verein hieß allerdings nicht Borussia, sondern Britannia. Als die „Britannen“ aber nicht in den Westdeutschen Spielverband aufgenommen wurden, schloss er sich mit seinen Mitstreitern 1910 dem BVB an. Busse spielte in der 1. Mannschaft, brachte sich darüber hinaus aber auch aktiv in den Club ein, um etwas zu bewegen.

Sein erster kritischer Blick galt dem Vereinstrikot. Blau-weiß-rot – das waren die alten Farben der Jünglingssodalität der Dreifaltigkeitskirche. Für Busse war der BVB jedoch kein „Katholikenverein“ mehr, seitdem „Britannia“ und „Deutsche Flagge“ mit ihren Protestanten mit dazu gehören.

Damit standen die bisherigen Outfits aus seiner Sicht auch nicht mehr für den aktuellen Club. Deshalb nutzte Busse Anfang 1913 die Jahreshauptversammlung, um in Absprache mit Präsident Franz Jacobi neue Vereinsfarben beschließen zu lassen. Die Neu-Borussen aus dem Britannia-Lager hatten sich untereinander abgesprochen und führten mehrheitlich schwarz-gelb und damit die früheren Farben von Britannia für die BVB-Kluft ein.

Der langjährige Spieler August Busse wurde nach seiner aktiven Zeit Mannschafts-Obmann und später Vereinspräsident – von 1928 bis 1933, dann folgte für ein Jahr Egon Pentrup, und in der Nazi-Zeit ab 1934 Vereinsführer. Als solcher stand er bis 1945 an der Spitze des BVB. Kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs noch in die NSDAP eingetreten, so Sohn Gerhard, sorgte Busse dafür, dass der Kommunist, Widerstandskämpfer und frühere Platzwart des „Borussia-Sportplatzes“ Heinrich Czerkus auf der Verfielfältigungsanlage der BVB-Geschäftsstelle verschiedentlich Plakate und Handzettel für den Kampf gegen die Hitlerdiktatur drucken konnte. Eine unvergessen mutige Tat, die August Busse im damaligen Nazi-Deutschland das Leben hätte kosten können.

1935 holte Busse mit Hilfe von August Lenz Ernst Kuzorra als ersten BVB-Trainer an den Borsigplatz, der zu den Trainingseinheiten gern Schwager Fritz Szepan mitbrachte. Bis zu 3.000 Fußballfans kamen allein zu den Übungsabenden. Anschließend brachten der Ernst und der Fritz wiederum den gemeinsamen Schwager Fritz Thelen als Fußballlehrer zu den Schwarz-Gelben. Ein schönes Familienprojekt der Herren Kuzorra, Szepan und Thelen – und das sehr zum Nutzen der Borussen, die mit ihren Entwicklungshelfern aus Schalke den ersehnten Gauliga-Aufstieg schafften.

Nach dem 2. Weltkrieg gehörte Ehrenmitglied August Busse mit zu jenen, die von der Stunde Null am 8. Mai 1945 an wieder für den BVB da waren und dafür kämpften, dass die Schwarz-Gelben nicht in einem nördlichen Großverein aufgingen und damit ihre so sehr geschätzte Club-Identität verloren. Bis in die 1960er Jahre hinein wirkte Busse unverdrossen im Ältestenrat zum Wohle „seines“ BVB, den er wie kaum ein anderer in sein Herz geschlossen hatte.

An dieser Stelle erscheinen an verschiedenen Jahrestagen von schwarzgelben Ereignissen kurze Geschichten oder Anekdoten, die in Zusammenarbeit mit der AG Tradition, der BVB Fan- und Förderabteilung und dem BORUSSEUM veröffentlicht werden.