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Sonderzug nach München –  ein Erfahrungsbericht

Sonderzug nach München – ein Erfahrungsbericht

Nachdem die Mannschaft unter der Woche einen 0:2 Rückstand aus der ersten Halbzeit gegen Inter Mailand in der CL mit einem furiosen Aufritt in der zweiten Hälfte in einen 3:2-Sieg gedreht hatte, ging es nun am Samstag, dem 09. November nach München zum „Spitzenspiel“ der Bundesliga gegen die Bayern.

Die Fan- und Förderabteilung (FA) hatte hierfür – wie bei so vielen Spielen üblich – die Möglichkeit einer zentral organisierten Anreise angeboten. Für die weite Strecke in den Süden der Republik bot sich hierzu die Fahrt mit einem Sonderzug. Und so fanden sich in aller Frühe rund 750 Borussen am Gleis 18 des Dortmunder Hauptbahnhofes ein.

Entsprechend der gegen Inter in der zweiten Halbzeit gezeigten Leistung – die trotz teilweise durchwachsenen Auftritten in dieser Saison verdeutlicht hatte, zu was die Mannschaft im Zusammenspiel mit den Fans in der Lage ist – stiegen alle mit freudigen Erwartungen und Optimismus in das ihnen jeweils zugeordnete Abteil im Zug. Dieser fuhr pünktlich um 07.35 Uhr ab.

Ich selber war an diesem Tag erst einmal alleine unterwegs, da Freunde von mir ihre Anreise separat organisiert hatten und mich dann in München empfangen würden. Ein Abteil im Zug ist immer für sechs Personen ausgelegt. So hatte ich die Möglichkeit direkt zu Beginn der Fahrt neue Leute kennenzulernen, mit denen ich schnell über den BVB und weitere Themen ins Gespräch kam. Für die Fahrt konnten sich aber auch Gruppen bewerben/ anmelden, die dann von den Planern der FA auch einem Abteil zugeordnet wurden. Hier ist an dieser Stelle vor allem einmal dem gesamten Team der FA und natürlich auch den Ordnern im Zug für die einwandfreie Organisation zu danken.

In unserem Abteil begann der Tag erst einmal gemütlich. Aufgrund der noch frühen Stunde hatte sich jeder etwas zu frühstücken mitgebracht und da wir – wie angesprochen ein gemischtes Abteil waren – lernten wir uns erst einmal kennen und tauschten uns aus. Eine Frage, die beispielsweise kontrovers diskutiert wurde, war, ob uns der Rauswurf von Kovac bei den Bayern nun heute eher schaden oder nutzen würde. Schon schnell griffen wir dann aber auch zu ersten, hopfenhaltigen Kaltgetränken, die jeder als eigene Verpflegung ebenfalls mit an Bord nehmen konnte.

Parallel dazu drangen erste Songs aus dem Samba-Abteil zu uns, da jedes Abteil mit dem Sound aus diesem verbunden ist. Der Sound aus dem Samba-Wagen weckte natürlich direkt unser Interesse und so machte ich mich mit einem der Mitfahrer aus meinem Abteil auf diesen zu erkunden. Um 08.10 Uhr waren hier bisher nur vereinzelt Borussen aus anderen Abteilen eingekehrt. Diese orderten an den zwei Bars aber schon erste Getränke. Ein Bier 0,3l Bier gibt es hier für faire 2,50 €.

Für die Musik im Samba-Abteil sorgte sogar ein echter DJ. Dieser konnte mit dem Toten-Hosen-Klassiker „Ich würde nie zu den Bayern gehen“ schon gegen 08.30Uhr die Stimmung im Abteil zum ersten Mail anheizen. Entsprechend stieg im Laufe des Morgens die Stimmung immer weiter an. Um ca. 11.30 Uhr brachte dabei eine Humba den ganzen Wagen zum Beben. Die Fahrt verlief aber weiterhin reibungslos und so kamen wir um kurz vor 15 Uhr gut gelaunt am Hbf in München an. Natürlich nicht, ohne bei der Einfahrt in die Stadt – in der echte Einheimische zu 1860 stehen – mit Grüßen und Gesängen auf die Ankunft der Borussen aufmerksam zu machen.

Ich traf am Gleis auf meine Freunde aus der Heimat. Gemeinsam mit dem Großteil der Sonderzug-Fahrer machten wir uns mit einem „Hurra, hurra, die Dortmunder sind da“ direkt auf in Richtung U-Bahn zum Stadion. Das Spiel an sich braucht an dieser Stelle nicht groß kommentiert zu werden. Leider konnte die Mannschaft nicht an die starke zweite Halbzeit gegen Inter anknüpfen und so mussten wir eine 0:4 Niederlage hinnehmen. Dementsprechend machten wir uns nach Spielende mit etwas gedrückter Stimmung auf in Richtung Hbf. Hier war noch etwas Zeit bis zur Abfahrt des Sonderzugs um 22.36 Uhr. So konnte sich jeder noch mit etwas Verpflegung für die Rückfahrt eindecken oder auch ein „Frustbier“ in einer der umliegenden Kneipen genießen.

Gegen 22.45 Uhr fuhr der Zug dann wieder aus der bayrischen in die Fußballhauptstadt ab. Ich beschloss den Tag im Samba-Abteil abzuschließen und dort noch ein gemütliches Bier zu trinken. Eine ähnliche Stimmung wie auf der Hinfahrt kam aufgrund des Ergebnisses aber natürlich nicht mehr auf. Dennoch ließen es sich einige nicht nehmen, das Spiel bei einigen Kaltgetränken zu verdrängen.

Bei einem anderen Ergebnis hätten viele sicherlich die Nacht zum Tage gemacht und das Samba-Abteil wieder zu vollem Leben erweckt. Ich selber beschloss nach Mitternacht mich nach dem anstrengenden Tag in mein Abteil zurückzuziehen und ggf. etwas Schlaf einzufangen. Meine Mitfahrer hatten dabei die Möglichkeit entdeckt die Sitzbänke im Abteil durch Umklappen in zwei Dreistöckige-Etagenbetten zu verwandeln. Und so konnte ich sogar einen recht erholsamen Schlaf genießen und wachte erst wieder auf als kurz vor 6 Uhr die Durchsage „Nächster Halt Dortmund“ kam…

Das nächste Mal bin ich in jedem Fall gerne wieder gerne mit dabei – mit Sieg und ohne Schlaf auf der Rückfahrt!

Benedict