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Rolf „Rolli“ Rüssmann vor 70 Jahren geboren

Rolf „Rolli“ Rüssmann vor 70 Jahren geboren

Nicht allzu viele Blaue haben in der Geschichte des BVB den Weg zum Borsigplatz angetreten. Der erste überhaupt war Heinrich „Heini“ Kwiatkowski, der Anfang der 1950er Jahre über die Zwischenstation Rot-Weiß Essen nach Dortmund kam.

Reinhard „Stan“ Libuda gehörte dazu, der mit dem BVB 1966 den ersten Europapokal einer deutschen Mannschaft erstritt, und später auch Steffen Freund und Jens Lehmann.

Zwischen Libuda und Freund liegt der Wechsel des über 1,85 m großen Abwehrrecken Rolf „Rolli“ zur Borussia im Jahr 1980. Rüssmann blieb fünf Jahre und in dieser Zeit hat mit 149 Einsätzen die meisten Spiele der „Schalker im BVB-Trikot“ abgeliefert.

Er war ein Mann mit einem guten Gespür für Humor. Die Frage, was die  BVB-Trainer Branko Zebec und seinem Nachfolger Karl-Heinz Feldkamp unterschied, sagte er:

„ Als wir am 6. November 1982 Arminia Bielefeld im Westfalenstadion mit 11.1 schlugen, hat sich Feldkamp diebisch gefreut und uns einen ausgegeben. Der Branko hätte sich über das Ergebnis geärgert und wäre beleidigt gewesen, weil wir nach seiner Taktik nur mit 1:0 hätten gewinnen dürfen und ein solcher Kantersieg aus seiner Sicht disziplinlos gewesen wäre.“

Eleganter konnte man zwischen dem offensiv ausgerichteten Feldkamp und dem streng ergebnisorientierten Trainer-Vorgänger kaum differenzieren.

Rolf Rüssmann wurde am 13. 10. 1960 in Schwelm geboren, wo er auch seine ersten Schritte als Kicker absolvierte. Es folgte eine Zeit bei den Blauen, die sportlich erfolgreich mit dem DFB-Pokalsieg 1972 gekrönt wurde.

Da Rüssmann auch zu den Sündern des Bundesligaskandals gehörte, folgte eine langjährige Sperre  mit anschließender Begnadigung. Nach einem Engagement in Brügge kehrte er zu den Blau-Weißen zurück. 1980 mussten die Schalker den in jeder Beziehung großen Abwehrstrategen aus Geldmangel nach Dortmund transferieren. Hier spielte er bis zu seinem Laufbahnende 1985.

Rolf Rüssmann war ein Fußballer von hoher Qualität. Das blieb auch dem DFB nicht verborgen, der ihn in 20 Länderspielen einsetzte. Dazu gehörte auch die unglücklich verlaufene Weltmeisterschaft in Argentinien, bei der er alle sechs Spiele der deutschen Elf bestritt.

So auch die als „Schandspiel“ in die WM-Geschichte eingegangene 2:3-Niederlage gegen Österreich, bei der ihn Hans Krankl, der Goalgetter von Rapid Wien, kurz vor Schluss verlud und unter Torhüter Sepp Maier hindurch den Siegtreffer für seine Farben erzielte. ÖRF-Reporter Eddi Finger flippte aus und wurde „narrisch“!

Nach seiner aktiven Zeit wurde Rüssman mit unterschiedlichem Erfolg Manager von Borussia Mönchengladbach und dem VfB Stuttgart.

Heute hätte Rolf Rüssmann Geburtstag gehabt und wäre 70 Jahre alt geworden. Das aber war ihm nicht vergönnt. Leider ist er schon 2009 nach einer schweren Krebserkrankung gestorben.

Deshalb denken wir heute mit Wehmut zurück an seine Zeit beim BVB, in der er sich als eloquenter, sehr umgänglicher und in jeder Situation als ein freundlicher sowie souveräner Sportsmann präsentierte, der stets ein offenes Ohr für die Fußballfans jedweder Coleur hatte.

An dieser Stelle erscheinen an verschiedenen Jahrestagen von schwarzgelben Ereignissen kurze Geschichten oder Anekdoten, die in Zusammenarbeit mit der AG Tradition der BVB Fan- und Förderabteilung und dem BORUSSEUM veröffentlicht werden.