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Gedenken an Julius Hirsch und die Opfer des Nazi-Terrors

Gedenken an Julius Hirsch und die Opfer des Nazi-Terrors

Zur Erinnerung an den Fußballpionier Julius „Juller“ Hirsch und im Gedenken an die Millionen Opfer des Nazi-Terrors hatten die BVB Fan- und Förderabteilung und die Fanbetreuung am Sonntag, 6. März 2016, zu einer Gedenkstunde an der Ehrentafel für die Deportierten am ehemaligen Dortmunder Südbahnhof eingeladen.

20160306_Gedenken_Julius_Hirsch_wh (34)Im Jahr 2013 hatte sich auf Initiative des BVB-Archivars Gerd Kolbe eine Veranstaltergemeinschaft gebildet, die am 3. März ’13 eine Gedenkstunde durchführte. Genau 70 Jahre nach dem Tag, an dem es ein letztes Lebenszeichen von Julius Hirsch gegeben hatte. Dabei handelt es sich um eine am 3. März 1943 in Dortmund abgestempelte Postkarte, mit der Hirsch seiner Tochter zum Geburtstag gratulierte. Wahrscheinlich hat er sie am Bahnhof in einen Briefkasten gesteckt oder aus dem fahrenden Zug geworfen. Hirsch war am 1. März von Karlsruhe aus über Dortmund in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und dort mit vielen Leidensgenossen ermordet worden.

Der begnadete Kicker jüdischer Herkunft absolvierte zwischen 1911 und 1913 sieben Länderspiele und vertrat Deutschland auch bei den Olympischen Spielen 1912.

Nach den Begrüßungsworten von Torsten Schild (Vorsitzender der BVB Fan- und Förderabteilung) und einer Einordnung in die aktuelle Situation von Bezirksbürgermeister Innenstadt-Ost, Udo Dammer, zeichnete Gerd Kolbe das Leben von Julius Hirsch nach. Mitglieder der Fanabteilung lasen anschließend einen Abschnitt aus Hirschs Biografie, der die Ereignisse aus der Zeit vom 1. bis 3. März 1943 aufgreift.

Die Grausamkeiten des Nazi-Regimes mit mehr als sechs Millionen ermordeten Menschen lassen uns häufig hilf- und fassungslos erstarren. Unsere Vorstellungskraft reicht nicht aus, und die Opfer drohen in einer anonymen Masse zu verschwinden. Fassbarer wird es dann aber, wenn wir Einzelschicksale herausstellen. Deutlich wird dann, dass hinter dieser Zahl 6.000.000 einzelne Menschen stehen.

20160306_Gedenken_Julius_Hirsch_wh (26)Rabbiner Avichai Apel und einige Mitglieder der Jüdischen Kultusgemeinde Groß-Dortmund wohnten der Gedenkstunde auch bei. Nach dem Gedenkgebet und dem Totengebet von Rabbiner Apel wurde an der Ehrentafel für die Deportierten ein Kranz niedergelegt.

Dank an alle, die der Einladung nachgekommen sind und mit uns das gemeinsame Ziel verfolgen: Nie wieder!

Wir werden die Erinnerung bewahren und unser Gedenken fortsetzen.

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