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AG „Uns verbindet Borussia“ der BVB-Fanabteilung besucht die Dokumentationsstätte Stalag 326

AG „Uns verbindet Borussia“ der BVB-Fanabteilung besucht die Dokumentationsstätte Stalag 326

Am Sonntag nach dem Auswärtsspiel in Ingolstadt reisten 25 Mitglieder der Arbeitsgruppe „Uns verbindet Borussia“ (UVB) nach Schloß Holte-Stukenbrock und besuchten die Dokumentationsstätte Stalag 326 (VIK) Senne.

Die Arbeitsgruppe engagiert sich schon seit Jahren für Toleranz und kulturelle Vielfalt und zeigt zusammen mit der gesamten Fanabteilung und vielen BVB-Fans immer wieder öffentlich Flagge gegen rechtsradikales Gedankengut, Rassismus und Antisemitismus. So sind u.a. die Teilnahme bei „Oststadt in Harmonie“ in Körne, dem Heinrich-Czerkus-Lauf zusammen mit der Gedenkveranstaltungen in der Bittermark an Karfreitag und eine Gedenkveranstaltung für Julius Hirsch jährlich Anfang März am ehemaligen Südbahnhof Projekte und Veranstaltungen, die die Fanabteilung immer wieder gerne organisiert und unterstützt.

Im Rahmen des Besuches der Wewelsburg im vergangenen Juli war die Gruppe auf Stalag 326 aufmerksam geworden und hatte beschlossen, die Dokumentationsstätte zu besuchen.

Der Leiter von Einrichtung in Stukenbrock gab im ehemaligen Arrestgebäude des Kriegsgefangenenlagers, in dem auch die eindrucksvolle Dauerausstellung zu sehen ist, einen Ein- und Überblick zur Lagergeschichte.

Nach der Errichtu20161023_UVB-Besuch_Stalag326 (15)Ang im Frühjahr 1941 wurden hier vorwiegend sowjetische Kriegsgefangene untererbracht (insgesamt ca. 300.000 bis zur Lagerbefreiung), aber auch Gefangene aus Frankreich, Polen und Italien. Das Lager unterstand dem Oberkommando der Wehrmacht (OKW).

Im Juli 1941 kamen die ersten 4000 sowjetischen Kriegsgefangenen in der Senne an, obwohl es zunächst noch keine Unterkünfte gab. Das Lagergelände war eingezäunt und weitestgehend unbebaut. Selbstgebaute Erdhöhlen und Laubhütten dienten anfangs zum Schutz vor Kälte, Wind und Regen. Die hygienischen Zustände waren vor allem in dieser Phase katastrophal. Krankheiten, Erschöpfung, Hunger und Unterernährung forderten Tausende Todesopfer.

Die Verpflegung war völlig unzureichend und von schlechtester Qualität. In der Anfangszeit waren die Gefangenen gezwungen, sich unter anderem auch von Gras, Laub und Baumrinde zu ernähren. Aus Sicht eines ehemaligen Stalag-Offiziers reichte die Verpflegung nur aus, solange die Kriegsgefangenen nicht schwer arbeiten mussten. Die Arbeitseinsätze erfolgten in der Landwirtschaft des nahen und ferneren Umlandes. Viele Gefangene wurden aber auch zur Arbeit in der Schwerindustrie z.B. im Ruhrgebiet gezwungen.

20161023_UVB-Besuch_Stalag326 (07)AZum Abschluss des Besuches besuchte die Gruppe den Ehrenfriedhof sowjetischer Kriegstoter in Stukenbrock-Senne, der sich in direkter Nachbarschaft zum ehemaligen Lager befindet. Zwischen 1941 und 1945 wurden hier insgesamt 36 Massengräberreihen angelegt, in denen sich nach Angaben der befreiten sowjetischen Kriegsgefangenen etwa 65.000 Tote befinden. Bisher konnten schon über 10.000 Tote identifiziert werden.

Nac20161023_UVB-Besuch_Stalag326 (20)Ah der Befreiung des Lagers durch amerikanische Truppen waren in Stalag 326 zunächst deutsche Kriegsgefangene und verdächtigte Kriegsverbrecher interniert. Ab 1948 dann dienten die Baracken bis in die 70-er Jahre hinein als Unterkünfte für Flüchtlinge aus den ehemals deutschen Ostgebieten.

Die AG wird weitere Erinnerungsorte und Gedenkstätten besonders im näheren Umkreis von Dortmund besuchen.

Weitere Information zur Dokumentationsstätte Stalag 326 (VIK) Senne hier.

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