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30. Juli 1965: Lebensretter Wolfgang Paul

30. Juli 1965: Lebensretter Wolfgang Paul

Die Karriere von Wolfgang Paul, liebevoll von Fußball-Fans „Stopper Paul“ genannt und heute Voritzender des BVB-Ältestenrates, ist gespickt mit bedeutenden sportlichen Höhepunkten: Deutscher Meister 1963, DFB-Pokalsieger 1965, Europapokalsieger 1966, Vize-Weltmeister 1966.

Eine stolze Bilanz! In seiner sprichwörtlichen Bescheidenheit vergisst der großartige Mittelläufer des BVB aus den legendären 1960er Jahren aber gern und ganz bewusst, dass er sich auch schon einmal in die Kategorie „Lebensretter“ eingereiht hat. Hier die Geschichte:

Am 22. Mai 1965 wurde der BVB in Hannover mit einem 2:0-Sieg über Alemannia Aachen zum ersten Mal in seiner glanzvollen Historie DFB-Pokalsieger. Damit war die Saison 1964/65 beendet, und die siegreichen Akteure verabschiedeten sich in den wohlverdienten Urlaub. So auch Wolfgang Paul. Er plante mit Schwager und Bruder eine Herrenpartie. „Mit meinem ersten neuen Auto und einem Zelt auf dem Dach ging es ab zum Gardasee, wo wir auf einem Campingplatz wohnten,“ erinnert er sich gern an den damaligen Sommer.

„Für den 30. Juli hatten wir uns vorgenommen, mit einem gemieteten Boot den  Gardasee zu erkunden. Wir fuhren also auf den See hinaus und hatten unsere Freude an der tollen Umgebung. Plötzlich sah ich einen Schwimmer in einiger Distanz zu uns, der wie wild mit den Armen um sich schlug und offensichtlich um Hilfe rief. Wie wir später erfuhren, handelte es sich um einen 23-jährigen italienischen Sporttaucher, der in arge Nöte geraten war und zu ertrinken drohte. Da war Hilfe angesagt. Ich bin zwar nicht der allerbeste Schwimmer, aber das war jetzt natürlich egal. Also bin ich ins Wasser gesprungen, habe ihn noch rechtzeitig erreicht, konnte ihn zu unserem Boot schleppen und dann haben wir ihn mit vereinten Kräften an Deck ziehen und damit in Sicherheit bringen können. Das war für mich natürlich nicht der Rede wert. Aber zu meiner Überraschung stand der Vorfall einen Tag später in der örtlichen Tageszeitung. Darüber war ich gar nicht so erfreut, denn ich wollte eigentlich kein öffentliches Aufheben wegen dieser Selbstverständlichkeit.“

So ist er nun einmal, der stets zurückhaltende frühere BVB-Abwehrrecke, hinter dem aktuell eine schwere Zeit liegt. Wegen einer langwierigen Fußgelenksverletzung, die schon vor zwölf Jahren in einer Magdeburger Spezialklinik operativ behandelt worden war, musste er sich im Frühjahr noch einmal dorthin begeben, um ein neues Implantat eingesetzt zu bekommen. Von diesem schweren Eingriff hat er sich mittlerweile erholt, muss aber jetzt zu Hause in Bigge-Olsberg wieder Laufen lernen. Gar nicht so einfach mit 80 Jahren und zu Zeiten von Corona.

Wir wünschen dem großartigen Sportler, Menschen und Lebensretter Wolfgang Paul auf diesem Wege eine baldige und völlige Genesung!

 

An dieser Stelle erscheinen an verschiedenen Jahrestagen von schwarzgelben Ereignissen kurze Geschichten oder Anekdoten, die in Zusammenarbeit mit der AG Tradition, der BVB Fan- und Förderabteilung und dem BORUSSEUM veröffentlicht werden.