• english
  • polski
  • tuerkce
  • espanol
  • nippongo
  • hindi
  • thai
Du bist hier: Startseite » Neuigkeiten » 29. Mai 1964: Werner Wilms beendet BVB-Vorstandskrise
29. Mai 1964: Werner Wilms beendet BVB-Vorstandskrise

29. Mai 1964: Werner Wilms beendet BVB-Vorstandskrise

Der BVB hat in seiner fast 110-jährigen Vereinsgeschichte viele Höhen und Tiefen erlebt. Einiges war tragisch, anderes zum schmunzeln oder gar grotesk. In die letztere Kategorie gehören fraglos die Ereignisse des Frühjahrs 1964, die bundesweit für Kopfschütteln und Heiterkeit sorgten.

Im Halbfinal-Rückspiel des Europacups 1964 am 29. April. 1964 hatte der BVB in Mailand gegen Inter durch skandalöse Schiedsrichterentscheidungen mit 0:2 verloren und war nach dem vorangegangenen Unentschieden in Dortmund  aus dem Europapokal der Landesmeister ausgeschieden.

Wenige Stunden nach dieser schmerzhaften Niederlage entließ der BVB-Vorstand mit dem Brauereidirektor Kurt Schönherr an der Spitze den allseits beliebten Trainer Hermann Eppenhoff (auf dem Bild links, hier gemeinsam mit Herbert Sandmann). wegen despektierlicher Äußerungen. Angeblich hatte Borussias Erfolgscoach das äußere Erscheinungsbild einer Dame, die in Begleitung Schönherrs ins Mannschaftshotel kam, herabgesetzt.

Vorstand feuert Trainer Eppenhoff

Der weitere Verlauf der Dinge ähnelt einer Realsatire: Am Sonntag, dem 3. Mai, erhielt Trainer Hermann Eppenhoff seine schriftliche – fristlose – Kündigung. Zwei Tage später spielte der BVB in der Roten Erde mit dem Interimscoach Heini Kwiatkowski auf der Bank „unter der Woche“ gegen den HSC und siegte vor lediglich 7.000 Besuchern mit 5:2.

Viele BVB-Fans waren aus Protest gegen wegen der Eppenhoff-Entlassung der Partie fern geblieben; die Mannschaft hatte sogar erwogen, aus Solidarität mit dem geschassten Trainer das Spiel zu boykottieren.

Der Fußballlehrer bat aber darum, davon Abstand zu nehmen. Er hatte übrigens unverzüglich nach Erhalt der schriftlichen Kündigung seinen Anwalt um eine rechtliche Beurteilung der Jahreshauptversammlung vom Januar 1964 mit  der Wahl des aktuellen Vorstands gebeten.

BVB ohne Präsidium, aber Eppenhoff wieder Trainer

Das Ergebnis ließ wiederum ganz Fußball-Deutschland aufjauchzen. Die Vorstandswahl war eindeutig satzungswidrig und deshalb unwirksam. Der Schönherr-Vorstand war also rechtlich betrachtet gar nicht ins Amt gelangt und konnte demgemäß auch dem Trainer Hermann Eppenhoff nicht wirksam kündigen. Am nächsten Morgen hatte der BVB kein Präsidium mehr, aber wieder einen Trainer namens Hermann Eppenhoff.

Aus dieser veritablen Vorstandskrise wollte und musste man so schnell wie möglich wieder herauskommen, um als Club nicht völlig das Gesicht zu verlieren. Also wurde für den 29. Mai 1964 eine außerordentliche Hauptversammlung im Festsaal der Hoech AG Westfalenhütte anberaumt.

Eine Frage überfrachtete alles: Wer würde das Präsidentenamt übernehmen? Nachdem verschiedene potentielle Kandidaten dankend abgelehnt hatten, erklärte sich Schönherrs langjähriger Vorgänger, der Rechtsanwalt Dr. Werner Wilms, bereit, die vakante Position für ein paar weitere Monate zu übernehmen.

Gemeinsam mit ihm stellten sich Herbert Sandmann, Fritz Schaaf, Peter Hillefeld und Günther Seckler für Vorstandsämter zur Verfügung. Diesem Quintett gelang es,  den angeschlagenen BVB aus seiner rechtlichen Schieflage zu befreien und ihn wieder in ein ruhigeres Fahrwasser zu führen.

Scroll To Top