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28.12.1979: BVB-Spiel für Unicef bringt 500.000,- DM

28.12.1979: BVB-Spiel für Unicef bringt 500.000,- DM

Vor etwa zwei Jahren rief mich Hansi Müller aus Stuttgart an und fragte, ob er ein paar Informationen zum Spiel des BVB gegen eine Internationale Auswahl, eigentlich eine Weltelf, Ende 1979 bekommen könne.

Er sei dabei, eine persönliche Internetseite aufzubauen und würde gern dieses Ereignis mit auf seiner Homepage platzieren. An diesem Spiel gemeinsam mit mehreren der größten Fußballer aller Zeiten zugunsten des Weltkinderhilfswerk Unicef teilgenommen zu haben, sei für ihn eine besondere Ehre gewesen.

Dem Wunsch des exzellenten Mittelfeldakteurs  und 42-fachen Nationalspielers und Europameisters von 1980, der in seiner großartigen Karriere bei so renommierten Clubs wie dem VfB Stuttgart und Inter Mailand gespielt hatte, konnte  entsprochen werden. Und in der Tat ziert heute ein Mannschaftsfoto „seiner“ Weltelf die Hansi-Müller-Hompage und erinnert an das fußballerische Großprojekt für die Kinder in Not vor genau 40 Jahren.

Die Geschichte hinter der Geschichte: Mitte Oktober 1979 stand der BVB unter Trainer Udo Lattek in der Bundesligatabelle auf Platz eins! Grund genug für Unicef, beim BVB mit seinem neuen Präsidenten Dr. Reinhard Rauball anzuklopfen und nachzufragen, ob man gewillt sei, im Westfalenstadion zu Gunsten von Unicef gegen eine Internationale Auswahl ein Benefizspiel zu absolvieren.

Der BVB wollte, sehr gern sogar, passte doch diese Aktion hervorragend in den Reigen der eigenen sozialen Aktivitäten, die man bereits angestoßen hatte und weiter ausbauen wollte. Dazu gehörten z. B.  Hilfen für Altenheime, unverschuldet in Not geratene Familien und Kindergärten, der Kinderhort im Stadion und der von den Fans übernommene Schwerbehinderten-Transport anlässlich der BVB-Spiele.

Von Stund an war eine Menge zusätzlicher Arbeit angesagt in der BVB-Geschäftsstelle in der Nordtribühne des Westfalenstadions. Nicht nur das Spiel als solches musste mit allen organisatorischen Feinheiten organisiert werden, auch die internationalen Cracks waren anzuschreiben und für die geplante Partie zu interessieren. Doch die überwältigende Resonanz entschädigte für jedweden Aufwand!

Die Superstars Beckenbauer, Blochin (UdSSR), Botteron (Schweiz), Cruyff (Holland), Kaltz, Krol (Holland), Keegan (England), Marinho(Brasilien), Müller, Neeskens (Holland), Panenka (CSSR), Pandelic, Petrovic (beide Jugoslawien), Pezzey (Österreich), Six (Frankreich) und Susic (Jugoslawien) waren sehr angetan sagten umgehend zu.

Eine Ansammlung derartiger Fußball-Koryphäen in einer Mannschaft hatte das Westfalenstadion bislang noch nicht erlebt. Hennes Weisweiler und Branco Zebec betreuten die Weltstars, die  alle kostenlos und ohne Gage kamen!

Gut 30.000 Fußballfans füllten das Westfalenstadion, als es am 28. 12. 1979 unter Flutlicht zur Sache ging. Der BVB mit Immel, Huber, Theis, Wagner, Hein, W. Schneider, Votava, Burgsmüller, Meyer, Vöge, Geyer, Frank, Augustin, Holz und T. Schneider hatte gerade den 1. FC Kaiserslautern mit 6:2 besiegt, befand sich in einer exzellenten Verfassung und wurde von Trainer Udo Lattek gut eingestellt.

Es gab ein tolles Match mit vielen, vielen fußballerischen Leckerbissen, das die Schwarz-Gelben letztlich mit 3:2gewannen. Aber  dieses Ergebnis war absolut sekundär. Wirklich wichtig war, dass für Unicef letztlich die stolze Summe von 500.000,- DM für die notleidenden Kinder der Welt zusammenkam, die BVB-Präsident Dr. Rauball dann in Richtung New York auf den Weg bringen konnte. Bis zu diesem Zeitpunkt war das die größte Einzelspende in der gesamten bisherigen Geschichte von Unicef überhaupt.

Genau 40 Jahre ist dieses großartige Beispiel fußballerischer Solidarität jetzt her.

Gerd Kolbe