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26. Juni 1949: BVB trotzt Kaiserslautern in München

26. Juni 1949: BVB trotzt Kaiserslautern in München

„Es gibt Spiele, die man nie vergisst! Und für mich gehört die Partie meines 1. FC Kaiserslautern gegen den BVB Ende Juni 1949 in der Zwischenrunde zur Deutschen Meisterschaft mit dazu.“

Noch 35 Jahre nach diesem spektakulären Match, das in München stattfand und nach Verlängerung 0:0-Unentschieden endete, war der große Fritz Walter, der Weltmeister von 1954, noch schier aus dem Häuschen, wenn er an damals zurück dachte.

„Beim BVB stand der Teufelskerl Günter „Bubi“ Rau im Tor. Unser Keeper Adam war auch stark; was aber dieser Jüngling „Bubi“ Rau im Gehäuse der Borussen ablieferte, hatte ich bis dato noch nie gesehen. Mein Team war als Favorit nach München gereist. Unser Spiel lief schnörkellos und flüssig, wir waren überlegen und erarbeiteten uns Chance auf Chance. Rau hechtete, faustete, fing und tauchte in alle möglichen und unmöglichen Ecken und Winkel und hielt das torlose Unentschieden!“

Aber auch der BVB mit dem überragenden Erich Schanko erarbeitete sich vor 60.000 Besuchern im Stadion an der Grünwalder Straße gute Möglichkeiten. Adam, der Zerberus der „Roten Teufel“ aus der Pfalz, war jedoch ähnlich wie sein Kontrahent auf der anderen Seite glänzend disponiert. So blieb es blieb selbst nach der Verlängerung auf 120 Minuten beim torlosen Unentschieden.

Also mussten die beiden Mannschaften am 3. Juli 1949 in Köln noch einmal ran. Und hier im Westen spielten die Borussen befreit und gekonnt auf. Erich Schanko, der Mann mit der Pferdelunge, kümmerte sich höchst liebevoll um Fritz Walter und neutralisierte ihn. Michallek, Preißler, Rau und Koschmieder zeigten, was der Westdeutsche Meister so alles drauf hatte. Und das war eine ganze Menge!

Der BVB siegte verdient nach Toren von Preißler (2), Michallek und Erdmann bei einem Gegentor von Basler mit 4:1. Unter dem Jubel der erneut 60.000 im Müngerdorfer Stadion wurden die Borussen von ihrem Anhang auf den Schltern vom Platz getragen. Das Finale der Deutschen Fußball-Meisterschaft 1949 gegen den VfR Mannheim am 10. Juli 1949 in Stuttgart war erreicht!

Die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft stand für den Westdeutschen Meister BVB zunächst unter einem schlechten Stern. Willi Kronsbein, der Stammtorhüter, hatte sich kurz vor dem Ende der Rückrunde der Oberliga West schwer am Knie verletzt. Der bereits mehrfach zitierte Günter „Bubi“ Rau wurde deshalb, gerade einmal 19-jährig, als aktiver BVB-Handballkeeper in das Gehäuse der Fußballer „befördert”.

Das war ein großes Risiko für die Schwarz-Gelben, zumal der neue Mann praktisch ins kalte Wasser geworfen wurde. Aber Rau bewältigte die auf ihn wartenden großen Endrunden-Aufgaben mit großer Unbekümmertheit und überraschender Nervenstärke. Seine Auftritte in München, Köln und Stuttgart lösten  bei Fans und Fachleuten ungeteiltes Entzücken aus. Praktisch über Nacht wurde er ein bundesweit bekannter und anerkannter Keeper.

Kleine Kuriosität am Rande: Bubi Rau und seine beiden direkten Vorderleute, die Verteidiger Heinrich Ruhmhofer und Erich Halfen, wohnten seit ihrer Kindheit als direkte Nachbarn in der Robertstraße am Borsigplatz, die deshalb als die Straße mit der besten Abwehr in ganz Dortmund bezeichnet wurde.

Die beiden Begegnungen gegen Kaiserslautern bestritt der BVB mit Rau, Ruhmhofer, Halfen, Michallek, Koschmieder, Schanko, Erdmann, Buddenberg, Preißler, Kasperski und Ibel. Das sollte übrigens auch die Mannschaft des Endspiels 1949 werden.

 

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