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2. November 1955: BVB-Ehrenpräsident Heinrich Schwaben zu Grabe getragen

2. November 1955: BVB-Ehrenpräsident Heinrich Schwaben zu Grabe getragen

Genau vor 65 Jahren, am 2. November 1955, trug Borussia Dortmund Trauer, wehten alle BVB-Fahnen rund um den Borsigplatz und an der Roten Erde auf Halbmast.

Heinrich Schwaben, wenige Tage zuvor am 28. Oktober überraschend verstorben, wurde an diesem Tage zu Grabe getragen. Damit hatte eine zentrale Persönlichkeit, die den BVB über Jahrzehnte hinweg gestaltet, ja, geprägt hatte, die Augen für immer geschlossen.

„Unsere Stärke war immer die Geschlossenheit und Einigkeit, mit welcher unsere Mitglieder und Anhänger zusammenstanden. Wohl kein Verein kann diese innere Geschlossenheit aufweisen, wie wir sie haben. Opposition und Quertreiberei kennen wir bisher nur dem Namen nach.

Von Bedeutung ist für uns der Umstand, dass wir fast geschlossen in einem Stadtviertel wohnen, gewissermaßen eine Gemeinde für uns bilden. Man hat uns oft in spöttischer Weise, sowohl in Sportskreisen als auch in der Tagespresse, als „Leute vom Borsigplatz“ bezeichnet. Uns hat das wenig geniert, im Gegenteil, wir sind stolz darauf, am Borsigplatz einen derartigen Verein aufgebaut zu haben.

Und wie so oft im Leben schlägt die Sache ins Gegenteil um. Wenn heute einer von „den Leuten vom Borsigplatz“ hört oder spricht, dann verbindet sich bestimmt damit die Vorstellung, dass sich dort ein Verein mit Wille und Energie seinen Platz erkämpft hat.“

Mit diesen unvergesslichen Worten hatte Schwaben 1926 in der Zeit der Weimarer Republik den ersten Aufstieg des BVB in die Erstklassigkeit des Fußballs besungen und damit beredt den großartigen Familiensinn seines BVB in Worte gefasst.

Heinrich Schwaben, der langjährige Präsident und zweite Ehrenpräsident des BVB, wurde am 9. Januar 1891 am Borsigplatz geboren.

Er stieß 17-jährig als Spieler zum BVB, machte sich als erstklassiger Verteidiger einen Namen über die Grenzen Dortmunds hinaus, war später Geschäftsführer und damit die rechte Hand von Franz Jacobi und wurde 1923 für fünf Jahre BVB-Präsident.

Schwaben ist der Vater des Ausbaus der „Weißen Wiese“ zum „Borussia-Sportplatz“, führte den BVB 1926 in die damals höchste deutsche Spielklasse, gründete die Box-, Handball- und Damenabteilung und wurde 1928 der ersten Retter unseres Clubs, indem er aus eigener Tasche 13.000 Reichsmark Vereinsschulden beglich und dadurch den Gang zum Konkursrichter verhinderte.

Auch nach dem 2. Weltkrieg war er über Jahre hinweg in Spitzenämtern tätig und galt zu recht als die „Graue Eminenz“ im Hintergrund des Clubs, die immer zur Stelle war, wenn es irgendwo brenzlig wurde.

Heinrich Schwaben war ein Mann der Dortmunder Wirtschaft. Zunächst erfolgreich bei der AEG tätig, wechselte er 1934 zur Union-Brauerei, bei der er als Vertriebsdirektor bis in den Vorstand aufstieg.

Eine riesige Trauergemeinde, an der Spitze BVB-Präsident Dr. Werner Wilms, unzählige schwarz-gelbe Weggefährten, Repräsentanten der Stadt Dortmund und der Industrie- und Handelskammer und viele andere Trauernde mehr, nahm am 2. November 1955 von der legendären BVB-Ikone einen sehr tränenreichen Abschied.

Dr. Wilms: „Heinrich Schwaben war ein Mann des Rechts, der Gerechtigkeit, des Ausgleichs. Viel haben wir unserem Heinz für seine unermüdliche Arbeit, für seinen nie versagenden Quell an Humor und seine unermüdliche Tatkraft zu verdanken.

Es ist besonders ehrend für ihn, dass er sich durch gelegentliche Enttäuschungen nicht beirren ließ und weiter zu seinen Borussen in guten und noch mehr in schlechten Tagen hielt. Im Vordergrund stand die Fürsorge für seinen BVB, und es muss festgehalten werden, dass er im Rahmen seiner Möglichkeiten stets bereit war zu helfen, beispielsweise um für die berufliche Unterbringung junger Sportkameraden zu sorgen.

Bis zu seinem allzu frühen Tode, ein Menschenleben lang, ist Heinrich Schwaben dem Sport in unserer Gemeinschaft treu geblieben. Wir gedenken seiner als eines aufrechten, frohen und hilfsbereiten Menschen, als eines tüchtigen und erfolgreichen Kaufmanns, eines Sportfreundes von besonderem Format und eines weit über dem Durchschnitt stehenden Mannes in des Wortes bester Bedeutung.“

Auch und gerade heute können und dürfen wir konstatieren: Heinrich Schwaben gehört zur creme de la creme der absolut bedeutendendsten Borussen, die unser Club in seiner bisherigen Geschichte gehabt hat.

An dieser Stelle erscheinen an verschiedenen Jahrestagen von schwarzgelben Ereignissen kurze Geschichten oder Anekdoten, die in Zusammenarbeit mit der AG Tradition der BVB Fan- und Förderabteilung und dem BORUSSEUM veröffentlicht werden.