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19. Mai 1986: Schicksalspiel gegen Fortuna Köln mit Happy End

19. Mai 1986: Schicksalspiel gegen Fortuna Köln mit Happy End

1956 gewinnt der BVB die erste Deutsche Meisterschaft, 1966 sogar den Europapokal. 1976 folgt nach dem Abstieg 1972 der Wiederaufstieg in die Bundesliga. Und 1986? 1986 droht erneut der Absturz aus der Belle Etage des deutschen Fußballs, denn die Saison 1985/86 ist höchst unerfreulich verlaufen: Nach viel zu vielen schwachen bis sehr schwachen Partien landet der BVB auf Platz 16 der Abschlusstabelle. Mit anderen Worten: Um die Klasse zu halten, müssen Relegationsspiele gegen Fortuna Köln, den Dritten der 2. Bundesliga, bestritten werden.

47.000 Besucher erleben am 14. Mai 1986 im Hinspiel im Köln- Müngersdorfer Stadion einen sicheren 2:0-Sieg der Fortunen. Das ist bitter für den BVB und eine besch…eidene Ausgangsposition für das Rückspiel am Pfingstmontag, dem 17. Mai 1986.

Am Tag der Entscheidung strahlt die Sonne gleißend vom Firmament und verwandelt Dortmund in einen Glutofen! Zudem ist durchgesickert, dass Jürgen Wegmann den BVB in Richtung Schalke verlassen wird. Als die 54.000 den Stürmer beim Warmlaufen auch noch mit „Judas-Rufen“ bedenken, sinkt die Stimmung trotz der hohen Temperaturen auf den Gefrierpunkt.

Um den Gastgebern praktisch das letzte vorhandene Fünkchen Hoffnung zu nehmen, geht die Fortuna auch noch mit 1:0 in Führung. Jetzt muss der BVB schon drei Tore schießen, um zumindest ein drittes Entscheidungsspiel zu erreichen. Fortuna agiert kombinationssicher, der BVB wirkt gehemmt. Beim Pausentee versucht BVB-Trainer Reinhard Saftig, Optimismus zu vermitteln.

Neun Minuten nach dem Wiederanpfiff wird Ingo Anderbrügge im Strafraum mehr oder weniger hart gerempelt. Strafstoß? Strafstoß! Michael Zorc lässt sich die Chance nicht entgehen. 1:1. Eine knappe Viertelstunde später gibt es eine Aktion von absolutem Seltenheitswert: Marcel Raducanu, der rumänische Ballvirtuose, platziert einen Kopfball unhaltbar in die Maschen. 2:1! Kopfbälle gehören nicht zur „Kernkompetenz“ des Supertechnikers. Er hebt sie sich halt für besondere Momente auf. Dieser gehört dazu!

BVB - 1986 - 7 -Als der Fernsehreporter unmittelbar vor dem Schlusspfiff bereits den Aufsteiger Fortuna Köln feiert, nähert sich die entscheidende Glückssekunde für den BVB. Mit dem Mute der Verzweiflung zieht Ingo Anderbrügge ab. Fortuna-Torwart Jarecki macht einen Fehler, und der zu Beginn noch geschmähte Jürgen „Kobra“ Wegmann ist zur Stelle, staubt ab, und trifft zum erlösenden 3:1 für den BVB. Die Kölner sind paralysiert, der BVB mit Präsident Reinhard Rauball an der Spitze macht das Westfalenstadion zum freudetrunkenen Tollhaus. Ein gewisser Hitchcock hätte bei diesem Fußballkrimi nicht besser Regie führen können.

Das dritte und letztlich entscheidende Spiel wird am 30. Mai 1986 im neutralen Düsseldorfer Rheinstadion ausgetragen. 13 Fortuna-Spieler sind erkrankt, Köln bittet um Spielverlegung. Das wird abgelehnt. Zum Spielbeginn sind alle Kölner – bis auf zwei gesperrte Gelbsünder – an Bord. Zur Halbzeit führt der BVB mit 1:0. Danach bricht das Kölner Team, tatsächlich von Krankheit gezeichnet, zusammen. Nach den 90 Minuten von Düsseldorf heißt es 8:0 für den BVB. Schwarz-Gelb liegt sich auf dem Feld und auf den Rängen in den Armen. Der zweite Bundesligaabstieg des BVB ist insgesamt gesehen denkbar knapp abgewendet!

 

Ein Kooperationsbericht des BORUSSEUMs und der AG Tradition der BVB Fan- und Förderabteilung.

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