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12. 11. 1966: BVB – FC Schalke 6:2 – Der „Nebel des Grauens“ in der Roten Erde

12. 11. 1966: BVB – FC Schalke 6:2 – Der „Nebel des Grauens“ in der Roten Erde

Zu einer der kuriosesten Begegnungen zwischen dem BVB und dem FC Schalke 04 kam es am 12. November 1966, also exakt vor 50 Jahren, in der Kampfbahn „Rote Erde“. 41.000 waren gekommen, um den ewig jungen Westschlager zu erleben. Und bereits in der ersten Halbzeit wurden zumindest die BVB-Fans nicht enttäuscht.

Durch drei Treffer der bestens disponierten Lothar „Emma“ Emmerich (15., 21., 26. Minute) sowie ein Eigentor des Unglückswurms Friedel Rausch (24.) führte der BVB bereits 4:0, als FIFA-Schiedsrichter Gerd Hennig aus Duisburg zum Pausentee pfiff. Schalke drohte ein Desaster ähnlichen Ausmaßes wie zu Beginn des Jahres, als es mit dem 7:0-Kantersieg der Schwarz-Gelben an gleicher Stätte die bislang höchste Knappen-Klatsche aller Zeiten gegeben hatte.

Doch kaum waren die beiden Teams in den Kabinen verschwunden, senkte sich eine schier undurchdringliche Nebelwand über das Stadion. Man fühlte sich förmlich an den Kino-Hit „The Fogg – Der Nebel des Grauens“ – erinnert. Die Schalker frohlockten: Bei diesen erbärmlichen Sichtverhältnissen würde Schiedsrichter Hennig die Partie mit Sicherheit abbrechen und zu einem späteren Zeitpunkt wiederholen lassen. Gedacht, gesagt, geirrt. Denn der Pfeifenmann war keineswegs dieser Meinung. Gut, die Besucher sahen nicht mehr allzu viel. Aber der wackere Schiri vollbrachte eine äußerst respektable Laufleistung, war immer auf der Höhe des Balles, sah (angeblich) alles und war wohl auch der Einzige überhaupt unter den 41.000, der nach dem Schlusspfiff mit dem Brustton der Überzeugung sagen konnte: “Das Spiel endete 6:2 für den BVB“.

Auf den Rängen munkelte man, Hennig habe nach etwa einer Stunde Spielzeit BVB-Keeper Bernhard Wessel gefragt: „Sag mal Bernhard, war der Ball gerade drin?“ Die spontane Antwort: „Wie kommen Sie denn darauf, Schiri?!“ Die Torfolge der zweiten Halbzeit: Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff erzielte BVB-Rechtsaußen Reinhold Wosab das 5:0, es folgten Neuser (50.) mit dem 5:1, Siggi Held (72,) mit dem 6:1 und Bechmann (78.) mit dem 6:2-Endstand.

Kein Wunder, dass in Dortmunds Kneipen dieses außergewöhnliche Derby noch über Wochen hinweg ausgiebig, wenn auch leicht „schalk(e)haft“, diskutiert wurde. Es blühte der vielzitierte Flachs. Ein überliefertes Bonmot lautet: Dieses Spiel hat der BVB auf eine eindeutig nebulöse Art und Weise gewonnen!“ Einen von verschiedenen Zeitungen angeregten Protest legten die Knappen nach Rücksprache mit ihrem Anwalt erst gar nicht ein.

An dieser Stelle erscheinen an verschiedenen Jahrestagen von schwarz-gelben Ereignissen kurze Geschichten oder Anekdoten, die in Zusammenarbeit der AG Tradition der BVB Fan- und Förderabteilung mit dem BORUSSEUM, dem Borussia Dortmund-Museum, veröffentlicht werden.

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