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Derby-Ausschreitungen: Rückschritt im Kampf für die Fanrechte

Derby-Ausschreitungen: Rückschritt im Kampf für die Fanrechte

Mit Verärgerung und Unverständnis reagiert die Abteilungsleitung der BVB | Fan- und Förderabteilung auf die Geschehnisse vor dem Anpfiff des Revierderbys am vergangenen Samstag.

Der Einsatz von Pyrotechnik bei Fußballspielen ist in Dortmunder Fankreisen höchst umstritten. Die Gesetzeslage hingegen ist klar und verbietet das Abbrennen von Feuerwerk im Stadion. Unabhängig davon, wie man grundsätzlich zum Gebrauch von Pyrotechnik stehen mag, ist am Samstag eine Grenze überschritten worden. Mit dem unkontrollierten Abbrennen von bengalischen Fackeln, dem Werfen von Knallkörpern und Abfeuern von Leuchtraketen in die angrenzenden Blöcke und auf das Spielfeld hat ein kleiner Teil der 6.000 anwesenden BVB-Fans viele Unbeteiligte massiv gefährdet oder konkrete Verletzungsgefahren bewusst in Kauf genommen. Dass der eigene Torwart einer brennenden Fackel ausweichen musste, zeigt, wie wenig Kontrolle einzelne Personen offenbar über sich selbst und die pyrotechnischen Gegenstände hatten.

In dem Bestreben um den Erhalt einer bunten und lebendigen Fankultur haben die Täter sich und allen anderen Fans einen Bärendienst erwiesen. Den engagierten und verhandlungsbereiten Fanvertretern gehen in der Diskussion mit Vereinen und den Verbänden die Argumente aus, wenn sie sich für den Erhalt von Fanrechten und gegen weitere Sicherheitsmaßnahmen einsetzen – es andererseits aber zu Vorfällen wie am letzten Samstag kommt.

Auch aus Sicht der von der BVB | Fan- und Förderabteilung eingesetzten Fanordner stellt das vergangene Derby eine absolute Negativerfahrung da. Die Abteilung setzt diese seit einigen Jahren zu besonderen Spielen ein, um zwischen den eigenen Fans und den Ordnern des Heimvereins zu vermitteln. Durch das aggressive Auftreten einiger Fangruppen und die mutwillige Zerstörung der Sicherheitsverglasung am Gästebereich mussten die Fanordner durch Polizeikräfte unterstützt werden. Viele Fans verließen aus Angst vor den eigenen Leuten sogar den Fanblock. Vor dem Hintergrund, dass sich viele – auch jene, die den betroffenen Gruppierungen nicht unbedingt nahestehen – noch vor wenigen Wochen gegen die massiven Polizeieinsätze in Dortmund und Gelsenkirchen ausgesprochen haben, ist diese Entwicklung gleichermaßen bedenklich wie traurig.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat bereits angekündigt, die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen zu wollen. Die Fan- und Förderabteilung vertraut darauf, dass die handelnden Personen angemessene Maßnahmen finden, die den Vorfällen gerecht werden und nicht die große, friedliche Masse an BVB-Fans treffen.

Gleichzeitig wendet sich die Abteilungsleitung an die Dortmunder Fanszene: in unserem eigenen Interesse dürfen sich Vorfälle wie am Samstag beim Derby nicht wiederholen. Die Grundlage für Gespräche mit Vereinen und Verbänden auf Augenhöhe wird uns allen durch solche Aktionen genommen!

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