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Kolumne: Ruhe bewahren – Stimmung beleben

Kolumne: Ruhe bewahren – Stimmung beleben

Pfiffe zur Halbzeit und nach dem Schlusspfiff gegen Mönchengladbach. Unruhe und Raunen ob der unsauberen Spielweise des BVB beim Einzug unter Europas Top 8 am Mittwoch – trotz dieses Erfolgs könnte man aktuell meinen, Borussia aus Dortmund steckt in der größten Krise der vergangenen Jahre. 

Nach einer zugegeben schwachen ersten Hälfte des BVB gegen Borussia Mönchengladbach hallten laute Pfiffe durch das Stadion, als die Spieler in den Spielertunnel verschwanden. Mats Hummels legte daraufhin den Finger auf seine Lippen und signalisierte: Ruhe!

CL-Finale048Doch beim Champions-League-Spiel kam eben die nicht rein. War die Stimmung in der ersten Halbzeit zumindest über weite Teil noch Champions-League-würdig,  mehrten sich mit dem 1:2 von St. Petersburg wieder vermehrt  die ungeduldigen, unzufriedenen Rufe, die Sebastian Kehl und Kevin Großkreutz nach Schlusspfiff zum Anlass nahmen, ihrerseits Unmut zu äußern. Mannschaft murrt gegen Fans, Fans gegen Mannschaft. Und das, während wir in der Liga auf Platz 2, im DFB-Pokal im Halbfinale und in Europas Königsklasse wieder unter den letzten Acht stehen. Geht’s noch?

Natürlich: Die Mannschaft verlor am Wochenende bereits das siebte Spiel der Saison, vier davon zu Hause, doch haben wir immer noch den zweiten Tabellenplatz inne. Außerdem müssen wir auch bedenken, wie sehr die Mannschaft von Jürgen Klopp unter den Verletzungen in dieser Saison leidet. Da hilft es auch nicht, dass unsere Spieler nun von den eigenen Fans kritisiert werden. Wir befinden uns ganz einfach in einer Saison, in der wir nicht jeden Gegner an die Wand spielen können – wir haben nicht den Kader, der die vielen Verletzten auffangen kann.

Gerade Angesichts dieser Tatsache ist es rein faktisch wieder eine äußerst zufriedenstellende Saison. Doch von den Zuschauerrängen kommt statt einem glückseligen Klatschen zunehmend Unmut zurück – noch vor drei Jahren hätte wohl jeder Stadionbesucher ob dieses Szenarios laut gelacht, dem Erzähler den Vogel gezeigt und gesagt: „So was gibt es nur in München oder Gelsenkirchen!“

SüdtribüneDie Fußball-Feste sind weniger geworden, dieser „Kritik“ muss sich die Mannschaft stellen. Gleichzeitig müssen sich jedoch auch wir Fans uns der Kritik stellen und resümieren: Oft genug hatte man in dieser Saison den Eindruck, ein Sättigungsgefühl aus dem Publikum spüren zu können. Mit „Erfolgsfans“ hat das wenig bis nichts zu tun. Von den 55.000 Dauerkarten dürften in den letzten Jahren die aller wenigsten neu vergeben worden sein. Der Großteil der Zuschauer war also 2011 genauso an der famosen Stimmung beteiligt, wie heute an der schlechten. Die Worte von Kehl und Großkreutz beweisen: Die Spieler bekommen die lethargische Atmosphäre mit, die um sie herum aktuell allzu oft herrscht – ob das aber wirklich der Anspruch der Gelben Wand, der Fans von Borussia Dortmund sein kann? Diese Frage können wir in den kommenden Spielen selbst beantworten.

Am Samstag geht es in Hannover um wichtige Bundesliga-Punkte, am Dienstag steht dann das Spiel gegen jenen Verein an, bei dem das Auspfeifen eigener Spieler zur „guten“ Tradition gehört – und über den wir uns deshalb schon oft genug amüsiert haben. Lasst uns zeigen, dass wir in Dortmund noch lange nicht satt sind, hinter der Mannschaft stehen, die uns in den letzten Jahren so viel Freude bereitet hat, und dass die „Hölle Westfalenstadion“ noch immer existiert!

Auf zum Dreier in Hannover!
Und dann auf zum Derbysieg!

Stefan Döring & Clemens Boisserée

Über die BVB | Fan- und Förderabteilung veröffentlichen BVB-Fans einmal in der Woche eine Fan-Kolumne in den Ruhr Nachrichten. Die dort veröffentlichten Meinungen / Kommentare spiegeln weder zwingend, noch bindend die Meinung der BVB | Fan- und Förderabteilung wieder.

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