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Volle Hütte und spannende Diskussionen beim Borussentreff

Volle Hütte und spannende Diskussionen beim Borussentreff

Mehrere hundert BVB-Fans drängelten sich im Presseraum des Stadions, um dem ersten Borussentreff der Saison zu lauschen. Auf der Agenda standen zwei äußerst interessante Themen: Zum einen stellte KoFaS vor, wie es um Rechtsextremismus im BVB-Umfeld bestellt ist, anschließend präsentierten Vertreter von The Unity die Idee eines neuen Netzwerks unter dem Titel Südtribüne Dortmund.

Es sah aus, wie bei einer Vorlesung zu Erziehungswissenschaften der Technischen Universität. Mit einem solchen Andrang zum ersten Borussentreff der Saison 2014/2015 hatte keiner der Organisatoren gerechnet. Ein Großteil der rund 500 Besucher fand einen Sitzplatz, der Rest verfolgte das Geschehen im Stehen. Da der Presseraum im Stadion fast aus allen Nähten platzte, begann die Veranstaltung mit knapp 15 Minuten Verspätung. Doch das Kommen sollte sich gelohnt haben, denn es folgten zwei spannende Stunden zu zwei Themen, die die Fankultur in Dortmund auch künftig stark prägen werden.

Den Anfang des Borussentreffs machten die Fanforscher Gerd Dembowski und Robert Claus von der Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit (KoFaS). In Zusammenarbeit mit dem BVB hatten sie in den letzten zehn Monaten rechtsextremistische und diskriminierende Tendenzen im Vereinsumfeld untersucht und wie sich der Verein entwickelte, um diesen Problemen entgegenzuarbeiten. Beide zeigten auf, dass sich die rechte Szene in Dortmund die Popularität des BVB zu eigen macht, um bürgerliche Nähe aufzubauen. Um diesen braunen Machenschaften entgegenzuwirken, hat sich in den letzten Monaten durch verstärkte Vereinsaktivitäten, der Gründung des Fan-Zusammenschuss Ballspielvereint, verschiedenen und regelmäßigen Gedenkstättenfahrten und Kampagnen wie Abpfiff für rechts Beachtliches beim BVB getan.

Doch die KoFaS sieht einen weiteren Bedarf an zusätzlichen Maßnahmen und infrastrukturellen Verbesserungen beim BVB. Beide Redner präsentierten Ideen, wie der BVB und seine Fanszene künftig noch aktiver im Kampf gegen rechtes Gedankengut und Nazis rund um den BVB aktiv werden können. „Es geht darum, Menschen im Umfeld des BVB zu sensibilisieren und ihnen Wege zu schaffen, sich gegen rechts zu engagieren“, formulierte das Duo ein Ziel, das die BVB | Fan- und Förderabteilung mit unterschiedlichsten Aktionen gerne unterstützt. Zukünftige Maßnahmen müssen besonders die Selbstregulierungsprozesse innerhalb der Fanszene stärker fördern. Als Beispiel nannten Dembowski und Claus unter anderem die Errichtung eines Fanhauses, an dessen Verwirklichung auch die BVB | Fan- und Förderabteilung seit geraumer Zeit mitwirkt.

Abgerundet wurde der erste Teil des Borussentreffs mit einer kurzen Frage- und Antwortrunde, in der aus dem Plenum der Aufruf an die Führungsetage des BVB kam, sich weiterhin und noch verstärkter intern und öffentlich gegen rechts auszusprechen. Für die BVB | Fan- und Förderabteilung steht unmissverständlich auch künftig fest: Abpfiff für rechts – wir wollen keine Nazis rund um unseren BVB!

Nach einer kurzen Pause betrat dann das Sprechergremium der größten Dortmunder Ultragruppierung The Unity das Podium, um die zweite Runde des Borussentreffs einzuläuten. Sie stellten ihre Idee eines neuen Netzwerks unter dem Titel Südtribüne Dortmund vor. Vorne weg: Eine ausführliche Darstellung der Idee aus Sicht der Gruppe findet sich auch im ersten Vorspiel der Saison beim Spiel gegen Leverkusen.

Zu Beginn gab es noch kleinere Unklarheiten, doch das Quintett machte dann den Zuhörern schnell klar, worum es The Unity bei diesem neuen Netzwerk geht: der Stärkung des Gemeinschaftsgefühls unter den BVB-Fans, der Gründung eines neuen Netzwerks unter allen interessierten Fanclubs und Fans, der Schaffung einer finanziellen Grundlage für Choreografien durch BVB-Fans sowie dem kontinuierlichen Austausch unter möglichst vielen Fans auf der Südtribüne.

In der anschließenden Diskussionsrunde wurde unter anderem die Idee, von Mitgliedern des Netzwerkes einen Beitrag von 10 Euro zu nehmen, besonders intensiv besprochen. Dabei geht es, laut Vorsänger Oliver Ricken, nicht darum, sich ein Stimmrecht zu erkaufen. Dieser Beitrag soll die Grundlage für die finanzielle Unabhängigkeit und Flexibilität für künftige Aktionen wie Choreografien und Merchandising bilden.

Für das Netzwerk können sich ab dem zweiten Spieltag alle Fans und Fanclubs am Büdchen, dem Infostand von The Unity am Aufgang zu Block 12 unter der Südtribüne, anmelden, gleiches gilt für nicht als Fanclub angemeldete Fangruppen. Wer sich für das Netzwerk Südtribüne Dortmund zunächst nur interessiert, kann auch nach dem Drittligaspiel der BVB U23 gegen den Chemnitzer FC, am 6. September um 18 Uhr (spielfrei für die Profis), zu einem ersten Treffen gehen. Dort sollen die genauen Strukturen des Netzwerks, zum Beispiel die ex- und interne Vertretung durch ein gemeinsames Gremium, geplant und das weitere Vorgehen besprochen werden. Fragen, Anregungen und Kritik zu ihrer Idee nimmt die Gruppe auch per E-Mail an suedtribuene@the-unity.de entgegen.

Anmerkung: Das U23-Spiel gegen Chemnitz wird verlegt, daher wird möglicherweise auch der Termin für das erste Treffen noch einmal neu angesetzt.

Gegen 21.30 Uhr schloss dann der erste Borussentreff der jungen Saison mit lautstarkem Applaus für die Gäste von KoFaS und The Unity. Die BVB | Fan- und Förderabteilung bedankt sich für die vielen Besucher und die rege und stets sachliche Diskussion zu beiden Vorträgen.

BVB | Fan- und Förderabteilung

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