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„Unsere Kurve“ berät britisches Parlament

Am Dienstag, den 01. März 2011 trafen sich Vertreter der vereinsübergreifenden Fanvereinigung „Unsere Kurve“, in der die BVB Fanabteilung ebenfalls engagiert ist, mit einer zehnköpfigen Delegation des britischen Parlaments in den Räumlichkeiten des DFB in Frankfurt, um sich über die gegenwärtige Situation im englischen und deutschen Fußball auszutauschen. Der britische Unterhaus-Ausschuss für Kultur, Medien und Sport beschäftigt sich seit Dezember 2010 mit der Frage, ob die derzeit geltenden Regularien für Fußballmanagement noch zeitgemäß sind und welche Verbesserungsmöglichkeiten hierbei bestehen. Die aktuelle britische Regierung vertritt die Meinung, dass aufgrund der finanziellen Misswirtschaft bei zahlreichen britischen Topclubs und den damit einhergehenden zum Teil existenzbedrohenden Entwicklungen (Manchester United, Liverpool FC etc.), das gegenwärtige Management von Fußballvereinen weder heutigen noch zukünftigen Fan-Generationen gute Dienste erweist. Der Ausschuss beschäftigt sich deshalb in diesem Zusammenhang auch mit der Frage,  in wie weit Fans stärker an vereinsrelevanten Entscheidungsprozessen beteiligt werden können. Da Deutschland in Europa als die Fußballnation mit dem größten Faneinfluss gilt und gleichzeitig die finanziell gesündesten Strukturen vorweist, war es Wunsch der britischen Parlamentarier sich direkt mit deutschen Fanvertretern auszutauschen. Die drei Unsere Kurve-Vertreter Stefan Minden (Fan- und Förderabteilung Eintracht Frankfurt), Mathias Neumann (Fanprojekt Borussia Mönchengladbach) und Jens Wagner (HSV Supporters Club) beantworteten fast zwei Stunden lang ausführlich die Fragen der Ausschussmitglieder unter Leitung von Mr John Whittingdale. Weiterhin erläuterte die UK-Delegation, in welchem Maße in deutschen Vereinen Fanmitbestimmung trotz zum Teil unterschiedlicher Vorraussetzungen möglich ist und wie der Austausch zwischen Unsere Kurve, DFL und DFB aussieht. Gleichzeitig wurde von Unsere Kurve-Seite darauf hingewiesen, dass, trotz der guten Ausgangslage im deutschen Fußball, auch bei uns nicht alles Gold ist was glänzt. Hier wurden insbesondere die Ausnahmeregelungen für Wolfsburg und Leverkusen genannt, die sich mehr und mehr als Vorteilsregelungen für diese beiden Vereine entpuppen, sowie die teilweise geschickte Umgehung der Lizenzierungsbestimmungen durch Hoffenheim und RB Leipzig. Die offizielle Selbstdarstellung des Ausschusses lautet wie folgt: „Britischer Unterhaus-Ausschuss für Kultur, Medien und Sport untersucht Regulierung und Kontrolle des Managements von Fußballclubs   Am 7. Dezember 2010 startete der Unterhaus-Ausschuss für Kultur, Medien und Sport eine Unter­suchung zur Regulierung und Kontrolle des Managements von Profifußballclubs in Großbritannien. Damit reagierte der Ausschuss zum einen auf die Schlagzeilen über die Vereine Liverpool und Manchester United und zum anderen auf die verbreitete Befürchtung, dass die derzeit geltenden Regularien für das Management von Fußballvereinen weder der heutigen noch den zukünftigen Fan-Generationen gute Dienste erweisen. Zum Hintergrund der Untersuchung Die Koalitionsvereinbarung der britischen Regierung enthielt das Versprechen, sich für eine Reform der Management-Regularien im Profifußball einzusetzen, die eine Teilhaberschaft der Fans an ihrem Verein in genossenschaftlicher Form ermöglichen sollte. Diese Untersuchung wird sich mit der Frage beschäftigen, ob es eine strategische Intervention der Regierung in die Verwaltung professioneller Fußballclubs geben sollte. In diesem Kontext werden auch die Möglichkeiten für eine stärkere Beteiligung der Fans an den Entscheidungsprozessen sowie die Frage untersucht, ob die geltenden Regulierungsverfahren – einschließlich der Beurteilung, ob eine Person fachlich und von der Persönlichkeit her für ein Amt geeignet ist (Fit & Proper-Tests) – ausreichend sind. Die Fragen, mit denen sich der Ausschuss befassen wird

  • Sollten Fußballvereine in Großbritannien anders behandelt werden als andere Organisationen mit Wirtschaftsbetrieb?
  • Sind die Kontrollregularien für den Fußball in England und Wales und die Aufsichtsbehörden, die diese Regularien festlegen und überwachen, zwecktauglich?
  • Sind die Profifußballvereine zu hoch verschuldet?
  • Was sind die Vor- und Nachteile eines Fan-Trust-Modells mit Aktienanteilen?
  • Ist eine Einmischung der Regierung gerechtfertigt und wenn ja, wie sollte sie aussehen?
  • Gibt es Erfahrungswerte von Fußball-Aufsichtsmodellen in Großbritannien und im Ausland oder von Aufsichtsmodellen anderer Sportarten?

Der Ausschussvorsitzende John Whittingdale erklärte: „Die Regierung hat zugesagt, sich für eine Reform der Vereinsmanagement-Regularien im Fußball einzusetzen, so dass eine genossenschaft­liche Teilhaberschaft der Fans an ihrem Verein ermöglicht wird, und es bestehen weit verbreitete Zweifel an der Tauglichkeit der derzeitigen Vereinsmanagementregeln. Unsere Untersuchung wird der Frage nachgehen, ob es Gründe für eine strategische Intervention der Regierung und eine verbesserte Selbstregulierung gäbe, und Modelle für ein größeres Mitsprache­recht der Fans bei der Vereinsführung prüfen. Vertreter der BVB Fanabteilung konnten an diesem Termin aus Zeitgründen leider nicht teilnehmen. Das Thema wird beim kommenden Bundestreffen einer der Tagesordnungspunkte sein, sodass dieser Termin ausführlich diskutiert werden kann. HSV Supporters Club/ BVB Fan & Förderabteilung

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