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Stellungnahme im Fall „Störgeräusche gegen BVB-Fans“

Zwei Tage nach dem Spiel 1899 Hoffenheim gegen Borussia Dortmund und den laut gewordenen Vorwürfen der versuchten Zensur von Sprechchören aus dem Dortmund Fanblock, gab 1899 Hoffenheim gestern am frühen Abend bekannt, den mutmaßlichen Täter ausfindig gemacht zu haben. Ein Mitarbeiter des Vereins soll in Eigenregie den „Corpus Delicti“, das Störgerät, ins Stadion geschmuggelt, ans Stadionstromnetz angeschlossen und während des Spiels bedient haben.

Soweit die offizielle Version der TSG 1899 Hoffenheim. Die BVB | Fan- und Förderabteilung hat gestern über den gesamten Tag hinweg Hinweise von Fans aus ganz Deutschland gesammelt, die in den vergangenen Monaten zu Gast in der Rhein-Neckar Arena waren. Dabei stellte sich heraus, dass es ähnliche Vorfälle schon in der Saison 2010/2011 gab. Sowohl die Fans der Frankfurter Eintracht am 16.04.2011, dem 30. Spieltag der Saison, als auch Anhänger von Mainz 05, am 24.Spieltag (26.02.2011), wurden von den bekannten Geräuschen belästigt und gestört.

Darüber hinaus erfuhr die BVB | Fan- und Förderabteilung am heutigen Dienstag von Thilo Danielsmeyer, Leiter des Dortmunder Fanprojekts, dass ihm die Anlage schon vor Spielanpfiff durch Ordnungsdienst und Polizei gezeigt und Aufgabe und Funktionsweise erklärt wurden. Zumindest alle Beteiligten im Bereich des Gästeblockes mussten also gewusst haben, was dieses Gerät bewirkt und wofür es eingesetzt wurde.

All dies passt nicht ins Bild der Erklärung des TSG 1899 Hoffenheim, nach der es sich bei der Aktion vom Samstag um einen einmaligen Einzeltäter gehandelt hat.

Die gesamte „Aufarbeitung“ und öffentliche Darstellung der Vorfälle durch die TSG 1899 Hoffenheim verkommt in unseren Augen allmählich zur einer Farce:

Zunächst sollte es gar keine Beschallung gegeben haben, dann war der Schuldige plötzlich ein Fan auf der Tribüne, der eine „laute Fanfare“ mit ins Stadion genommen haben soll. Wer die peniblen Kontrollen in der Rhein-Neckar Arena kennt, der weiß, dass ein Gerät, das eine solche Lautstärke verursacht, niemals den Weg auf die Tribüne gefunden hätte.

Noch am Sonntagabend, nach Veröffentlichung der Fotos, die das Gerät im Tunnel unter dem Gästeblock zeigen, gab der Verein dann bekannt, es müsse sich um Fans gehandelt haben, die in einer Nacht- und Nebelaktion gehandelt hätten. Dagegen sprach allerdings sofort, dass das Gerät an das Stromnetz des Stadions angeschlossen und über das gesamte Spiel hinweg von drei Ordnungsdienstmitarbeitern bewacht wurde.

Jetzt soll also ein einzelner Mitarbeiter für die Geschehnisse verantwortlich sein, obwohl bekannt ist, dass es schon in der Vergangenheit zu ähnlichen Vorfällen kam und Borussia Dortmund einen Zeugen hat, der offiziell durch die Ordnungshüter der Rhein-Neckar Arena die Funktion der Störtechnik erklärt und gezeigt bekommen hat.

Marco Blumberg, der Leiter der BVB | Fan- und Förderabteilung, dazu: „Das Verhalten der Verantwortlichen aus Hoffenheim, jetzt ein „Bauernopfer“ für das eigene Fehlverhalten zu präsentieren, ist in unseren Augen kein Schritt, der für Einsicht und Verständnis unter den Fans sorgt. Vielmehr zeugt es nicht gerade von Stil, einer einzelnen Person die Schuld in die Schuhe zu schieben um sich selber rein zu waschen.“

Wir als BVB | Fan- und Förderabteilung weisen nochmals daraufhin, dass wir die Beleidigungen gegen Dietmar Hopp in keiner Weise unterstützen, gut heißen oder verteidigen wollen. Wir möchten auch klarstellen, dass unser jetziges Engagement nichts mit einer Anti-Hopp- oder Anti-Hoffenheim-Kampagne zu tun hat. Wir würden dasselbe von jedem anderen Verein der Liga verlangen, der derartige Methoden gegenüber mündigen Bürgern einsetzt oder zumindest toleriert. Beleidigungen diffamieren und bringen unser Bestreben nach Einhaltung der 50+1-Regelung und einem Fußball für Fans statt für Einzelpersonen nicht weiter.

Dennoch ist die TSG 1899 Hoffenheim am Samstag mit ihrem Versuch die Beleidigungen zu unterbinden einen Schritt zu weit gegangen. In dem Rechtsstaat Deutschland, kann man zum Glück nicht Recht und Gesetz in die eigene Hand nehmen. Es bleibt jedem selbst überlassen, sich mit den rechtsstaatlichen Mitteln gegen erlittenes Unrecht zur Wehr zu setzen.

Marco Blumberg: „Wir verlangen jetzt eine lückenlose Aufklärung der Fälle und fordern die TSG 1899 Hoffenheim auf, die Wahrheit ans Licht zu bringen und nicht weiterhin eine haltlose Erklärung nach der anderen zu produzieren.“

BVB | Fan- und Förderabteilung

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