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Polizeigewalt in Sevilla – Chronologie

Für alle, die die Vorfälle schon vergessen oder verdrängt haben, möchten wir an dieser Stelle noch einmal komprimiert darstellen, was in Sevilla geschehen ist und was die BVB | Fan- und Förderabteilung in der Folgezeit unternommen hat um die Vorfälle aufzuklären bzw. ähnliche Vorfälle zukünftig zu vermeiden. 

Rund um das letzte Euro League – Spiel des BVB am 15. Dezember 2010 ist es zu einem unverhältnismäßigen Polizeieinsatz gekommen, der  für viele Fans in negativerer Erinnerung bleiben wird. Insbesondere auch mit weitreichenden Konsequenzen für die vor Ort inhaftierten.

Die BVB | Fan- und Förderabteilung hat in Person der  anwesenden Vorstandsmitglieder Marco Blumberg und Stefan Petschak sowie den Fanbeiratsmitgliedern Sarah Hartwich, Dirk Thomas und Toby Scheiblich vor Ort miterleben müssen, mit welcher Gewalt die Polizei gegen zum Teil völlig unbeteiligte Dortmund Fans vorgegangen ist.

Auch gegenüber zwei aktiven Fanbeiratsmitgliedern ist es zum Einsatz von Schlagstöcken gekommen, welcher zu erheblichen Kopfverletzungen und diversen blauen Flecken geführt hat. Daher war es für die BVB | Fan- und Förderabteilung klar, dass sie diesen menschenverachtenden Gewalteinsatz nicht tolerieren und kommentarlos hinnehmen wird. 

Die Fanabteilung hat bereits kurz nach den Vorfällen zusammen mit den BVB Fanbetreuern dazu aufgerufen, dass Beteiligte ihre Erfahrungsberichte sowie Bilder und Videos an die Fanabteilung senden. In der Folgezeit sind weit über 100 verschiedene, aber vom Tenor doch immer gleiche Berichte zu den Ereignissen in Sevilla bei der Fanbetreuung und der Fanabteilung eingegangen.

Sehr viele dieser Berichte waren mit dem unmissverständlichen Wunsch verbunden, dass gemeinsam versucht wird, derartige Polizeigewalt für die Zukunft zu unterbinden. Bei den späteren Recherchen und Gesprächen mit anderen Fanszenen mussten wir feststellen, dass es nicht nur den Dortmundern in Spanien so ergangen ist. Leider hat aber keine bisherige Fanszene dies nachhaltig öffentlich thematisiert. Daher war es für uns klar, dass wir nicht weiter schweigen dürfen.

Wir haben einen Brief  an verschiedensten öffentliche und verantwortliche Stellen versandt und so um Hilfe gebeten und die Vorfälle bei manchen Institutionen auf die Tagesordnung gebracht. Es wurden mehr als 30 Institutionen und Verbände ausgewählt, die neben einem Anschreiben einen möglichst objektiven Bericht der Ereignisse von dem hauptamtlichen Fanbetreuer des BVB, Jens Volke, erhalten haben und diese Schreiben sowohl in deutscher, spanischer und englischer Sprache versandt wurden. Dem Schreiben haben wir noch eine Zusammenstellung von mehr als 30 Seiten der Erfahrungsberichte von verschiedenen Fans beigefügt.

Leider haben nicht alle Angeschriebenen reagiert und manche haben leider nur sehr enttäuschend reagiert. Die Fanorganisationen wie Football Supporters Europe, Unsere Kurve, Supporters Direct und Pro Fans haben sehr schnell reagiert und uns ihre Hilfe angeboten und insbesondere FSE hat uns tatkräftig unterstützt.
Dazu haben deutsche Regierungsstellen wie das Presseamt, das Auswärtige Amt, der Bundesminister Dr. Guido Westerwelle, der deutsche Botschafter in Spanien Herr Silberberg und die Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag Frau Dagmar Freitag, reagiert und die Sache intern überprüft und bearbeitet.

Auch wenn dies meist schleppend und nicht besonders zufriedenstellen ausgefallen ist haben sich letztendlich der DFB und die Fifa auf unsere Schreiben gemeldet, aber ohne konkret in der Sache aktiv zu werden. Die UEFA hat lediglich einmal nach außen hin erkennbar den FC Sevilla angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten, ist aber seit dem nicht mehr aktiv geworden.

Nach sehr langer Zeit gab es auch die erste und bis jetzt einzige Reaktion aus Spanien. Das Nationale Gremium zur Gewaltprävention im Fußball hat uns mitgeteilt, dass ein entsprechender Bericht der Vorfälle an die Dortmunder Polizei gesendet wurde. Die Versuche diesen Bericht einzusehen wurden leider strikt von der Dortmunder Polizei zurückgewiesen, so dass uns die spanische Sicht der Dinge bis jetzt verwehrt wurde.

Dazu kamen noch beispielhafte Reaktion von Amnesty International, Hansi Küpper und natürlich die Reaktion von Prof. Dr. Feltes, die sodann in der Gründung der gemeinsamen Task Force Sevilla endete.

Ihr seht es ist viel geschehen und vielleicht hat es auch etwas gebracht, denn das Spiel von Hannover in Sevilla wurde nicht von derartigen Schlagzeilen überlagert. Hier hatte die Task Force sich an Hannover gewendet und im Vorfeld auf die Probleme hingewiesen und die Hilfe angeboten, welche aber nicht angenommen wurde. Dennoch zeigt uns der Einsatz, dass sich auch ein vermeintlich nicht lohnender Einsatz für eine Sache auszahlen kann, wenn man es nur will und sich beharrlich für seine Ziele einsetzt. 

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