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Schulprojekt „Der BVB in der NS-Zeit“ / Begleiterscheinungen und Verantwortung

Seit Jahren engagiert sich die BVB Fan- und Förderabteilung in der Antirassismusarbeit. Häufig widerfuhr den Ehrenamtlern dann – womöglich auch begünstigt durch das „Nazi-Problem“ in Dortmund Aggression, Hass und Wut. So bekommen regelmäßig ehrenamtliche Helfer Post nach Hause:

Wut-Briefe an die ehrenamtlichen Helfer der BVB-Fanabteilung mit Worten, wie „Ihr seid keine Menschen“ und „Ihr und Salzsäure = ein gelöstes Problem“

Solche Dinge sind nicht schön und auch zermürbend, aber auch durch Inanspruchnahme von Rechtsmitteln kamen wir damit zurecht. 

Was die Beteiligten des Schulprojekts „Der BVB in der NS-Zeit“ aber nach der Abschlusspräsentation nach einem Facebook-Posting mit einer kleinen Videobotschaft erleben mussten, hat die bisherige „Qualität“ der Äußerungen und der Kritik in den Schatten gestellt. Ein Facebook-Posting wurde koordiniert und von rechtsoffenen Facebook-Gruppen „geshitstormed“. Weit über 1.000 Mal wurde die Kommentarfunktion zum Posting genutzt. Über 600 Kommentare mussten gelöscht werden, weil sie (den Schülern und Lehrern gegenüber) drohenden oder beleidigenden Charakter hatten.

Screenshot Facebook Posting der Abschlussklasse Helmholtz-Gymnasium zum Ende der Präsentationsveranstaltung

 

 

Unser Facebook-Beitrag wurde gezielt in Nazi-Gruppen geteilt und es wurde aufgerufen Kommentare zu hinterlassen (koordinierter Hass-„Shitstorm“). Hunderte solcher Kommentare fand und findet man immer noch unter dem Beitrag:

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kein Kommentar, im Sinne von „wir sind sprachlos“

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kein Kommentar, im Sinne von „wir sind sprachlos“

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kein Kommentar, im Sinne von „wir sind sprachlos“

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kein Kommentar, im Sinne von „wir sind sprachlos“

Screenshot_2016-12-19-22-48-31

kein Kommentar, im Sinne von „wir sind sprachlos“

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kein Kommentar, im Sinne von „wir sind sprachlos“

                    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

Die Schüler und Lehrer wurden zum Teil auch über die persönlichen Facebook-Profile kontaktiert und beschimpft. Eine Lehrerin sah sich wegen der Hass-Welle gezwungen, ihr Facebookprofil zu löschen.

Der BVB steht für Vielfalt, Toleranz und Respekt vor Jedermann. Die Begebenheiten – dieser „laute Hass“ – rund um das Schulprojekt „Der BVB in der NS-Zeit“ sind erschreckend und gekennzeichnet von einem verzerrten Geschichtsbild, einer Orientierungssuche. Das Angebot hierzu steht bereit, es ist geprägt von rechtem Gedankengut und Populismus.

Rechte Demagogen verbreiten Hass, Angst; sie übernehmen das „Denken“ und bieten vermeintlich Sicherheit. Wir leben in einer weltoffenen, einer reichen und durch Mitmenschlichkeit und bürgerschaftliches Engagement geprägten Gesellschaft. Unsere gemeinsamen Werte fußen auf unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung. Und genau hier möchten wir ansetzen mit unserem „Dialog-Angebot“.

Als BVB-Familie sind wir Teil der Gesellschaft, die für die eingangs genannten Werte steht und: wir stehen im Fokus des öffentlichen Interesses. Hier sehen wir sowohl unsere Verantwortung als auch die Chance positive Dialoge anzustoßen, zu begleiten.

Hate_Poetry_Logo_01

Logo Reaktionsveranstaltung „Hate Poetry, No Hate“

In enger Absprache mit den Schülern und den Lehrern des Helmholtz-Gymnasiums planen wir nun als gemeinsame Reaktion auf diesen Hass-Shitstorm eine Veranstaltung, in der die Kommentare in einer Art Hate-Poetry von bekannten Schauspielern vorgetragen und dann im Anschluss von Wissenschaftlern analysiert werden. Desweiteren sollen offene Diskussionsrunden teil des Programms sein, in denen sich Betroffene mit dem Publikum austauschen können. Diese Veranstaltung wird ebenfalls rein ehrenamtlich organisiert. Termin für diese Hate-Poetry-Veranstaltung wird unmittelbar vor der Bundestagswahl, mit dem Aufruf am 24. September wählen zu gehen, sein.

 

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