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Rückblick Anderlecht: Zweitgrößte internationale Busfahrt in der FA-Geschichte

Rückblick Anderlecht: Zweitgrößte internationale Busfahrt in der FA-Geschichte

Gut anderthalb Wochen liegt das Champions-League-Spiel in Anderlecht mittlerweile zurück. Zeit genug, die von der BVB | Fan- und Förderabteilung organisierte Busreise zum ersten Auswärtsspiel der neuen Champions League-Saison Revue passieren zu lassen.

Insgesamt setzte die BVB | Fan- und Förderabteilung sieben Busse ein – weit mehr als das zur Verfügung gestellte Kartenkontingent erlaubt hätte. Da aber auch zahlreiche Inhaber von Auswärtsdauerkarten und Fanclub-Mitglieder über die FA ihre Busfahrt nach Belgien buchten, konnte die FA weitere Mitfahrgelegenheiten zur Verfügung stellen. Knapp 300 BVB-Fans konnten so geschlossen zum 3:0-Sieg nach Belgien gebracht werden.

Die Fahrt nach Anderlecht war damit – nach dem gigantischen Konvoi zum Champions-League-Finale und den regelmäßigen Transfers zum Auswärtsderby – das drittgrößte Bus-Angebot in der FA-Geschichte und das zweitgrößte auf der internationalen Ebene.

Auch wenn die Fahrt absolut reibungslos verlief und auch drei Punkte mit zurück nach Dortmund genommen werden konnten, ist die BVB | Fan- und Förderabteilung nicht durchweg zufrieden mit der Reise.

Von der belgischen Polizei wurde im Vorfeld des Spiels angeordnet, dass alle BVB-Fans ab der deutsch-belgischen Grenze im Konvoi anreisen müssen. Selbst in Belgien lebende Fans mussten erst zum Treffpunkt an der Grenze kommen, um anschließend im Konvoi zurück nach Brüssel zu fahren. Eine eigene, unabhängige Anreise zum Spielort war somit ausgeschlossen.

Für das Passieren des BVB-Fan-Buskonvois wurden Autobahnen gesperrt, so dass andere Reisende erheblich beeinträchtigt wurden. Die Busbesatzungen konnten nicht selbst entscheiden, wann sie auf welchem Rastplatz eine Pause einlegen wollten. Bei der von der Polizei angeordneten Pause wurde der Imbiss geschlossen, selbst Toiletten waren für die Reisenden nicht zugänglich. Als der Konvoi auf einen Stau auffuhr und daher nicht mehr alle Busse zusammen fuhren, blieb bei jedem Bus ein Polizeifahrzeug. Angekommen am Stadion war selbst das Verlassen des Gästeparkplatzes für BVB-Fans nicht gestattet.

Schon an der deutsch-belgischen Grenze wurde von der Polizei in einigen Bussen das Vorhandensein von Eintrittskarten für das Spiel am Abend überprüft und bis zu 12 Stunden Haft angedroht, wenn man sich ohne Karte in der Nähe des Stadions aufhalten würde.

Auch die Rückfahrt wurde im Konvoi bestritten. Die BVB-Fans waren somit während ihres kompletten Aufenthalts in Belgien unter Kontrolle der Polizei und konnten sich nicht eigenwillig bewegen.

Auch wenn solch ein Vorgehen in Belgien an der Tagesordnung eines jeden Auswärtsspiels steht, bleiben die angeordneten Buskonvois zu kritisieren. Laut dem im 1993 im Vertrag von Maastricht eingeführten EU-Bürgerrecht kann sich jeder EU-Bürger in allen EU-Staaten frei bewegen. Dieses Recht wurde den BVB-Fans durch die Maßnahmen in Belgien genommen. Durch die eingeschränkte Reisefreiheit wurden die Fußballfans behandelt wie Straftäter, vor denen die Umwelt zu schützen ist. Ein solcher Umgang mit Fußballfans, die genauso Bürger sind wie jeder andere Mensch auch, ist nicht zu akzeptieren und sollte ein Überdenken dieser Handlungsweise zur Folge haben.

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