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Red Bull und der Profifußball – eine kritische Bestandsaufnahme

Red Bull und der Profifußball – eine kritische Bestandsaufnahme

Liebe Fans,

mit unserer Stellungnahme „Nicht unser Spiel“ vom 18.02.2018 machten wir deutlich, dass wir nicht nur den Verein RB Leipzig und das Konzerngebaren von Red Bull sehr kritisch sehen, sondern auch das, wofür Sie stehen: Die kommerzielle Durchdringung und die Lastverteilung weg vom Sportlichen hin zu Vermarktung, Gewinnoptimierung und Kommerzialisierung im Profifußball.

Als der BVB am 03.03.2018 im Leipziger Zentralstadion gegen den deutschen Marketingableger von Red Bull antrat, waren viele schwarzgelbe Anhänger, die den BVB sonst zu jedem Auswärtsspiel begleiten, nicht dabei. Auch wir boten z.B. keine Busreise zum Spiel in Leipzig an.

Nun trifft uns durch die Auslosung in der Europa League das Schicksal, innerhalb weniger Tage auch noch gegen das Salzburger Farmteam des Getränkekonzerns antreten zu müssen. Wir möchten euch mit einem kleinen Erklärstück die Möglichkeit geben, selbst zu entscheiden, wie ihr mit diesem Unternehmen und seinen beiden Profifußball-Ablegern umgehen wollt.

Wie aus dem SSV Markranstädt RB Leipzig wurde

Im Jahr 2009 wurde der Verein Rasenballsport Leipzig e.V. auf Initiative der Red Bull GmbH gegründet und übernahm zur Saison 2009/10 das Startrecht des SSV Markranstädt in der fünftklassigen Oberliga Nordost. Durch diesen Schritt vermied der Konzern, dass sich sein Verein aus der untersten Kreisliga C in Richtung Bundesliga aufmachen musste. Unter Einsatz erheblicher finanzieller Mittel gelang der Durchmarsch in die höchste deutsche Spielklasse. Die Lizenzspielerabteilung und die Nachwuchsteams bis zur U15 wurden im Jahr 2014 in die RasenBallsport Leipzig GmbH ausgegliedert, deren Gesellschafter zu 99 Prozent die Red Bull GmbH und zu einem Prozent der Verein sind. Auch die aktuell 17 stimmberechtigten Vereinsmitglieder stehen zum Teil in enger geschäftlicher Beziehung zu Red Bull, wodurch der Klub faktisch von der Red Bull GmbH kontrolliert wird. Der Erwerb der Stimmberechtigung im Verein ist dabei stark reglementiert.

Eigentlich dürfte es, folgt man den Statuten des DFB und des damals maßgeblich verantwortlichen Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV), diesen Klub gar nicht geben. Als RB Leipzig 2009 zum ersten Spiel seiner Vereinsgeschichte gegen die zweite Mannschaft von Carl Zeiss Jena antrat, hatte der Sächsische Fußball-Verband (SFV) zuvor alle Entwürfe für ein Vereinsemblem abgelehnt. Begründung: Es ist dem Markenzeichen des Konzerns Red Bull zu ähnlich. Eine derartige Verdrahtung verbietet die Satzung des Verbandes, in § 15 der Satzung des Deutschen Fußball-Bundes heißt es: »Änderungen, Ergänzungen oder Neugebung von Vereinsnamen und Vereinszeichen zum Zwecke der Werbung sind unzulässig.« Ausnahmen von der Regel gibt es nur dort, wo Klubs als Betriebssportgemeinschaften gegründet wurden und daher Unternehmensnamen bzw. dessen Logo im Vereinsemblem tragen, wie etwa bei Bayer Leverkusen oder Carl Zeiss Jena. Doch DFB und SFV legten, wie später auch die DFL, ihre eigenen Regeln maximal aus, um dem Leipziger Verein eine Möglichkeit zur Teilnahme am Spielbetrieb zu ermöglichen.

Wie aus Austria Salzburg Red Bull Salzburg wurde

Am 13. September 1933 wurde der SV Austria Salzburg gegründet und feierte seine größten Erfolge Mitte der Neunzigerjahre. Das Team wurde mehrfach österreichischer Meister und in der Spielzeit 93/94 schaffte die Austria es gar in das UEFA-Cup-Endspiel. Ende der Neunziger begann der Niedergang der Salzburger und gipfelte in der Übernahme des Vereins bzw. der Salzburg Sport AG durch die Red Bull GmbH im Jahr 2005. Bei der Übernahme wurde in den Vereinsstaturen der Austria ein Sonderrecht zugunsten der Red Bull GmbH festgeschrieben. Dies besagte, dass Red Bull das alleinige Bestellungs- und Abberufungsrecht des Vorstandes erhielt, auch ohne die Zustimmung der Mitgliederversammlung oder des Vorstandes, solange der Konzern ordentliches Vereinsmitglied ist.

Der nächste Schritt des Konzerns ließ nicht lange auf sich warten: Im Juni 2005 wurde Austria Salzburg in einer konstituierenden Generalversammlung als FC Red Bull Salzburg neu gegründet. Die zahlreichen Proteste vieler Fans – nicht nur aus Salzburg – wurden geflissentlich ignoriert, Kampagnen zum Erhalt des Vereins wurden mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln unterdrückt. Begleitet wurde die Neukonstituierung mit den unmissverständlichen Worten seitens des Red Bull-Konzerns: „Keine Kompromisse. Das ist ein neuer Klub. Es gibt keine Tradition, es gibt keine Geschichte, es gibt kein Archiv“. Die violett-weißen Vereinsfarben wurden gegen die rot-blauen Farben des Getränkeherstellers ausgetauscht. Die kritisierte Einstellung zur eigenen Geschichte wurde vom FC Red Bull Salzburg kurze Zeit später revidiert, da man als neuer Verein nicht in der Bundesliga hätte starten dürfen, sondern sich sportlich hätte für eine Teilnahme an der Liga qualifizieren müssen.

Im Jahr 2015 wurden die Statuten des Vereins abermals geändert und sämtliche Sonderrechte der Red Bull GmbH aus der Satzung entfernt. Red Bull bleibt dem Verein nunmehr als Sponsor erhalten. Damit sollte sichergestellt werden, dass der FC Red Bull Salzburg und RB Leipzig gleichzeitig an Bewerben der UEFA teilnehmen dürfen. Im Sommer 2016 wurde der Spielbetrieb in die FC Red Bull Salzburg GmbH ausgegliedert, deren einziger Gesellschafter der Verein ist, der ja, wie bekannt, durch den Konzern Red Bull kontrolliert wird.

Salzburg oder Leipzig? Hauptsache Red Bull!

Nicht nur auf dem Papier ist ersichtlich, dass die beiden europäischen Fußballfilialen dem großen Konzern Red Bull vollkommen unterstellt sind. Sportliche und wirtschaftliche Leitlinien für beide Clubs werden zentral aus der österreichischen Konzernzentrale gesteuert und wenn nötig auch über die Köpfe der am Standort verantwortlichen Personen hinweg getroffen.

Ein Beleg hierfür ist die Aussage des damaligen Salzburger Cheftrainers Oscar Garcia, der nach dem Wechsel von Mittelfeldspieler Bernardo in den Leipziger Schwesterclub gegenüber dem ORF die Situation wie folgt kommentierte: “Man hat mir gestern mitgeteilt, dass es ein neues Ziel gibt. Jetzt sind wir mehr ein Ausbildungsteam“. Diese Strategie, in Österreich ein qualitativ hochwertiges Team für junge Spieler in der obersten Spielklasse zu haben und diese anschließend nach Leipzig zu transferieren, formulierte Red Bull-Gründer und -Geschäftsführer Dietrich Mateschlitz schon während der Vereinsübernahme des SSV Markranstädt durch den Getränkehersteller „Wir wollen mit dem stärksten Team Leipzig in der deutschen Bundesliga spielen und in Österreich mit einem Quasi-U-21-Team mit möglichst hohem Anteil an Spielern aus unseren Akademien.“

Die Strategie des gemeinsamen Handelns beider Clubs wird am Transfer von Marcel Sabitzer deutlich. Der Stürmer, wurde durch RB Leipzig und eine Ausstiegsklausel aus seinem Vertrag mit Rapid Wien heraus gekauft. Soweit nichts Ungewöhnliches, problematisch war jedoch, dass Sabitzer sofort an den Salzburger Schwesterclub ausgeliehen wurde. Diese Leihe Stand im Konflikt mit der Ausstiegsklausel, die einen Wechsel von Wien nach Leipzig erst ermöglichte, dort war unter anderem festgeschrieben, dass Sabitzer nicht innerhalb der Österreichischen Liga wechseln durfte. Die beiden Red Bull Clubs interessierten sich jedoch offensichtlich nach dem Transfer nicht mehr für diese Regelung.

In einem Fall eines konzerninternen Spielerwechsels legte die FIFA ein Veto gegen die Spielberechtigung von Nils Quaschner ein, weil dieser in einer Saison schon vom zweiten Red Bull-Ableger in Österreich, dem FC Liefering, nach Salzburg gewechselt war und ein dritter Wechsel nach Leipzig in einer Spielzeit unzulässig sei. RB argumentierte in einer Stellungnahme, dass Liefering lediglich die Reservemannschaft von Red Bull Salzburg sei und der Wechsel nach Leipzig deshalb kein Problem darstelle.

Auch die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers als unabhängige Wirtschaftsprüfer stellen fest, dass die Verbindungen der beiden Clubs die Integrität des Wettbewerbs gefährden. Sie begründeten ihre Einschätzung mit dem übergewichtigen Einfluss der Red Bull GmbH auf die Mitgliederversammlung von RB Salzburg und den übermäßigen Sponsorzahlungen. Zusätzlich mietet RB Salzburg das Stadion und die Geschäftsräume bei einer Tochtergesellschaft von Red Bull an. Beim Leipziger Pendant stellten die Wirtschaftsprüfer ein ähnliches Bild fest. Auch hier nimmt Red Bull enormen Einfluss auf den Rasenballsport Leipzig e.V. und man stellte unüblich hohe Sponsorenzahlungen fest. Darüber hinaus gewährt die Red Bull GmbH dem Leipziger Club hohe Darlehen zu außergewöhnlich günstigen Konditionen.

Als im Sommer 2017 erstmals die Möglichkeit bestand, dass beide von Red Bull kontrollierten Clubs im selben europäischen Wettbewerb antreten könnten und die UEFA den Standpunkt vertrat, dass nur ein Red Bull-Club im Wettbewerb antreten könne, änderten die Österreicher kurzerhand die Grundlagen der Förderung bei RB Salzburg. So wurde ein Kooperationsvertrag zwischen den beiden Clubs aufgekündigt und in Salzburg wurden die Sponsorzahlungen sowie der Einfluss auf die Generalversammlung verringert. Zusätzlich verlor Red Bull den Posten im Aufsichtsrat bei RB Salzburg und man änderte das Trikotdesign der Österreicher, um den Unterschied zwischen den beiden Clubs zu unterstreichen. Weiter wurde angekündigt, zukünftig die Mietverhältnisse mit der Red Bull Tochtergesellschafft zu überprüfen.

Die UEFA akzeptierte die Maßnahmen bei Red Bull und erteilte beiden Mannschaften eine Spielberechtigung für die Champions- und Europa League, forderte jedoch, dass der Abkapselungsprozess der beiden Clubs fortgeführt werden müsse und kündigte eine weitergehende Prüfung des Prozesses an.

Man kann nur hoffen, dass die UEFA das Problem im Auge behält und beide Clubs in den nächsten Spielzeiten weiter voneinander getrennt werden. Sollte aber beide Clubs in der KO-Phase der internationalen Wettbewerbe gegeneinander antreten müssen, verkäme das Spiel und auch der Wettbewerb zur Farce, denn RB Leipzig bekäme der Konzern-Doktrin folgend quasi ein Freilos zugesprochen.

Darüber hinaus haben die Leipziger in ihrer erst achtjährigen Unternehmensgesichte bereits einen Transferverlust von fast 160 Mio. € erreicht. Eine Zahl, bei der jeder andere deutsche Fußballclub längst hätte Insolvenz anmelden müssen, doch der Geldfluss von Österreich nach Leipzig ist ein Fass ohne Boden.

Rasenballsport Leipzig ein Verein wie kein anderer

Eines der am häufigsten vorgebrachten Argumente der Verfechter der Konstrukte rund um den Getränkehersteller Red Bull versucht andere Vereine im Profifußball in dieselbe Ecke zu drängen wie die Clubs aus Leipzig und Salzburg. Den Kritikern der Red Bull-Ableger wird unterstellt, ihre eigenen Vereine betrieben vergleichbares Sponsoring, seien ebenso abhängig von Investoren oder die Fans verfügten, beispielsweise auf Grund der Ausgliederung der Profifußballabteilungen in sogenannte Kommanditgesellschaften auf Aktien (KGaA), ebenfalls nicht über Mitbestimmungsmöglichkeiten in ihren Vereinen.

Zunächst muss festgehalten werden, dass wir als BVB Fan- und Förderabteilung selbstverständlich die Entwicklungen im Bereich der Kommerzialisierung und Internationalisierung bei Borussia Dortmund kritisch begleiten, stets in Gesprächen mit Vertretern der Geschäftsführung stehen und Entwicklungen hinterfragen, ansprechen und unseren Einfluss zu Gunsten der Interessen der Fans bestmöglich geltend machen. Daher dürfen im Kontext der Kritik an Red Bull die Probleme vor der eignen Haustür nicht vergessen werden. Dennoch unterscheidet sich, unserer Auffassung nach, die Finanzierung eines Fußballvereins zur Sicherstellung der sportlichen Wettbewerbsfähigkeit von der Installation mehrerer Mannschaften im professionellen Sport zur Steigerung des Umsatzes oder der Bekanntheit eines Privatunternehmens wie Red Bull.

Wir sind mit der Realität konfrontiert, dass eingetragene Vereine, wie der BV Borussia 09 e.V. Dortmund, nicht mehr als alleinige Träger von Fußballmannschaften fungieren, müssen aber dennoch, abseits der romantischen Vorstellung vereinsbasierter Bundesligaclubs, feststellen, dass Borussia Dortmund, in den Augen der BVB Fan- und Förderabteilung, ein positives Beispiel der Umsetzung der „50+1-Regel“ darstellt. Trotz der Ausgliederung der Profifußballabteilung und dem Börsengang der entstandenen KGaA besitzen die Vereinsmitglieder noch immer die Möglichkeit der Mitbestimmung in ihrem Verein, auch wenn der Verein selbst nur etwa fünf Prozent der Anteile an der „Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA“ besitzt.

Möglich wird dies auf Grund der Leitung der KGaA durch die „Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH“, deren Geschäftsführer vom Vorstand des e.V. bestimmt und kontrolliert werden. Eben jenen Vorstand des e.V. wählen die Vereinsmitglieder auf der Mitgliederversammlung des Vereins Borussia Dortmund. Stimmberechtigt sind alle volljährigen und während der Jahreshauptversammlung anwesenden Mitglieder. Die Kandidaten auf das Amt des Vereinspräsidenten werden vom Wirtschaftsrat, dem Ältestenrat, den verschiedenen Abteilungsleitern, den Kassenprüfern und dem Leiter der Jugendfußballabteilung vorgeschlagen. Auch die Besetzung des in diesem Prozess aktiv handelnden Wirtschaftsrats wird durch die Vereinsmitglieder bestimmt. Denn je vier Mitglieder des Wirtschaftsrats, der bei Erwerb, Veräußerung oder Belastung von Grundstücken, der Gewährung von Darlehen, der Übernahme von Bürgschaften oder Garantien sowie der Aufnahme von Darlehen zustimmungspflichtig ist, werden vom Vorstand des e.V. berufen und durch die Mitgliederversammlung gewählt.

Wie bereits erwähnt, werden die Geschäftsführer der „Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH“ vom Vorstand des e.V. bestimmt und kontrolliert. Die Geschäftsführung fungiert als Leitung der „Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA“. Ebene jene „Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH“ fungiert als Komplementär, also persönlich haftender Gesellschafter, der KGaA. Die Aktionäre, u.a. der BV Borussia 09 e.V. Dortmund, gelten als Kommanditisten, also Teilhaber. Ein Kommanditist ist, soweit nicht vertraglich abweichend festgelegt, von der Geschäftsführung der Gesellschaft ausgeschlossen. Dies bedeutet zwar, dass der Vereinspräsident nicht zugleich Mitglied der Geschäftsführung sein kann, jedoch stets eine Kontrollfunktion über deren Handelns besitzt. Auf Grund dieser Regelung ist garantiert, dass die Vereinsmitglieder stets, durch Vorschlag, Wahl und Überwachung des Vereinspräsidenten, Kontrollgewalt über die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA besitzen, auch wenn vielen Fans und Mitgliedern diese Macht der Mitgliederversammlung offenbar nicht bewusst ist.

In §16 Abs. 2 der Satzung des DFB wird vorgeschrieben, dass eine Kapitalgesellschaft nur eine Lizenz für den Spielbetrieb erhalten kann, wenn der „Mutterverein“ mindestens „50 Prozent zuzüglich (…) eines weiteren Stimmanteils in der Versammlung der Anteilseigner“ innehat. Bei einer KGaA, wie bspw. Borussia Dortmund, muss der Mutterverein, oder eine von ihm zu 100 % beherrschte Tochter die Stellung des Komplementärs innehaben. Bei Borussia Dortmund ist dies durch die „Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH“ gegeben. Eben jener Passus wurde in die Satzung des Ligaverbandes (DFL) als §8 Abs. 2 übernommen.

Die DFL ließ allerdings in ihrer Satzung verschiedene Ausnahmen zu (§ 8 Abs. 3). Die bedeutendste dieser Ausnahmen – umgangssprachlich als „Lex Leverkusen“ bezeichnet – besagt, dass die Erfordernis einer mehrheitlichen Beteiligung des Muttervereins ausgesetzt werden kann, wenn ein „anderer Rechtsträger seit mehr als 20 Jahren den Fußballsport des Muttervereins ununterbrochen und erheblich gefördert hat“. Voraussetzung einer solchen Ausnahme ist, dass der „betreffende Rechtsträger in Zukunft den Amateursport in bisherigem Maße weiter fördert sowie die Anteile an der Kapitalgesellschaft nicht weiterveräußert, bzw. nur an den Mutterverein kostenlos rückübereignet“. Eine Zuwiderhandlung hat den Entzug der Lizenz für die jeweilige Kapitalgesellschaft zur Folge.

Wir fassen zusammen

Red Bull ist kein Sponsor wie jeder andere, die ihm zugehörigen Vereine werden nicht aufgrund ihres sportlichen Erfolges gesponsert, sondern existieren nur zu Marketingzwecken für den Konzern. Die Clubs aus Liefering, Salzburg und Leipzig sind über die Unternehmenszentrale von Red Bull tief miteinander verknüpft, die Zusammenarbeit geht weit über die normaler Kooperationsverträge hinaus. Besonders deutlich wird dies an den mehr als zehn getätigten Transfers und weiteren Leihgaben zwischen den Filialen in den vergangenen vier Jahren. Diese waren, wie man auch der Berichterstattung entnehmen konnte, zum Teil sehr dubios, was die Differenz zwischen Ablösesumme und tatsächlichem Marktwert betrifft. Die Verbände sollten Red Bull in diesem Kontext auffordern, bei Transfers zukünftig die Regularien des Financial Fairplay zu beachten. Es gibt das übergeordnete Ziel, die Marke Red Bull zu präsentieren, der Einfluss des Konzerns ist dabei so immens, dass die Mannschaften jeweils nur mit zwei zugedrückten Augen ihre nationalen und internationalen Spielberechtigungen erhalten haben. Um den Regularien der Verbände gerecht zu werden und die Lizenzierungsverfahren zu überstehen, wurden in der Vergangenheit beliebig Hilfskonstrukte geschaffen, oftmals unter maximaler Dehnung der Auslegung bestehender Vorgaben. Die Verbände zeigten sich darüber hinaus bei der Lizenzerteilung über alle Maße flexibel, vielleicht aus Sorge vor einer Klage des Konzerns gegen die 50+1-Regelung in der Bundesliga. Bei der Aufweichung der Regeln kann es aber nicht richtig sein, dass man Red Bull unter fadenscheinigen Argumenten Sonderregelungen zugesteht.

Entscheidet selbst, ob ihr diesen Akteur im deutschen Profifußball sehen möchtet und ob euch derartiges Konzerngebaren auch in Zukunft Freude am Fußball, wie wir ihn kennen, erhalten lässt. Wir als BVB Fan- und Förderabteilung werden, wie bereits für das Spiel in Leipzig, für das Spiel in Salzburg keine Busreise anbieten und unser Kartenkontingent nicht abrufen.

Der Fußball gehört uns, nicht Red Bull.

Eure BVB Fan- und Förderabteilung

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