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Nachbericht und Video zur fanpolitischen Podiumsdiskussion

Rund 300 BVB-Fans und Politiker der sechs im Landtag NRW und im Bundestag vertretenen Parteien machten die erste fanpolitische Podiumsdiskussion, organisiert durch die BVB | Fan und Förderabteilung und das Fan-Projekt Dortmund, zu einem vollen Erfolg.

Mehr als zwei Stunden diskutierten Dortmunder Politiker und BVB-Fans über die Rolle der Parteien im Fußball und deren jeweilige Positionen zu fanpolitischen Themen.

„Die heutige Veranstaltung hat gezeigt, dass wir in Dortmund viele meinungsfreudige, dialogbereite und politikinteressierte Fans haben. Die Zahl der Gäste hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen. Wir hoffen, mit der Veranstaltung den Fans einen guten Überblick über die fan- und sicherheitspolitischen Positionen der Parteien gegeben zu haben“, sagte Moderator Jakob Scholz nach der Veranstaltung.

Die Idee einer Podiumsdiskussion entwickelte die AG Fanpolitik der BVB | Fan- und Förderabteilung bereits Anfang des Jahres, ehe nun wenige Wochen vor der Bundestagswahl die Umsetzung erfolgte. „Wir wollten die Möglichkeit schaffen, der Politik die Wünsche und Sorgen von Fußballfans näher zu bringen, aber umgekehrt auch der Politik die Chance geben, uns Fans von ihrer Meinung zu überzeugen“, erklärte Sven Krause vom Organisationsteam der AG Fanpolitik.

„Hört auf, uns zu kriminalisieren“

Lebhaft und stellenweise emotional verlief dann auch die Diskussion im vollbesetzten Veranstaltungsraum im Dortmunder Stadion. In zwei Blöcken wurden auf dem Podium zu Themen wie der Kennzeichnungspflicht für Polizisten, Stadionverboten, der Datei „Gewalttäter Sport“ oder der Bedeutung von Stehplätze debattiert. „Ich freue mich, dass derart konstruktiv und sachlich, aber auch kontrovers diskutiert wurde. Nicht nur wir Fans konnten uns heute davon ein Bild machen, in welchen Bereichen wir zukünftig Unterstützung der Politik erwarten können. Auch die Politiker bewerteten die Veranstaltung als durchweg positiv und nehmen sicherlich einige Anregungen der Fanvertreter mit nach Hause“, resümiert Jakob Scholz.

Großen Applaus gab es dabei vor allem für Fan-Vertreter Jan-Henrik Gruszecki und seinen Appell: „Jeden Freitagabend passiert in den Dortmunder Discotheken mehr als samstags im Stadion. Die Politik muss damit aufhören, uns Fußballfans zu kriminalisieren. Hören Sie damit auf, sich wie Polit-Hooligans zu benehmen und weiter Druck auf Liga und Fans auszuüben!“

Grüne versprechen Kennzeichnungspflicht in NRW

Aus der Politik kam an diesem Abend von Seiten der Grünen Landtagsabgeordneten Daniela Schneckenburger die Zusicherung: „Die Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte in NRW wird in Form von Nummern an der Uniform kommen.“ Von der FDP gab es ebenfalls eine Zusage: Im Falle einer erneuten Regierungsbeteiligung werde man die Datei „Gewalttäter Sport“ kritisch überprüfen, erklärte der Bundestagsabgeordnete Michael Kauch. Das sei auch im Wahlprogramm fest vorgesehen.

Einig waren sich alle Vertreter in der Stehplatz-Frage: „Diese sind ein Muss im deutschen Fußball und unbedingt erhaltenswert“, sagte CDU- Bundestagskandidat Thorsten Hoffmann. Auch die Finanzierung der Fan-Projekte, so die Meinung quer durch die Parteien, müsse durch die Politik weiter unterstützt werden. „Wenn Kommunen dieser Aufgabe aufgrund der schlechten Kassenlage nicht nachkommen können, muss der Bund hier einspringen“, forderte die SPD-Bundestagskandidatin Sabine Poschmann.

Plädoyer für eine Ombudsstelle

Ein großes Thema an diesem Abend war das Verhältnis zwischen Polizei und Fans. Gruszecki bezeichnete dies nach den jüngsten Vorfällen in Dortmund Gelsenkirchen als „vollkommen zerstört“. Die Linken-Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpkeforderte: „Die Pläne für eine Ombudsstelle, die bei Vergehen von Polizisten unabhängig ermittelt, müssen endlich umgesetzt werden.“ Zustimmung gab es dafür vor allem von Piraten-Vertreter Christian Nissen („wenn Polizisten gegen Polizisten ermitteln, hat das immer ein Geschmäckle“) und der SPD-Frau Poschmann: „Ich sehe in einer solchen Stelle die Chance, verlorenesVertrauen zurück zu gewinnen.“

Zudem regte die FDP an, eine fanpolitische Podiumsdiskussion in Dortmund künftig jährlich abzuhalten, da die Veranstaltung gerade der Politik teils ganz neue Einblicke in die Thematik verschafft habe.

Diesem Wunsch schließlich die Fan- und Förderabteilung sich an und wird sich um eine entsprechende Umsetzung bemühen.

Die BVB | Fan- und Förderabteilung freut sich über diese Resonanz und den großen Zuspruch aus der Dortmunder Fanszene. Sie bedankt sich bei den Vertretern auf dem Podium und der regen Beteiligung aus dem Plenum. Abschließenden Dank richtete Jakob Scholz an die Organisatoren: „Eine Veranstaltung dieser Art – und ich glaube, es ist eine der größten in der Geschichte der Fanabteilung – erfordert eine Menge an Vorarbeit. Dafür möchte ich mich im Namen aller Teilnehmer bei der AG Fanpolitik bedanken.“

BVB | Fan- und Förderabteilung

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