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Krasnodar – die Stadt der Kosaken und Perle im Süden Russlands

Krasnodar – die Stadt der Kosaken und Perle im Süden Russlands

Nach absolvierten vier von sechs Spieltagen der UEFA Europa League hat sich der BVB vorzeitig für die K.O.- Runde qualifiziert. In seinem letzten Auswärtsspiel der Gruppenphase wird der BVB in Krasnodar, Russland, antreten. Hier die Vorstellung und die wichtigsten Informationen über die Region und die gleichnamige Hauptstadt Krasnodar.
Die ersten Europäer, die vor ca. 200 Jahren das Territorium der Region Krasnodar betraten waren die Kosaken. „Kosak“ bedeutet in der Übersetzung aus dem Türkischen „frei“. Die Kosaken, überwiegend Menschen, die aus Polen, der Ukraine und Russland geflüchtet waren, vertrieben die Türken, die bis zu diesem Zeitpunkt diese Region besiedelt hatten, in brutalster Weise. Unter dem Befehl und der Herrschaft der russischen Zarin Katharina II (mit deutscher Herkunft) wurden ganze Bergvölker ausgerottet. Die Soldaten drangen bis in die Wildnis des Südens vor, und begannen damit, ihr Territorium bis tief in den Kaukasus auszuweiten.

Als in Russland die Kommunisten an die Macht kamen, zog die überwiegende Mehrheit der Kosaken mit den neuen Machthabern in den Kampf. Sie erlitten eine vernichtende Nieder  lage. Sie wurden erschossen oder mit ihren Familien in die arktische Tundra verbannt, wo sie aufgrund von Hunger und Kälte starben.

Zu Beginn des zweiten Weltkrieges stellte Stalin ein Heer aus dem Rest der Kosakenschaft zusammen und befahl ihnen am Krieg teilzunehmen. Paradoxerweise wurde nach Kriegsende das Kosakentum erneut verboten und alles wieder genommen, was sie besaßen.

Die Wiedergeburt des Kosakentums, das trotz Völkermord und Repressionen unter den schlimmen Bedingungen der Sowjetära überleben konnte, begann in den 90-er- Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Heutzutage unterstützen die lokalen staatlichen Stellen die Zusammenarbeit mit den Kosaken und fördern die Entwicklung ihrer reichhaltigen Kultur. So vollzog sich in der Region von Krasnodar die Wiedergeburt eines Volkes, das trotz der russischen diktatorischen Repressionspolitik überleben konnte.

Lord Mountbatten

Lord Mountbatten

Die Region Krasnodar liegt im südlichsten Teil Russlands im Tal des Flusses Kuban, sowie im Westteil des Großen Kaukasus und erstreckt sich über eine Fläche von ca.76.000 km². Im Norden und Nordosten grenzt die Region an das Gebiet Rostov, im Osten an die Region Stavropol, im Süden an Georgien und die Republik Karatschjewo-Tscherkessien. Im Süden und Westen liegen die Küsten des Asowschen- und des Schwarzen Meeres. Die Grenzen dieser Region belaufen sich auf insgesamt 1540 km, inklusive 740 km Meeresküste.

Das Klima ist größtenteils gemäßigt kontinental, an der Küste des Schwarzen Meeres jedoch subtropisch. Das heilsame mediterrane Klima, die warmen Meere, die einzigartigen natürlichen Mineralquellen und Moorbäder haben den Ruf, eines der ökologisch reinen und populären Kur- und Touristikgebiete Russlands zu sein. Die Durchschnittstemperatur liegt im November in der Regel zwischen vier und elf Grad.

Die Region Krasnodar liegt auf derselben geografischen Breite wie Italien oder Südfrankreich.

Allgemeine Reiseinformationen:

Für deutsche-, bzw. europäische Staatsangehörige gilt grundsätzlich Visapflicht bei Ein- und Ausreise. Das Visum muss vor der Einreise bei der zuständigen russischen Auslandsvertretung beantragt und eingeholt werden. Eine Visa- erteilung durch russische Grenzstellen ist nicht möglich. Zur Ausstellung eines Visums benötigt man einen Reisepass, der in der Regel eine Gültigkeit von sechs Monaten über das Ausreisedatum hinaus aufweisen muss. Des Weiteren besteht eine Krankenversicherungs- pflicht, die entsprechende Versicherungsbescheinigung muss dem Antrag beigefügt werden.

Den Reisenden wird empfohlen, den Reisepass, die Krankenversicherungsbescheinigung samt Visum zu fotokopieren und sicher aufzubewahren. Dann kann – bei Verlust der Originaldokumente – nachgewiesen werden, dass die Regeln der ordnungsgemäßen Anmeldung eingehalten wurden.

Es wird geraten, Bargeld in kleiner Stückelung (Dollar oder Euro) mitzunehmen und nach und nach kleinere Beträge (Wechselkursschwankungen) einzutauschen.
Geld sollte nur bei Banken oder offiziell zugelassenen Wechselstuben getauscht werden. Es empfiehlt sich, möglichst kein Bargeld an Bankautomaten abzuheben, da es in der Vergangenheit häufiger zu Missbrauch von EC-Karten und Kreditkarten durch Manipulation der Geldautomaten gekommen ist.

Zusammenfassend einige wichtige Tipps für Russland-Reisende:

  • Den Reisepass immer mitnehmen
  • Teure Gegenstände sicher verwahren oder im Hotelsafe deponieren
  • Augen auf beim Geldwechsel
  • Verzicht auf Leitungswasser
  • Vorsicht als Fußgänger im Straßenverkehr und Bestellung von Taxis (Taximafia)

Hält man sich an diese Regeln, sollte einem angenehmen Aufenthalt in Krasnodar nichts im Wege stehen.

800px-Kuban_Stadium_FC_Kuban_Krasnodar_vs_FC_Rostov,_Russian_Premier_League,_Krasnodar,_Russian_2005_FederationNach einem Flug von knapp vier Stunden Dauer (Direktflug von Düsseldorf nach Krasnodar, mit Zwischenstopp in Istanbul oder Moskau etwa die doppelte Flugzeit) landet man auf dem 2460 km entfernten internationalen Flughafen von Krasnodar, drei Zeitstunden werden zur deutschen Uhrzeit addiert. Die Entfernung zum Stadtzentrum beträgt ungefähr, 12 km und zum Kuban-Stadion, in dem der FK Krasnodar den BVB am 26.11.2015 empfangen wird, ca.15 km.
Schnell und zu einem moderaten Preis vom/zum Flughafen oder ins Umland kommt man am besten mit den sogenannten Marschrutkas (kleine Minibusse),die erheblich günstiger als die Fahrt mit einem Taxi sind. Im Gegensatz zur U-Bahn, der Straßenbahn, den Oberleitungsbussen und den öffentlichen Bussen spart man sich zusätzlich das lästige Umsteigen, da das Ziel direkt angefahren wird.

Die außergewöhnliche Atmosphäre der Region entschädigt für die lange und strapaziöse Anreise.

Krasnodar – „die Riviera Russlands“

Krasnodar ist heute das administrative, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Region Kuban, die wegen ihrer Lage am Asowschen und Schwarzen Meer häufig auch „Riviera Russlands“ genannt wird. Hier treffen Verkehrsverbindungen aufeinander, die das Zentrum Russlands mit den Häfen beider Meere, sowie die Kurorte der Schwarzmeerküste mit dem Kaukasus verbinden.
In der Hauptstadt leben heute ca. 780.000 Menschen, die nach statistischen Feststellungen über 120 Nationalitäten repräsentieren. Die größte ethnische Gemeinschaft stellen Russen, Armenier, Ukrainer, Adygeer und Weißrussen dar.
In der Stadt sind 70 Religionsgemeinschaften registriert, die 26 Konfessionen vertreten.

Krasnodar gehört zu den fünf russischen Städten, die einen Generalplan für die Stadtentwicklung bis 2025 haben. Gegenstand des umfassenden Programms ist der Ausbau und die bauliche Neugestaltung des Kubanufers und seine Anbindung an das Stadtzentrum. Gegenwärtig erlebt Krasnodar einen absoluten Bauboom. Große Hoffnungen setzt man dabei auf die die Sanierung des historischen Stadtzentrums. Mehrere umfangreiche Schlüsselprojekte sollen das Aussehen des Zentrums der Kuban-Region prägen.

In Hinblick auf die 2018 in Russland stattfindende Fußball-WM scheinen Stabilität und neue Lebensqualität einzukehren. Letztere ist auch optisch sichtbar. Parks, Grünanlagen, edle Ladengeschäfte, moderne Hotels und neue, saubere Stadtteile zeugen davon, dass Krasnodar in die Zukunft investiert. Andererseits ist auch unübersehbar, dass noch einiges zu tun ist, bis man sich mit den anderen Metropolen in Europa messen kann. Es ist zu hoffen, dass aus dem Budget der Olympischen Spiele 2014 in Sotschi genügend finanzielle Mittel übriggeblieben sind, um auch in Krasnodar nachhaltige Verbesserungen in der Infrastruktur zu erzielen. Parallel zu den Investitionen in die Infrastruktur wird in der Stadt ein vor Ort entwickeltes Programm zur Verbesserung des kommunalen Gesundheitssystems umgesetzt. Dabei geht es um die ärztliche Hilfe und die Medikamentenversorgung der Bevölkerung, die allgemeine Neugestaltung der Gesundheitsverwaltung sowie um die effektive Nutzung der Haushaltsmittel.

Kemal KOZBAEV

Kemal Kozbaev

Das Zentrum von Krasnodar macht heute, trotz seiner historischen Vergangenheit einen sehr westlichen Eindruck. Es gibt zahlreiche Cafés, Bars, Restaurants und Geschäfte. Höhepunkt des Standzentrums ist zweifellos die 6 km lange Hauptstraße und Einkaufsmeile „uliza krasnaja“, was übersetzt die „Schöne“, die „Prächtige“ bedeutet. Die Hauptstraße besitzt alles, was der Reisende benötigt, um in einer tollen Atmosphäre die Stadt kennenzulernen: Neues und Altes, Verkommenes und westlich Schickes, Coffee Shops und Einkaufszentren, traditionelle Märkte und Geschäfte, Theater, moderne Hotels, Museen…vor allem aber auch viele Grünflächen und Flanierstreifen. Besonders einladend ist die Krasnaja am Wochenende, dann ist die Straße für den Autoverkehr gesperrt und steht den Fußgängern, Radfahren und Skatern uneingeschränkt zur Verfügung. Zahlreiche westlich orientierte oder traditionelle russische Restaurants laden zu einem besonderen Gourmet-Erlebnis ein.
Besonders zu empfehlen sind die russischen Eintöpfe wie z.B. der „Borschtsch“, bestehend aus Fleisch, roter Beete, Weißkohl und Kräutern, verfeinert mit Sauerrahm. Neben Borschtsch gibt es jede Menge anderer Eintöpfe wie „Soljanka“, „Ucha“ oder „Rassolnik“. Ein anderes weitverbreitetes russisches Gericht ist „Blini“, eine vom Prinzip her ähnliche Speise wie Pfannkuchen oder Crêpes. Sie sind als Beilage, Hauptspeise oder Dessert zu verzehren. Die Füllung kann u.a. aus Käse und Schinken, Pilzen,Fisch, Marmelade mit Honig bestehen – je nachdem, ob man süße oder saure Speisen bevorzugt.  Blinis gibt es für kleines Geld in vielen Restaurants, am Straßenrand oder sogar in russischen Fastfood-Ketten. Als Getränk wird schlechthin der Wodka als russisches Nationalgetränk bezeichnet, aber in Wirklichkeit ist es mittlerweile viel üblicher, Bier zu trinken, das in mehr als zwanzig Sorten angeboten wird.

Für das leibliche Wohl ist in Krasnodar ausgiebig gesorgt und die Besucher dieser wunderschönen Stadt sollten dieses Angebot auch ausgiebig nutzen!

(Quelle Beitragsbild: pixelio.de /Harald Gebel)

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