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Die ersten deutschen Meistertitel für den BVB

56 preissler250.000 BVB-Fans unterwegs in den Straßen Dortmunds, am Borsigplatz geht nichts mehr, überall nur schwarz und gelb. Bei der Rückkehr aus Berlin fahren die Spieler von Borussia Dortmund per LKW durch die Stadt und werden dabei frenetisch gefeiert.

Was an die Doublefeierlichkeiten am Ende der letzten Saison erinnert, ist die Beschreibung des Empfangs des deutschen Meisters 1956. Zuvor hatte die Mannschaft des BVB in Berlin das Finale um die deutsche Meisterschaft gewonnen. Ein Erfolg, den sie im darauffolgenden Jahr mit der gleichen Startelf wiederholen sollte – einmalig in der deutschen Fußballgeschichte.

Bevor es für die Borussen nach Berlin ging, behaupteten sie sich in der Oberliga West und der Gruppenphase der Endrunde. Zu Beginn der Saison 1955/1956 warteten 15 Gegner in Hin- und Rückrunde. Nach einem durchwachsenen Start mit Niederlagen in Düsseldorf und Wuppertal legten die Dortmunder ab dem fünften Spieltag eine furiose Serie hin. 15 Spiele blieb Borussia ungeschlagen. Ab dem zwöften Spieltag stand der BVB ununterbrochen an der Spitze. Im Derby wurden die Königsblauen als stärkster Konkurrent vor 16.000 Zuschauern in der Roten Erde mit 3:1 durch zwei Tore von Alfred Niepieklo und ein Eigentor geschlagen.

Am Ende der Oberligasaison stand der BVB vor den Gelsenkirchenern auf Platz eins und zog somit in die Endrunde ein. Auch die Torschützenliste dominierte der BVB durch die „drei Alfredos“, die 63 der 78 Tore erzielt hatten, Torschützenkönig wurde Niepieklo (24 Tore) vor Kelbassa (22), Preißler (17) kam auf Platz fünf.

56 Feier Spieler
An den Gruppenspielen der Endrunde nahmen die ersten beiden Vereine jeder Oberliga teil. Borussia traf in Gruppe 2 auf den Hamburger SV als Nordmeister, den VfB Stuttgart als Süd-Vize und Vikoria 98 Berlin als Berliner Meister. Zum Auftakt der Endrunde trat der BVB vor 60.000 Zuschauern in Stuttgart an, das Spiel wurde 2:0 durch Tore von Niepieklo gewonnen. Nach einem Unentschieden gegen Berlin folgte eine 5:0-Galavorstellung gegen den HSV und ein 6:0 im Olypiastadion gegen Berlin. Borussia war ab sofort klarer Favorit auf den Gruppensieg. Im vorletzten Spiel der Rückrunde musste der BVB eine 1:2-Niederlage gegen den HSV verkraften, obwohl die Rothosen auf Uwe Seeler verzichten mussten. Vor dem letzten Spiel gegen Stuttgart musste deshalb noch einmal um den Finaleinzug gezittert werden, der HSV war zum Konkurrenten um den Gruppensieg geworden. Die Gefahr den Finalplatz noch an den HSV abgeben zu müssen, wurde aber durch einen 4:1-Sieg in der Roten Erde gebannt.

Mit 321.000 Zuschauern zogen die Spiele des BVB die meisten Fußballfans an, allerdings sahen wegen des geringen Fassungsvermögens der Roten Erde viel mehr Zuschauer den BVB auswärts als bei einem Heimspiel.

Im Finale in Berlin traf Borussia Dortmund auf den als technisch stark eingeschätzten Karlsruher SC. Trotzdem konnte der BVB als Favorit das Finale souverän, wenn auch nicht furios mit 4:2 für sich entscheiden.

Im Vorfeld des Finals hatte Adi Preißler versucht für die Mannschaft Meisterschaftsprämien auszuhandeln – vergeblich, da solche Zahlungen früher noch verboten waren. Die Spieler mussten sich mit 400 DM Monatsgehalt zufrieden geben.

56 SchaleBei der Rückkehr der Mannschaft nach der ersten deutschen Meisterschaft, erlebte die ganze Stadt ein schwarz-gelbes Straßenfest, wie auch wir es dieses und letzte Jahr feiern durften.

Schon kurze Zeit später rief Trainer Helmut Schneider seine Spieler wieder zusammen. Die Saison 1956/57 der Oberliga West stand kurz bevor.

Nach einem durchwachsenen Start des BVB in die Oberligasaison, u.a. mit einem 1:1 am ersten Spieltag gegen Sodingen, führte die Duisburger SpV die Tabelle bis zum 23. Spieltag unangefochten an. Die Überraschungsmannschaft blieb jedoch nicht bis zum Ende der Saison in der Erfolgsspur, auch gegen den BVB reichte es für sie nur zu einem 1:1. So konnte sich Borussia am Ende mit zwei Punkten Vorsprung die westdeutsche Meisterschaft und den Einzug in die Endrunde der deutschen Meisterschaft sichern. In der Saison wuchs die Reihe der Alfreds in der Dortmunder Mannschaft weiter an. Der 21-jährige Alfred „Aki“ Schmidt kam vor der Saison von der SpVgg Berghofen aus dem Dortmunder Süden und wurde zum Aufsteiger der Saison und wurde Stammspieler beim BVB, durfte im Finale aber nicht auflaufen. Auch die Torjägerkanone blieb in Dortmunder Händen, denn Kelbassa löste mit 30 Treffern Niepieklo als Torschützenkönig ab.

56 Empfang
In der Endrunde traf der BVB in der Gruppe 2 auf Kickers Offenbach, den 1.FC Kaiserslautern und Hertha BSC Berlin. Laut einer Regeländerung gab es keine Hin- und Rückrunde mehr, die Mannschaften traten an neutralen Orten nur einmal gegeneinander an.

Im ersten Spiel der Endrunde ging es für das BVB-Team in Ludwigshafen gegen Offenbach, nach dem Rückstand aus der 09.Minute, konnte Borussia das Spiel mit 2:1 gewinnen. Auch in der nächsten Partie gegen Kaiserlautern, die in Hannover 75.000 Zuschauer sahen, lagen die Schwarz-Gelben zunächst ab der 09. Minute zurück, gewannen das Spiel dennoch mit 3:2. Und auch im letzten Gruppenspiel gegen die Hertha in Braunschweig, konnte der BVB die Punkte nach einem 2:1-Sieg nach Dortmund holen.

Für das Finale ging es noch einmal nach Hannover. Im Niedersachsenstadion sahen 75.000 Zuschauer das Spiel gegen den Hamburger SV, das der BVB mit exakt der gleichen Elf wie im Vorjahr deutlich mit 4:2 gewann. Die Tore für Borussia Dortmund schossen die beiden Doppeltorschützen Kelbassa und Niepieklo.

Bei der Rückkehr nach Dortmund wurde die Mannschaft wie im Vorjahr von 250.000 Menschen gefeiert. Ein schwarz-gelbes Straßenfest, das in Dortmund bei Meisterschaften auch heute noch Tradition hat und nicht wegzudenken ist und in keiner anderen deutschen Stadt denkbar wäre.

 

Meisterelf 1956 und 1957: Heinrich Kwiatkowsi – Wilhelm Burgsmüller, Herbert Sandmann – Elwin Schlebrowski, Max Michallek, Helmut Bracht – Wolfgang Peters, Alfred Preißler, Alfred Kelbassa, Alfred Niepieklo, Helmut Kapitulski

Trainer: Helmut Schneider

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