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Kritik am DFB zum Schall-Urteil

Ein halbes Jahr, nachdem es beim Gastspiel der Borussia in Hoffenheim zu einem Zwischenfall der besonderen Sorte kam, haben nun sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Kontrollausschuss des DFB die Verfahren gegen den Mitarbeiter der TSG Hoffenheim fallen gelassen. Für die BVB Fan- und Förderabteilung ein unbefriedigendes Ergebnis.

Da das Ereignis nun schon einige Tage zurück liegt, möchten wir die Geschehnisse noch einmal Revue passieren lassen: Beim Spiel TSG Hoffenheim gegen Borussia Dortmund, gab es von Seiten des schwarz-gelben Anhangs mitunter Gesänge gegen den Hoffenheimer Verein und seinen Mäzen Dietmar Hopp. Einige Gesänge gingen durchaus unter die Gürtellinie und können von uns nicht gutgeheißen werden. Allerdings war die Hoffenheimer Reaktion auf sämtliche ablehnenden Hoffenheim-Gesänge ebenfalls mehr als grenzwertig. Sobald es zu Gesängen dieser Art kam, wurde über eine Lautsprecheranlage ein Piepton in den Dortmunder Gästeblock gesendet.

Rückblick: Nur der Hausmeister soll Bescheid gewusst haben

Im Nachgang hielten wir Rücksprache mit Fanvertretern anderer Vereine und mussten feststellen, dass die Reaktion kein Einzelfall gewesen war.  Mindestens gegen Fans vom FSV Mainz und von Eintracht Frankfurt war das Gerät zur Übertönung ebenfalls im Einsatz. Nach einigen unhaltbaren Dementis im direkten Anschluss an erste Berichterstattungen, erklärte die TSG letztlich den Hausmeister der Rhein-Neckar-Arena als eigenverantwortlich handelnden Einzeltäter für verantwortlich. 

Zwar war der Piepton bis weit über den Gästeblock hinaus zu vernehmen und an seinem Standort, einem Fluchtweg, kaum zu übersehen, doch außer dem Hausmeister und einem Helfer wollte das Gerät niemand bemerkt haben. Zumindest niemand auf Hoffenheimer Seite.

Letztlich konnte mittels eines Sachverständigengutachtens nachgewiesen werden, dass die Apparatur nicht gesundheitsschädigend war, weswegen das Verfahren der Staatsanwaltschaft sicherlich zurecht eingestellt wurde. Vom DFB aber hätten wir uns ein klares Zeichen pro Meinungsfreiheit gewünscht. 

Klares Zeichen für Meinungsfreiheit bleibt aus

Leider blieb es aus, denn auch der DFB stellte sein Verfahren gegen die TSG Hoffenheim ein und wertete das Vergehen als geringfügig. Dies ist sicherlich kein wünschenswertes Ergebnis, da ähnlich geringfügige Vergehen dann mitunter doch sehr schnell und auch hart bestraft werden. So ließen sich z.B. Spieler unseres letzten Gegners im DFB-Pokal zu einem Gesang gegen den BVB hinreißen. Holstein Kiel erhielt für dieses Vergehen ziemlich zügig eine saftige Strafe.

Nun, so sind sich Fans vieler Vereine einig, wirft die Angelegenheit nicht nur ein schlechtes Licht auf die TSG Hoffenheim, sondern auch auf den DFB. Manche Medienvertreter und Fans unterstellen dem DFB eine gewisse Nähe zur TSG Hoffenheim und den dort handelnden Personen; auch werden die Vorwürfe der Selbstjustiz der DFB-Gerichte durch das Urteil gestärkt.

Nicht vorenthalten möchten wir auch eine Antwort des DFB auf einen Brief, mit dem ein BVB-Fan den Bund für sein Urteil kritisierte.

„Sehr geehrter Fußballfan,

danke für Ihren Kommentar zum Thema 1899 Hoffenheim. Lesen Sie zu Ihrer genauen Information bitte die News, die wir zu diesem Thema veröffentlich haben:
http://www.dfb.de/index.php?id=500014&tx_dfbnews_pi1[showUid]=31210&tx_dfbnews_…
Es ist nachweislich niemand gesundheitlich beeinträchtigt worden, dass hat ein unabhängiges Gutachten der Staatsanwaltschaft ergeben, die ihr Verfahren schon vorher eingestellt hatte. Im Übrigen hat auch Borussia Dortmund keine Strafe für die mehrmaligen Stadion-Schmähgesänge seiner Fans gegen Dietmar Hopp erhalten.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr DFB-Team“

Als BVB-Fan muss man also froh sein, dass man für seine Kritik am Projekt-Hoffenheim nicht noch bestraft wurde. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass es in Ordnung ist, kritische Fans zu beschallen und so mundtot machen zu wollen. Solange es eben unter 90 Dezibel bleibt und nicht gesundheitsschädigend ist. 

Dass der DFB in seiner Begründung die wiederholten Schmähgesänge des Hoffenheimer Publikums gegen den BVB unterschlägt, passt da nur zu gut ins Bild.

Mit diesem Urteil hat der DFB es unserer Meinung nach leider versäumt, ein richtiges und wichtiges Zeichen für die über Jahrzehnte entstandene Fankultur zu setzen. Schade. 

BVB Fan- und Förderabteilung im Februar 2012

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