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BVB-Fans putzen Stolpersteine in Dortmund und gedenken der Opfer des Holocaust

BVB-Fans putzen Stolpersteine in Dortmund und gedenken der Opfer des Holocaust

“Den Opfern einen Namen geben” – unter diesem Motto begann am 1. November 2015 eine Aktion, die von der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie der Stadt Dortmund ins Leben gerufen wurde. Ziel war es, bis zum Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November alle Stolpersteine in Dortmund zu putzen und wieder zum Glänzen zu bringen, um so an die Opfer des Holocaust zu erinnern.

Am 1. November trafen sich Vertreter verschiedener Organisationen auf dem Friedensplatz. Dort eröffnete Oberbürgermeister Ullrich Sierau die Aktion und reinigte die ersten Steine, die auf dem Friedensplatz verlegt sind.

20151101_Stolpersteine_FF_0058Mit dabei waren auch einige BVB-Fans. Die BVB-Fanabteilung hatte gemeinsam mit den BVB-Fanbeauftragten dazu aufgerufen, diese wichtige Aktion zu unterstützen und damit einen Beitrag zu leisten, die Erinnerung an die schrecklichen Gräueltaten während des Zweiten Weltkriegs nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Direkt nach dem Auftakt der Aktion “Den Opfern einen Namen geben” machte sich die Gruppe der BVB-Fans mit zwei Bullis auf den Weg nach Dortmund-Eving und -Brechten, um die dort verlegten Stolpersteine zu putzen. An einigen Stellen wurden Lebensdaten und -wege der Opfer verlesen. Nachdem die Stolpersteine wieder glänzten, wurden zum Gedenken an den Steinen gelbe Rosen niedergelegt.

Am 7. November ging die Aktion für die BVB-Fans weiter. “Ich unterstütze diese wichtige Aktion, damit die Erinnerung an die Gräuel der Nazizeit wach bleibt. Gerade in der momentanen Situation, in der Flüchtlingsheime angezündet werden und „Menschen“ gegen Hilfesuchende hetzen und sie körperlich angehen, scheint es mir wichtig, unablässig auf dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte hinzuweisen und alles mir mögliche zu tun, damit so etwas nie wieder passiert! Wehret den Anfängen!”, fasst eine Teilnehmerin die Motivation der gesamten Gruppe zusammen.

20151107_Stolpersteine_Gedenkaktion_wh (11)Treffpunkt war dieses Mal der Borsigplatz – die Geburtsstätte der Borussia. Vor der Hausnummer 5a konnten mit Unterstützung von angehenden Landschaftsgärtnern von “Agricola” am Samstagmittag zwei neue Stolpersteine verlegt werden, die nun an Emilie und Max Blancke erinnern, welche im Juli 1943 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort ermordet wurden. Nach dem Gedenken an die Eheleute und dem Niederlegen gelber Rosen, ging es für die Gruppe noch zu einer weiteren Steinverlegung. Diese Stolpersteine erinnern vor dem Haus in der Münsterstraße 117 nun an Therese und Max Grüneberg. Therese und Max Grünberg wurden im April 1942 nach Zamosc in Ostpolen deportiert.

Vom Borsigplatz aus führte der Weg der BVB-Fans quer durch die Dortmunder Nordstadt, über den Wall bis ins Klinikviertel, um mehr als 30 Stolpersteine wieder glänzen zu lassen. Überall hielt die Gruppe kurz inne und legte eine gelbe Rose für jedes Opfer nieder. Besonders bewegend waren die Vorträge der Geschichten der Menschen, an die die Stolpersteine erinnern.

20151101_Stolpersteine_FF_0186Nachdem der letzte Stein auf dem Weg nach etlichen Stunden gereinigt war, war allen klar, dass dies keine einmalige Aktion bleiben darf. “Wir wollen nun regelmäßig Stolpersteine wieder glänzend machen. Auch so können wir ein Zeichen setzen und an das Vergangene erinnern!”

Die BVB-Fanabteilung und der BVB bedanken sich herzlich bei allen Helferinnen und Helfern für die tatkräftige Unterstützung der Aktion. Gemeinsam werden sicher noch weitere Veranstaltungen zur Erinnerung stattfinden können!

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