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Bewegende Gedenkstunde für Julius Hirsch

Zur Gedenkstunde für den Fußballpionier Julius Hirsch am Dortmunder Südbahnhof waren am Sonntag ca. 150 Gäste gekommen. 70 Jahre sind vergangen, dass Julius Hirsch über diesen ehemaligen Bahnhof nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde. Sein letztes Lebenszeichen kam aus Dortmund: es ist eine am 3. März 1943 in unserer Stadt abgestempelte Postkarte an seine Tochter Esther.

Gerd Kolbe führte durch die Veranstaltung und fasste die Motive der Veranstaltergemeinschaft zusammen: „Mit der Gedenkstunde wollen die BVB-Fanabteilung, das Fan-Projekt Dortmund, der Jugendring Dortmund, die Botschafter der Erinnerung und die jüdische Kultusgemeinde als Veranstalter verdeutlichen, dass sie jede Form von Rassismus, Diktatur und Intoleranz ablehnen.“

hirsch gedenkenAn der Feierstunde nahmen u.a. Oberbürgermeister Ullrich Sierau, der stellvertretende Präsident des BVB e.V. Gerd Pieper und Bezirksbürgermeister Innenstadt-Ost Udo Dammer und Matthias Dudde als Mitglied der zuständigen Bezirksvertretung teil. Auch die geschäftsführende Abteilungsleitung der BVB | Fan- und Förderabteilung war durch Marco Blumberg vertreten.

Die Grausamkeiten des Nazi-Regimes mit mehr als sechs Millionen ermordeten Menschen lassen uns häufig hilf- und fassungslos erstarren. Unsere Vorstellungskraft reicht nicht aus und die Opfer drohen in einer anonymen Masse zu verschwinden. Fassbarer wird es dann aber, wenn wir Einzelschicksale herausstellen. Deutlich wird dann, dass hinter dieser Zahl sechs Millionen einzelne Menschen stehen. Alexander Sperling von der jüdischen Kultusgemeinde drückte es so aus: „Wir müssen den Opfern ein Gesicht geben.“

Im Mittelpunkt der Wortbeiträge stand dann auch der Lebens- und Leidensweg von Julius Hirsch, den Eberhard Schulz, der stellvertretende Jury-Vorsitzende des Julius-Hirsch-Preises, ergreifend nachzeichnete.

2006 erhielt das Fanprojekte Dortmund diese Auszeichnung für den Einsatz für Toleranz und Menschenwürde und gegen Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. Thilo Danielsmeyer vom Fan-Projekt sprach über die Bedeutung und die Intention dieses Preises und die Vertreter der Veranstaltergemeinschaft legten in kurzen Statements die Gründe ihres Engagements dar und versicherten, gemeinsam weiter gegen die Feinde der demokratischen Werte Flagge zu zeigen.

Tamara Buslova (Klavier) und Michael Nachbar (Geige) von der Jüdischen Kultusgemeinde sorgten mit ihren musikalischen Zwischenspielen für eine herausragende Unterstützung und Begleitung der Gedenkstunde.

Nach dem Gedenkgebet und dem Totengebet durch den  Kantor der Jüdischen Kultusgemeinde wurden zwei Kränze zum Gedenken an Julius Hirsch an der Ehrentafel für die Deportierten niedergelegt.

Die Veranstaltergemeinschaft wird zukünftig jeweils am 3. März an Julius Hirsch und die Millionen Opfer des Nazi-Terrors erinnern.

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