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ABC der Geschichte

Über 100 Jahre ist der Ballspiel-Verein Borussia 1909 mittlerweile alt. Zu viel Zeit ist seither vergangen, zu viele Geschichten wurden geschrieben, um sie alle auf einer Seite darstellen zu können. In unserem kleinen ABC der BVB-Historie finden sich aber einige der wichtigsten Ereignisse und Begriffe rund um den BVB.


A wie Alfredos: Kaum eine Offensivreihe war in der Geschichte von Borussia Dortmund so gefürchtet wie die „Drei Alfredos“. Die Herren Alfred Preißler, Alfred Kelbassa und Alfred Niepieklo sorgten bei so manchem gegnerischen Abwehrspieler in den 1950er Jahren für Kopfschmerzen und schossen den BVB zu zwei Meisterschaften (1956 und 1957). Insgesamt 63 der 78 Dortmunder Tore in der Oberliga schossen die „Drei Alfredos“ bei der ersten Meisterschaft 1956. Bis heute sind sie unvergessen. Nach Alfred Preißler ist sogar die Straße am BVB-Trainingsgelände in Brackel benannt.

B wie Borsigplatz: Ein Ort in der Dortmunder Nordstadt ist besonders bekannt: der Borsigplatz. Benannt nach dem Unternehmer August Julius Albert Borsig diente dieser Ort, der um 1900 entstand, als Anlaufstelle für alle BVB-Fans. Noch heute spürt jeder Anhänger die Besonderheit, wenn er den eigentlich stinknormalen Kreisverkehr durchquert. Nicht umsonst sind die Borussen „alle am Borsigplatz geboren“.

C wie Champions League: Einmal gelang es dem BVB, den begehrten Henkelpott zu holen. Im Münchener Olympiastadion setzte sich der BVB 1997 durch einen 3:1-Sieg über Juventus Turin die Krone Europas auf. Unvergessen bleibt dabei der Lupfer des frisch eingewechselten und blutjungen Lars Ricken zum Endstand. Im Jahr 2013 hatte die Borussia erneut eine Hand am Henkelpott, scheiterte jedoch im Endspiel an Bayern München.

D wie Derbysieg: Derbysiege sind die schönsten Siege – das war so, ist so und bleibt auch so. Es gibt Derbysiege, die sind schöner als schön. Und es gibt Derbysiege, die man im Leben nie vergessen wird. So auch das Derby am 12.05.2007. Als haushoher Favorit auf die Meisterschaft hatte Schalke die Chance, sich im Dortmunder Stadion am 33. Spieltag den Titel zu sichern. S04 und Meister? Denkste! Borussia kämpfte leidenschaftlich und rang den Rivalen hochverdient mit 2:0 nieder. Alexander Frei und Ebi Smolarek ließen die Südtribüne mit ihren Treffern explodieren und die Schadenfreude ins Unermessliche steigen.

E wie Europapokal der Pokalsieger: Nicht umsonst wird kein Beteiligter den Glasgower Hampden Park jemals vergessen. Schließlich war das Stadion in Schottlands Hauptstadt Schauplatz des Endspiels des Europapokals der Pokalsieger 1966, in dem der BVB den FC Liverpool mit 2:1 nach Verlängerung niederrang. Reinhard „Stan“ Libudas unvergesslicher Lupfer besorgte einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte. Der Sieg über den Favoriten FC Liverpool krönte eine unvergessliche Europapokalsaison mit insgesamt 27 erzielten Treffern.

F wie Franz Jacobi: Der erste Kassierer und Geschäftsführer von Borussia Dortmund hieß Franz Jacobi. Ein Jahr nach der Gründung wurde Jacobi zum Ersten Vorsitzenden gewählt und half der Borussia, sich über die Jahre zu einer professionellen Sportmannschaft zu entwickeln. Bis zum Jahr 1923 übte Jacobi dieses Amt aus. Deshalb widmen sich nun Marc Quambusch, Jan-Henrik Gruszecki und Gregor Schnittker in ihrem Film „Am Borsigplatz geboren – Franz Jacobi und die Wiege des BVB“ dieser Persönlichkeit und beleuchten seinen wesentlichen Anteil am Aufstieg der Borussia.

G wie Guido Buchwald: Mit seinem Treffer in der Nachspielzeit riss Guido Buchwald die Dortmunder Anhänger in der Saison 1991/1992 aus allen Träumen. Der BVB war am letzten Spieltag quasi schon Meister – und wurde letztlich doch auf der Zielgeraden vom VfB Stuttgart überholt. Eine Zeit lang führte der BVB die Tabelle an, doch am Ende zeigten sich die Schwaben cleverer und standen an der Spitze, unter anderem durch einen 4:2-Erfolg über die Borussia.

H wie (Einzug ins) Halbfinale: Auch wenn dieses Spiel, das uns den Einzug ins Halbfinale der Champions League in der Saison 2012/13 bescherte, erst drei Monate zurückliegt, wird es auf ewig in den Geschichtsbüchern hängen bleiben. Totgesagte leben länger. Doch wer hätte auch nur einen Cent darauf verwettet, dass der BVB im Viertelfinale mit dem FC Málaga beim Spielstand von 1:2 nach 90 Minuten doch noch als Sieger vom Platz geht? Diese Schlussphase war definitiv nichts für schwache Nerven! Im wohl denkwürdigsten Spiel der vergangenen Jahre bebte das Stadion nach Santanas 3:2 in seinen Grundelementen und sorgte für unvergessliche Augenblicke in totaler Ekstase. Selten wurde der Einzug in ein Halbfinale so euphorisch gefeiert.

I wie Insolvenz: Acht Jahre ist es nun her. 2005 blickte Borussia Dortmund tief in den Abgrund hinein. Die Insolvenz konnte so eben noch abgewendet und der Super-GAU verhindert werden. Lange mussten Fans und Verantwortliche vor dem Radio und dem Fernseher beten, ehe am 14.03.2005 bekannt wurde, dass der BVB trotz aller wirtschaftlichen Engpässe doch noch in der Bundesliga bleiben konnte. Übrigens: In den 80er Jahren stand der BVB schon einmal vor einer Insolvenz. Damals konnte man sich jedoch durch einen Sieg in der Relegation über Fortuna Köln (Saison 1985/86) sportlich sowie wirtschaftlich retten.

J wie Jupp Heynckes: Der gebürtige Gladbacher war maßgeblich beteiligt, als die Borussia vom Niederrhein die Borussia aus Westfalen im Mai 1978 eine der wohl empfindlichsten Niederlagen der Vereinsgeschichte beibrachte. Mit 12:0 fegten die Fohlen die Elf von Otto Rehhagel vom Platz, der kurz später seinen Hut nehmen musste. Jupp Heynckes allein erzielte fünf der zwölf Treffer. Beinahe hätten die Dortmunder die Gladbacher noch zum Meister gemacht, doch der große Rivale Köln rettete seinen Vorsprung so eben über die Ziellinie. Der BVB beendete die schwache Saison mit 71 Gegentreffern auf Rang 11.

K wie Krauss, Bernd: Bernd Krauss hatte sicherlich keine einfache Zeit in Dortmund. Als Aktiver hatte er ein einziges Spiel für den BVB absolviert. Die meisten werden ihn daher als Coach in Erinnerung haben. Kaum einem Übungsleiter klebte das Pech so an den Stiefeln wie Bernd Krauss. In der Saison 1999/2000 stand der BVB kurz vor dem Sturz in die Zweitklassigkeit. Bernd Krauss konnte in 13 Pflichtspielen für die Borussia nicht überzeugen und wurde im April 2000 entlassen und durch Udo Lattek ersetzt. Gemeinsam mit Matthias Sammer riss dieser das Ruder rum und schaffte letztendlich den Klassenerhalt.

L wie Lenz, August: August Lenz war der erste Nationalspieler, den Borussia Dortmund in seinen Reihen präsentieren durfte. Der 1910 in Dortmund geborene Lenz verkörperte die Vereinsliebe wie kein Zweiter zu seiner Zeit. Er hang an der Stadt Dortmund, mit all ihren Ecken und Kanten. Nach seiner aktiven Zeit beim BVB war Lenz Betreiber einer Kneipe am Borsigplatz. Seine Vereinstreue würdigt die Ultra-Gruppe The Unity, indem sie den Kopf von August Lenz als ihr Emblem nutzt.

M wie Mill, Frank: In keinem Jahresrückblick der Saison 1986/87 darf diese Szene fehlen! BVB-Stürmer Frank Mill umkurvt im Spiel gegen den FC Bayern München den gegnerischen Keeper und läuft mutterseelenallein von rechts auf das gegnerische Tor zu. Doch statt den Ball in den leeren Kasten zu schieben, wartet Mill, wird von Torwart Pfaff wieder eingeholt und schießt den Ball aus drei Metern an den rechten Pfosten. Eine wahre Kunst, dieses sicher geglaubte Tor doch noch zu vermasseln. Auf Grund dieser Szene und seines Treffers beim 4:1-Pokalfinalsieg über Werder Bremen 1989 wird Mill immer einen Platz in der Geschichte des BVB finden.

N wie „Nie mehr zweite Liga“: „Nie mehr, nie mehr zweite Liga, nie mehr, mehr!“, schallte es aus den schwarz-gelben Kehlen am Ende der Saison 1975/76. Mit einem starken Torverhältnis von 93:37 Toren stieg der BVB wieder in die Bundesliga auf – als Tabellenzweiter. Trotz zweier 4:0-Erfolge über TeBe Berlin standen die Hauptstädter in der Endabrechnung vor dem BVB. In den entscheidenden Qualifikationsspielen zur Bundesliga schlug die Borussia gegen den 1. FC Nürnberg jeweils spät im Spiel zu. Mit 1:0 und 3:2 behielt der Zweitligist letztendlich die Oberhand.

O wie Oldtimer: Toni Schumacher ist ein besonderer Mann. Nicht nur mit seinen extravaganten Sichtweisen überrascht der heutige Vizepräsident des 1. FC Köln. Am 18. Mai 1996 durfte er noch einmal das Tor der Dortmunder hüten. Mit 42 Jahren auf dem Buckel ist Schumacher damit der dienstälteste Keeper, der jemals für die Borussia auflief. Zwar musste er zwei Mal hinter sich greifen, doch auf die Offensive war Verlass. 3:2 hieß es am Ende für Schwarz-Gelb gegen den SC Freiburg. Meister in der Saison 1995/1996!

P wie Pokal: Der Pokal hat seine eigenen Regeln, hört man oft. Neben großen Siegen (5:2 gegen Bayern im Finale 2012) gab es auch für die Borussia peinliche Niederlagen. Aus beim Drittligisten Offenbach 2010, 0:3-Pleite in Freiburg 2002, Erstrunden-Aus in Fürth 1990. Der BVB hat sich wahrlich im Pokal nicht oft mit Ruhm bekleckert. Unter dem Strich bleiben dennoch drei DFB-Pokalsiege, auf die man an der Strobelallee sehr stolz ist.

Q wie Qarabağ Ağdam: Der FK Qarabağ Ağdam zählte zu den ungewöhnlichsten Gegnern, die der BVB in seiner Geschichte in die Knie zwang. In der Europa-League-Qualifikation 2010/2011 bereitete sich der BVB professionell auf die Aserbaidschaner vor. Wäre gar nicht nötig gewesen, denkt sich der eine oder andere im Nachhinein. Bereits zur Halbzeit des Hinspiels führte Schwarz-Gelb mit 4:0. Es folgte eine gähnend langweilige, torlose zweite Halbzeit und ein ebenfalls langweiliges, ereignisarmes Spiel am Schwarzen Meer, das der BVB durch ein Barrios-Tor in der Nachspielzeit für sich entscheiden konnte.

R wie Rote Erde: Das Stadion Rote Erde, im Schatten des großen Tempels, ist eine der traditionsreichsten Monumente in Deutschlands Westen. Von 1937 bis 1974 diente die Kampfbahn als Spielort für den BVB, ehe das Westfalenstadion erbaut wurde. Die Rote Erde ist heute Spielort der BVB-Amateure und bietet 25.000 Zuschauern Platz. Dass sie von ihrem alten Glanz nichts verloren hat, sah man beim Amateurderby im März 2012, als 9.000 Zuschauer zum Spiel pilgerten. Das ein oder andere kühle Bier lässt sich halt am besten in der Heimat genießen.

S wie Schwalbe: Andreas Möller beging während seiner Karriere als Fußballer die „Sünde“, zum Lokalnachbarn Schalke zu wechseln. Eine weitere „Sünde“ verübte er am 13. April 1995. Im Spiel gegen den Karlsruher SC ließ er sich beim Stand von 1:0 für die Badener in Hollywood-Manier im Strafraum fallen. Schiri Habermann fiel auf die „Schwalbe des Jahrhunderts“ rein und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Die KSC-Spieler, fassungslos vor Entsetzen, fanden in Möller schnell den Schuldigen für die Niederlage. Stimmte auch, denn Michael Zorc traf per Elfmeter zum 1:1, ehe Matthias Sammer kurz vor dem Ende noch den 2:1-Siegtreffer nachlegte.

T wie Theorie: „Grau is‘ alle Theorie – entscheidend is‘ auf’m Platz!“ In diesem oft zitierten Satz von Sturm-Legende Alfred Preißler steckt viel mehr Wahrheit, als man im ersten Moment überhaupt erkennen mag. Besonders der mediale Aufruhr vor Topspielen lässt diesen Satz des Öfteren in die Gedanken der Fans auftauchen.

U wie Unvorstellbar: Zehn Tore in 45 Minuten? Das ist nicht möglich, glaubt man. Doch alle Zweifler wurden im November 1982 eines Besseren belehrt. Zehn Treffer gelangen Borussia Dortmund nach dem Seitenwechsel im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld. Das hat es in der Bundesliga kein weiteres Mal gegeben. Allein Manfred Burgsmüller traf viermal ins Schwarze. Besonders interessant: Bielefeld führte bis zur 19. Minute gar mit 1:0. Endstand 1:11 aus ostwestfälischer Sicht.

V wie Viererpack: Ein Spiel dürfte Robert Lewandowski wohl ewig in Erinnerung haben. Spätestens seit seinem Viererpack beim 4:1-Erfolg gegen niemand Geringeren als Real Madrid im Halbfinale der Champions-League-Saison 2012/2013 kennt ihn nahezu jeder auf der ganzen Welt. Vier Tore waren einem Spieler bei einem Spiel in solch einer Güteklasse noch nie gelungen. Und dann auch noch gegen die großen „Galaktischen“ aus der spanischen Hauptstadt. Lewandowski stand mehrmals goldrichtig, zeigte seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor und schoss die Spanier somit quasi im Alleingang ab.

W wie Wutrede: Thomas Doll erreichte als Trainer mit dem BVB etwas ganz Besonderes: Unter seiner Regie erreichten die Westfalen 2008 das DFB-Pokalfinale in Berlin. Zwar ging das Spiel mit 1:2 nach Verlängerung gegen Bayern München verloren, doch der BVB sollte sich trotzdem dadurch für Europa qualifizieren. Wäre da nur nicht diese Seuchensaison mit Platz 13 in der Bundesliga gewesen. Das wollte Thomas Doll so nicht auf sich sitzen lassen. Bei seiner legendären Wutrede vom 23.08.2008 zählten Worte wie „Da lach‘ ich mir doch den Arsch ab“ oder „Das ist alles bla bla bla“ zu den primären Textbausteinen.

X wie Xenophil: Das aus dem Griechischen stammende Wort bezeichnet die Offenheit gegenüber Fremden. Der BVB und seine Fans waren schon immer aufgeschlossen für Neues. Seit zwei Jahren zeigt sich diese Unvoreingenommenheit bei jedem Heimspiel in Form der Aktion Gastfreundschaft. Hier begrüßen BVB-Fans an einem Stand der BVB | Fan- und Förderabteilung die Gästefans, um ein friedliches Miteinander und einen regen Austausch untereinander zu fördern. Damit ist der BVB einer der ersten Bundesligavereine, in dem es eine gelebte Gastfreundschaft gibt.

Y wie Youngster: Zarte 16 Jahre und 11 Monate alt war Nuri Şahin bei seinem ersten Bundesligaeinsatz. Damit ist er der jüngste Spieler, der je in der BVB-Geschichte eingesetzt wurde, und das Gegenstück zu Toni Schumacher. Am 6. August 2005 ließ ihn der damalige Coach Bert van Marwijk am ersten Spieltag beim VfL Wolfsburg mitwirken. Şahin fügte sich gut, holte sich prompt eine Gelbe Karte ab und errang mit der Borussia ein 2:2 in der Autostadt.

Z wie Zorc, Michael: Der heutige BVB-Sportdirektor hat in seinen langen Jahren bei Borussia Dortmund enorm viele Treuepunkte gesammelt. Wurden viele seiner Transfers anfangs noch belächelt, so zeigte sich später sein gutes Händchen für talentierte Nachwuchskicker für kleines Geld. Auch während seiner aktiven Zeit gab „Susi“ alles für den BVB und darf sich seit 1997 Champions-League-Sieger nennen. Falls jemand Nachhilfe in Sachen Elfmeterschießen sucht, ist er bei Zorc gerne willkommen.

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