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So hat Dortmund abgestimmt

Wir haben euch vor einiger Zeit eine Umfrage zum Thema 50+1 der Universität Chemnitz auf unser Homepage präsentiert und euch gebeten an der Abstimmung teilzunehmen. Diese deutschlandweite Fan-Umfrage ist nun abgeschlossen und die ersten Ergebnisse liegen uns vor. Auch wenn die Ergebnisse noch nicht aufbereitet und veröffentlicht wurden, lassen diese bereits jetzt einen klaren Trend erkennen, welchen wir euch nicht vorenthalten wollen.

Die Gesamtstudienergebnisse werden erst in ein paar Wochen veröffentlicht, wir haben jedoch bereits eine Zusammenstellung der Umfrage erhalten. Die Umfrage wurde durch die Verantwortlichen der Universität Chemnitz nicht nur an Fussballfans, sondern auch an Vereinsvertreter gesendet, sodass eine Gegenüberstellung der Ergebnisse ermöglicht wurde.

Es wurde zunächst einmal das Teilnehmerfeld der Umfrage eingegrenzt, um festzustellen, wie gut die Fans das Thema 50+1 bisher verinnerlicht haben bzw. aus welchen Strukturen die Fans kommen und woher sie ihre Informationen rund um das Thema Fußball beziehen.

Fast 1000 Borussen beteiligen sich

Allein die Stärke der Teilnehmer, die mit dem BVB sympathisieren hat die Stärke von fast 1000 Personen, von denen, laut Angabe in der Umfrage, mehr als die Hälfte (60,2%) auch eingetragenes Mitglied bei Borussia Dortmund sind. Besonders interessant ist, dass knapp 600 Personen bereits vor der Umfrage angaben, dass sie das Thema 50+1 sehr interessant finden und sich schon im Vorhinein mit dem Thema beschäftigt haben. Rund ein Drittel der Befragten gab dazu an, dass sie sich mehrfach täglich im TV über das Thema “Fußball“ informieren, im Internet versorgen sich nach eigenen Angaben sogar 71,4% mehrmals täglich mit Informationen rund um den Volkssport Fußball.

An dieser Stelle möchten wir auch noch erwähnen, dass knapp ein Viertel der Teilnehmer im Jahr mehr als 25 Spiele live ansieht und der Altersdurchschnitt bei knapp 25 Jahren liegt.

Allein diese Zahlen zeigen schon, dass sich Fans für mehr als nur die obligatorischen  „90 Minuten Fußball“ interessieren und auch gerne einmal über den Tellerrand hinaus schauen. Auch die beeindruckende Anzahl der Vereinsmitglieder zeigt, dass Mitbestimmung im Deutschen Fußball ein sehr wichtiges Thema ist.

Ergebnisse der Klubvertreter im Vergleich zu denen der Fans

Die Verantwortlichen der Umfrage, haben sich mit den Fragen sowohl an Fans als auch an Klubvertreter gewandt, das macht die Ergebnisse besonders Interessant, denn man kann in den Antworten große Schnittmengen finden.

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So antworteten die Klubvertreter auf die Frage, welches Argument als „Pro Argument“ gelte:

72% Ausschluss einer Fremdbestimmung durch Investoren

65% Ausschluss von Mehrfachbeteiligungen

56% Erhaltung der Identifikation von Fans


Als „Contra Argument“ gaben die Klubvertreter an:

37% Sonderregelung für Werksvereine

30% Erleichterung der Eigenkapitalfinanzierung

28% Umgehungsmöglichkeiten (z.B. durch Mäzene)

Anhand dieser Zahlen kann man schon erkennen, welche Meinung bei den Vertretern vorherrscht. Trotzdem wollen wir an dieser Stelle die Ergebnisse der Klubvertreter einmal mit denen der Fans gegenüberstellen.


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So antworteten die Fans auf die Frage, was denn als „Pro Argument“ gilt:

81% Bewahrung von Mitbestimmungsmöglichkeit durch Fans/ Mitglieder

80% Ausschluss einer Fremdbestimmung durch Investoren

77% Erhaltung der Identifikation von Fans


Als „Contra Argument“ gaben die Fans an:

23% Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit

20% Sonderregelung für Werksvereine

19% Umgehungsmöglichkeiten (z.B. durch Mäzene)


In der Konkretisierung der Schwachstellen werden beide Seiten sogar noch deutlicher, denn als Schwachstelle der Regel gaben beide Seiten folgende Antworten auf die Frage:

Besteht ein Problem hinsichtlich der Gleichbehandlung von Fußballvereinen?

Klubvertreter

Ja, durch Sonderregelung für Werksvereine 74%

Ja, durch Umgehungsmöglichkeiten (Mäzene) 58%

Fans

Ja, durch Sonderregelung für Werksvereine 77%

Ja, durch Umgehungsmöglichkeiten (Mäzene) 67%

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Spätestens an dieser Stelle sind sich beide Seiten einig, die Regel gilt es zu schützen, jedoch müssen klare Verhältnisse her. Beide Seiten kritisieren die Sonderregelungen und Umgehungsmöglichkeiten der Regel, genau das tat auch das Ständige Schiedsgericht des DFB. In einem Urteil bescheinigte das Schiedsgericht, dass die Regel zwar in ihrer Grundausrichtung korrekt sei, jedoch der Passus der Ausnahmeregelung geändert werden müsse um Rechtsklarheit in Sachen Gleichbehandlung zu schaffen. In ihrem Urteil heisst es:

„Verstößt § 8 Ziffer 2 Absatz 5 der Satzung gegen das vereinsrechtliche Gleichbehandlungsgebot, soweit er die zeitliche Einschränkung „vor dem 1.1.1999“ enthält, so ist die Vorschrift insoweit unwirksam. Es ist Sache des Beklagten als des zuständigen Satzungsgebers, durch eine entsprechende Änderung des Satzungstextes Rechtsklarheit herbeizuführen.“

Fans sind sich einig: Pro 50+1

Es ist nun Sache der Vereine und Verbände, eine entsprechende Neuformulierung der Satzung zu erstellen. Wir dürfen gespannt sein in welche Richtung sich diese Diskussion entwickelt. Denn eine Gleichbehandlung kann grundsätzlich nicht nur durch eine Aushöhlung der Regel erreicht werden, sondern auch durch eine konsequentere Ausrichtung. Wenn man die Ergebnisse der Umfrage auswertet, bekommt man relativ schnell einen Überblick über die vorherrschende Meinung in den Gremien und bei den Fans: 50+1 muss bleiben!

Es ist aber auch Sache der Fans und Mitglieder sich in ihrem Verein für den Erhalt der Regel und deren Grundsätze stark zu machen. Einen entsprechenden Musterantrag erstellt zurzeit die IG Unsere Kurve in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Umfrage (Dr. Joachim Lammert, Uni Chemnitz).

Wir danken an dieser Stelle der Uni Chemnitz und der Hochschule Wismar für die Erstellung der Auswertung der Umfrage bzw. Ergebnisse. Unser spezieller Dank gilt Dr. Joachim Lammert, Sebasitan B. Bauers als auch Prof. Dr. Hovemann.

Eure

 

BVB | FAN- & FÖRDERABTEILUNG

 Tobi Westerfellhaus

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