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22. Mai 1965: Erster DFB-Pokalsieg des BVB wird „50“

Ein gutes Omen? Vor genau 50 Jahren feierte Borussia Dortmund seinen ersten Pokalsieg und legte so den Grundstein für die legendäre Europapokalsaison 1965/66. 

H2015_05_19_09_51_05einrich Lübke war in den 1960er Jahren Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Er reicherte das Leben in der Republik mit teilweise erstaunlichen Erkenntnissen und Äußerungen an. Die satirische Zeitschrift „Pardon“ hat ihm sogar eine ganze Schallplatte mit Ausschnitten aus seinen Ansprachen gewidmet, die das Prädikat „kurios“ verdienen. Am 22. Mai 1965 – also genau vor 50 Jahren – trat Lübke den Weg ins Niedersachsenstadion zu Hannover an, um dort gemeinsam mit 55.000 Besuchern dem Endspiel um den DFB-Pokal 1965 zwischen dem BVB und Alemannia Aachen beizuwohnen und anschließend der siegreichen Mannschaft den Pokal persönlich zu überreichen. Das hatte es zuvor noch nie gegeben.

Nach dem Spiel wandte sich der hohe Gast seinem Nachbarn, dem ehemaligen Bundestrainer Sepp Herberger, zu. Seine „erleuchtete“ Erkenntnis:“Herr Herberger, das war aber ein wirklich gutes Fußballspiel“, konterte der Angesprochene lapidar: „Das Beste an diesem Spiel war das Musikkorps in der Halbzeitpause!“

Herberger hatte recht: Das Spiel war unterdurchschnittlich gut, ja, geradezu schlecht! Beide Teams hatten keineswegs ihren besten Tag erwischt. Der Zweitligist Aachen konnte offensichtlich nicht besser spielen, der BVB, zunächst ungewohnt nervös, stellte sich darauf ein und tat nicht mehr als erforderlich. Insbesondere wohl auch deshalb, weil Aki Schmidt bereits in der 10. Minute eine Vorlage von Timo Konietzka per Lupfer eiskalt verwandelte, während die Alemannen noch – und das völlig zu unrecht – auf Abseits reklamierten. Prokop im Tor der Aachener war jedenfalls ohne jede Chance.

Lediglich weitere zehn Minuten später folgte schon die endgültige Entscheidung praktisch auf dem (rechten) Fuße: Lothar Emmerich, Borussias dynamischer Linksaußen, verwandelte zum 2:0 ausnahmsweise mit der rechten – schwächeren – „Klebe“ was bei seinen Mannschaftskameraden für eine muntere Flachserei nach der Partie sorgte. Dieses Zwischenergebnis markierte auch schon den Endstand, denn die folgenden 70 Minuten plätscherten mehr oder weniger entspannt vor sich hin. Und dann kam der Schlusspfiff, garniert von der eingangs angeführten Bemerkung des Herrn Bundespräsidenten Heinrich Lübke.

Der BVB spielte mit:

Tilkowski, Cyliax, Redder, Kurrat, Paul, Straschitsch, Wosab, Schmidt, Sturm Konietzka, Emmerich.

Den Dortmundern war die Kritik am Endspiel wohl etwas unter die Haut gegangen. Sie feierten den BVB, der ja immerhin seinen allerersten DFB-Pokal gewonnen hatte, zwar nach seiner Rückkehr auf den Straßen der Stadt und auf dem Neuen Markt! Frenetischer Jubel wollte aber leider nicht aufkommen.

Bürgermeister Ewald Sprave ehrte die Elf und ihren Trainer Hermann Eppenhoff anschließend mit einem Empfang in der „Krone“ am Markt. Für Eppenhoff war es übrigens das letzte Spiel in Diensten des BVB. Er hatte große Erfolge mit den Jungs vom Borsigplatz erzielt. Dazu gehörten die Deutsche Meisterschaft 1963, die großen sich anschließenden Europacupsiege bis ins Halbfinale 1964 und – last but not least – der DFB-Pokal 1965. Ein großer Trainer verließ den BVB!

Auch wenn der erste Sieg des BVB in einem DFB-Pokalendspiel nicht in jeder Hinsicht allen Wünschen gerecht wurde, sollte man eines niemals vergessen: Mit diesem wichtigen Erfolg stellte der BVB die Weichen für die Teilnahme an den Spielen um den Europacup der Pokalsieger 1965/66. Und wie dieser endete, weiß praktisch jeder in Fußball Deutschland. Mit dem bis dato größten Triumph einer deutschen Vereinsmannschaft in der Geschichte des DFB nämlich!! Stichwort: Glasgow, 5. Mai 1966.

Für uns ist es jedenfalls ein gutes Omen für den 30. Mai 2015 in Berlin, dass unser BVB vor genau 50 Jahren seinen ersten DFB-Pokalsieg unter Dach und Fach bringen konnte. Herzlichen Glückwunsch also zum 50. Pokal-Geburtstag, Borussia Dortmund!

Hier abschließend der Weg des BVB im DFB-Pokal 1965:

Preußen Münster – BVB 0:1 (16. 1. 1965)

TeBe Berlin – BVB 1:2 (6. 2. 1965)

Eintr. Braunschweig – BVB 0:2 (27. 2. 1965)

BVB – 1. FC Nürnberg 4:2 (17. 4. 1965)

BVB – Alemannia Aachen 2:0 (22. 5. 1965)

 

 

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