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2. Platz für Borussia Dortmund beim Julius-Hirsch-Preis 2014

2. Platz für Borussia Dortmund beim Julius-Hirsch-Preis 2014

Die BVB | Fan- und Förderabteilung ist zusammen mit dem BVB, dem Fan-Projekt Dortmund e.V. und der Mahn- und Gedenkwache „Steinwache“ für die Gedenkstättenfahrt nach Lublin bei der Vergabe des renommierten Julius-Hirsch-Preises durch den Deutschen Fußball Bund (DFB) mit dem 2. Platz ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung fand am Dienstagnachmittag vor dem deutschen EM-Qualifikationsspiels gegen Irland am 14. Oktober in Gelsenkirchen statt.

Im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts hatten sich 32 BVB-Fans aus unterschiedlichen Fangruppen im Juni auf die Spuren der im Jahr 1942 aus Dortmund deportierten Jüdinnen und Juden begeben und hierbei die polnischen Gedenkstätten in Bełżec, Majdanek und Sobibór besucht. Eines der Ziele der Fahrt war es, die Erinnerung an diese Dortmunder Bürgerinnen und Bürger zurück in die Stadt zu holen.

IMG_8941Im April 1942 kam es in Dortmund am ehemaligen Sportplatz der Eintracht zur Deportation hunderter Jüdinnen und Juden. Diese wurden in Zügen nach Ostpolen gebracht, wo sie im Rahmen der „Aktion Reinhardt“ in Konzentrationslager überführt wurden. Niemand von ihnen überlebte. Sie starben unter Zwangsarbeit und Folter oder wurden systematisch ermordet.

Während der Fahrt verfolgten die Teilnehmer die Einzelschicksale deportierter Dortmunder  Juden und verschafften sich an den Orten ehemaliger Konzentrations- und Vernichtungslager einen Eindruck der Gräueltaten der NS-Zeit. Trotz intensiver Beschäftigung mit dem Schrecken und den zum Teil unendlich traurigen und entsetzlichen Schicksalen gelang es nicht, sich vorzustellen, was dort tatsächlich geschah.

Zudem haben die BVB-Fans erfahren, wie das frühere jüdische Leben in Ostpolen, das durch den Holocaust nahezu vollkommen ausgelöscht wurde, aussah. Kaum ein Ort des ehemaligen jüdischen Alltags ist heute noch ohne die Erklärungen eines Guides zu finden. Bereits vor der Fahrt hatten sich die BVB-Fans in einem Workshop mit dem jüdischen Leben in Dortmund und dem Alltag der in Polen ermordeten Jüdinnen und Juden vor ihrer Deportation befasst.

Ein weiterer Zweck der Fahrt bestand nach der Vorstellung der Projektbeteiligten in der gezielten Vernetzung von Akteuren innerhalb der Fanszene, die sich der Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit gewidmet haben. Das gemeinsam Erlebte und die intensiven Erfahrungen sollten zu einem stärkeren Zusammenhalt führen und die Grundlage für einen engen Austausch und eine gegenseitige Unterstützung auch in der Zukunft bilden.

lublin_vortreffen3Für den Vorstand der BVB | Fan- und Förderabteilung, der sich bei den anderen Projektbeteiligten für die gute und enge Kooperation bedankt, ist diese Auszeichnung eine große Anerkennung für die nachhaltige Anti-Rassismus-Arbeit und das starke ehrenamtliche Engagement in diesem Bereich.

„Wir freuen uns sehr über diesen Preis. Aber wir möchten auch betonen, dass unser Projekt noch nicht zu Ende ist. Wir haben noch viel vor. Und ohne zu viel zu verraten, können wir schon jetzt sagen, dass wir das Preisgeld für ein weiteres konkrete Projekt einsetzen werden, das eng mit unserer Fahrt nach Lublin verknüpft ist.“, so die frühere stellvertretende Vorsitzende der Fanabteilung Christina Gassner, die auch weiterhin den Bereich „Anti-Rassismus-Arbeit“ verantworten wird.

Im Herbst werden für die Dortmunder Bürgerinnen und Bürger, auf deren Spuren sich die Teilnehmer der Fahrt begeben haben, zudem Stolpersteine in der Stadt verlegt. Damit soll das Versprechen eingelöst werden, die Erinnerung an die vielen deportierten Menschen zurück zu holen. Darüber hinaus wird es auch im kommenden Jahr wieder eine Fahrt in den Osten Polens geben.

PreisverleihungDie BVB | Fan- und Förderabteilung gratuliert ausdrücklich auch den beiden anderen Preisträgern. Der diesjährige Gewinner des Julius-Hirsch-Preises ist die Ultras-Gruppierung Schickeria München, die für ihre Choreografien und Aktionen für den ehemaligen FC Bayern-Präsidenten Kurt Landauer und andere jüdische Vereinsmitglieder geehrt wird. Der dritte Platz geht an die Volkshochschule der Stadt Roth.

Der Julius-Hirsch-Preis wird seit 2005 in Erinnerung an den gleichnamigen deutschen Nationalspieler, dessen letztes Lebenszeichen aus Dortmund stammt, jährlich durch den Deutschen Fußball-Bund verliehen.

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