• english
  • polski
  • tuerkce
  • espanol
  • nippongo
  • hindi
  • thai
Du bist hier: Startseite » Aktuell » Westfalenstadion Dortmund: Eröffnung am 2. April 1974
Westfalenstadion Dortmund: Eröffnung am 2. April 1974

Westfalenstadion Dortmund: Eröffnung am 2. April 1974

Der 2. April 1974, ein Dienstag, ist und bleibt für zahllose Fußballfans unvergesslich: Das Westfalenstadion, das erste reine Fußballstadion Deutschlands, wurde eröffnet. Eingebettet in ein buntes Unterhaltungsprogramm spulte sich ein Fußball-Volksfest par exellence vor 50.000 begeisterten Besuchern ab.

Eröffnungsspiel BVB - Schalke: Hoppy Kurrat und Horst Bertram stoppen einen Angriff der „Knappen.”

Eröffnungsspiel BVB – Schalke: Hoppy Kurrat und Horst Bertram stoppen einen Angriff der „Knappen.”

Natürlich gab es die obligatorischen Eröffnungsreden von Oberbürgermeister Günter Samtlebe und BVB-Präsident Heinz Günther, begeisterten die schmucken „Goldstar Majorettes“ aus Arnheim, war das obligatorische Polizeiorchester mit von der Partie, spielten die  Damenmannschaften des TBV Mengede gegen den VfB Waltrop (1:2) sowie der BVB gegen den FC Schalke 04 (0:3).

Das eigentliche Interesse aber galt selbstverständlich dem neuen internationalen Stadionhit namens „Westfalenstadion“. Die Faszination war riesengroß. Die Atmosphäre, die Nähe der Zuschauer zum Spielfeld, das Flutlicht, der Service für die Fans – superb! Selbst die kritische Presse erging sich in überschwänglichen Lobeshymnen.

„Die sogenannten Dortmunder Drillinge – Westfalenhalle, Westfalenpark, Westfalenstadion – dürften neben dem Olympiapark in München das größte und bedeutendste Sportzentrum der Bundesrepublik sein“, schrieb die FAZ. „Ein tolles Stadion mit englischer Atmosphäre“ oder „Ein Stadion für die Callas“ war weiter zu lesen.

Dabei war der Weg des Westfalenstadions bis zu seiner Eröffnung ein spektakulärer Hindernislauf für alle Beteiligten.

Ein Rückblick:

Die Kampfbahn „Rote Erde“ – Jahrgang 1926 – war mittlerweile eine „alte Stadion-Dame“. Die Stadt Dortmund plante deshalb bereits Mitte der 1960er eine reine Fußballarena als Zwillingsstadion.

Oberbürgermeister Günther Samtlebe begrüßt die BVB-Spieler vor dem Eröffnungsspiel am 2.4.1974.

Oberbürgermeister Günther Samtlebe begrüßt die BVB-Spieler vor dem Eröffnungsspiel am 2. 4. 1974.

Mit diesem wegweisenden  Gedanken trat man frühzeitig an den DFB heran und unterbreitete eine WM-Bewerbung für 1974. Dortmunds Sportdezernent und „Stadionvater“ Erich Rüttel brachte dann aus Montreal eine interessante Anregung mit: Dort hatte man kostengünstig ein Stadion in Fertigbauweise erstellt. Das wurde zum Vorbild für Dortmund und reduzierte die Baukosten von 60 Mio. auf 32 Mio. DM.

Die Finanzen stimmten jetzt. Nicht aber die Größe. Dortmunds WM-Arena konnte nur 54.000 Besucher aufnehmen. 60.000 wurden aber für die WM gefordert. Rüttel bekam einen „blauen Brief“ der FIFA. Das hieß: keine WM-Stadt für 1974, keine finanzielle Unterstützung von Bund, Land und Glücksspirale.

Da in dieser Phase der BVB sowohl sportlich als auch wirtschaftlich erheblich schwächelte, wurde es kommunalpolitisch eng. Es gab schließlich endlos städtische Aufgaben auf den verschiedensten Gebieten. War damit das Ende für die Stadionpläne gekommen? Nein! Denn im Oktober 1971 entschied der Rat der Stadt in einer spektakulären Sitzung den Bau des Westfalenstadions „auf eigene Kappe“ und ohne fremde Hilfe!

Das Westfalenstadion während der Bauzeit (1973).

Das Westfalenstadion während der Bauzeit (1973).

Das war kühn und richtungweisend! Sofort danach begann der Bau. Und dann die Sensation: Köln musste seine WM-Bewerbung aus finanziellen Gründen zurückziehen, und Dortmund bekam doch noch den Zuschlag. Als WM-Reservestadt quasi. Der Stadion-Hit der WM 1974 war geboren! Vier spektakuläre WM-Spiele waren der Lohn des politischen Mutes, die Stadt bekam die erhofften WM-Gelder  und der 1972 aus der Bundesliga abgestiegene BVB hatte eine neue Heimat und eine entscheidende Grundlage für den Wiederaufstieg 1976. 

Stadion-Zeitreise von 1966 – 1974

Juli 1966:
Der Deutsche Fußballbund (DFB) bewirbt sich als Ausrichter der Fußball-Weltmeisterschaft 1974.

Oktober 1967:
Erste Bewerbung der Stadt Dortmund beim DFB als Austragungsort für die Fußball-WM 1974.

September 1968:
Eine DFB-Kommission begutachtet Stadionplanung und Stadionmodell in Dortmund. Projektbezeichnung: „Zwillingsstadion Rote Erde“

März 1969:
Öffentliches Hearing vor dem Sportausschuss des Landes NRW in Düsseldorf.

Januar 1970:
Dortmunds Oberstadtdirektor Hans-Diether Imhoff erläutert in einem Hearing des Deutschen Bundestages die Stadion-Neubaupläne der Stadt Dortmund.

April 1970:
Neueste Kostenschätzungen für ein Stadion konventioneller Bauweise: 60 Mio. DM. Mögliche Alternative: Ausbau der Kampfbahn Rote Erde mit 50.000 überdachten Plätzen. Kosten: 18 Mio. DM.

Mai 1970:
Sportdezernent Erich Rüttel schlägt dem Rat die Aufgabe der bisherigen Konzeption und den Bau eines Stadions in Paletten-Fertigbauweise nach Montrealer Modell vor. Kosten: 27 Mio. DM. Fassungsvermögen: 53.000 Besucher. 13.000 Sitz- und 40.000 Stehplätze.

Oktober 1970:
Der Rat der Stadt Dortmund beschließt den Bau des „Zwillingsstadions Rote Erde“ (Grundsatzbeschluss) als Palettenstadion in Fertigbauweise. Finanzierungsmodell: Land NRW 10 Mio., Bund 4 Mio., Stadt Dortmund 6 Mio., Glücksspirale 7,5 Mio. DM. Gesamtkosten: 27,5 Mio. DM. Der Ratsbeschluss erfolgt bei nur sechs Gegenstimmen.

Mai 1971:
Der DFB erteilt Dortmund als WM-Stadt 1974 eine Absage, da die Ausschreibungs-Voraussetzungen (insbesondere Fassungsvermögen 60.000) nicht erfüllt sind.

August 1971:
BVB-Vorstandsmitglieder überreichen Oberbürgermeister Heinrich Sondermann Unterschriftenlisten von BVB-Fans, die sich für den Bau des neuen Stadions aussprechen.

Oktober 1971:
Der Rat der Stadt Dortmund beschließt den Bau des „Zwillings“ der „Roten Erde“ unabhängig von der Frage, ob WM-Spiele in Dortmund stattfinden. Das städt. Bauordnungsamt erteilt die Baugenehmigung am 18. Oktober 1971.

November 1971:
Die Westfälische Rundschau führt eine Leserumfrage bezüglich des Stadionnamens durch. Namensvorschlag: Westfalenstadion.

November 1971:
Beginn der Bauarbeiten

November 1971:
Köln zieht aus finanziellen Gründen WM-Bewerbung zurück.

Februar 1972:
Die FIFA bestimmt Dortmund zur WM-Stadt für 1974.

April 1972:
Der städt. Ältestenrat beschließt, das neue Stadion „Westfalenstadion“ zu nennen.

Mai 1972:
Die Stadt Dortmund schließt mit dem DFB einen Vertrag über die Austragung von vier Weltmeisterschaftsspielen in Dortmund.

März 1973:
Richtfest des Dortmunder „Westfallenstadions“.

Oktober 1973:
Besuch der Deutschen Nationalmannschaft mit Bundestrainer Helmut Schön im „Westfalenstadion“.

Januar 1974:
WM-Auslosung. „Glücksfee“: Der Schöneberger Sängerknabe Detlef Lange.

Ende März 1974:
Stadionpräsentation internationale Presse. Beispiele Pressestimmen.

April 1974 (2.4.):
Inoffizielle Eröffnung des Westfalenstadions mit den Spielen der Damenmannschaften von Mengede 08 und Waltrop (1:2)  und des BVB gegen Schalke 04 (0:3).

April 1974 (17.4.):
Offizielle Eröffnung des Westfalenstadions mit dem Länderspiel Deutschland – Ungarn (5:0)

Juni 1974:

WM-Spiele

Zaire – Schottland (0:2; 14.6.74, dritter Flutlicht-Ausfall)

Niederlande – Schweden (0:0; 19.6.74)

Niederlande – Bulgarien (4:1; 23.6.1974)

Niederlande – Brasilien (2:0; 3.7.74, Gäste: 17 Regierungschefs und Minister)

Scroll To Top